Training & Erziehung

Doppelt hält besser – vor allem zusammen

Zweithund ja oder nein Titel

Ist ein Zweithund eine gute Idee? Wie sieht es aus, wenn zwei Hunde sich so richtig gut verstehen und ein Team bilden? Und sind sie glücklicher als als Einzelhund? Generell lassen sich diese Fragen sicher nicht beantworten. Jeder Hund ist ein Individuum und hat eine ganz eigene Vorstellung wie sein perfektes Zuhause auszusehen hat. Für Enki allerdings war immer klar, dass Einzelhund keine Option und tierschutzrelevant ist. Das hat er uns ganz deutlich gezeigt.

Wir haben schon lange Hunde, meist zwei, manchmal sogar drei. Aber noch nie hatten wir so ein Team wie Enki und Luna. Diese beiden haben sich gesucht und gefunden, Pat und Patachon, Batman und Robin, Pech und Schwefel.

Enki will kein Einzelhund sein

Für uns ist ein Zweithund nicht nur eine gute Idee, sondern im Fall von Enki eine Notwendigkeit. Nach dem Tod von Jamie haben wir gemerkt, wie sehr ihm der zweite Hund fehlte. Weder unsere alte Dame Paula noch wir konnten ihm die Sicherheit, die Geborgenheit und die Ansprache eines zweiten Hundes bieten. Schneller als uns in unserer Trauer lieb war machten wir uns also auf die Suche – und fanden Luna. Sie fand ihn doof, aber für Enki war klar: Das ist mein Mädchen.

Es begann eine Zeit der Brautwerbung, in der Enki vom Rhett Butler bis zum Minnesänger alles präsentierte, mit dem er Luna zu beeindrucken glaubte. Und da sich Beharrlichkeit bekanntlich auszahlt, erhörte ihn die Holde irgendwann und zog bei uns ein. Enki schwebte übermütig auf Wolke 7 und legte ihr sein reich vor die Pfoten. Luna verdrehte noch öfter die Augen und fragte sich, womit sie diesen Idioten verdient hatte.

Zweithund – eine gute Idee? Oder ist ein Hund als Einzelhund glücklicher? Wir erzählen, wie es bei uns mit zwei Hunden klappt.

Hundeerziehung auf Hündisch

Pragmatische Hündin die sie ist, begann sie sofort mit der Erziehung. Denn so ein Rüde ist ja erst fertig und praktisch, wenn er macht, was man möchte. So viel wie von Luna habe ich in keiner Hundeschule über klare Signale und Konsequenz gelernt. Enki war wieder übermütig? Hochgezogene Lefze und kalte Schulter. Enki wollte eng kuscheln? Hochgezogene Lefze und kalte Schulter. Enki wollte wild toben? Hochgezogene Lefze und kalte Schulter. Er hörte trotzdem nicht auf zu nerven? Hochgezogene Lefzen, perlweiße Zähne im Hintern. Ihr merkt, sie hält nichts von TsD. Enki war so mit Lernen beschäftigt, dass ich mit meinen Wünschen und Keksen kaum dazwischen und zum Zuge kam.

Belohnen konnte Luna jedoch auch. Wenn er sich an ihre Anweisungen hielt und höflich und respektvoll mit ihr umging, durfte er stundenlang ihre Öhrchen lutschen. Sie schaute uns zwar genervt an, aber hat ihn einfach gelassen. Sie wusste, er braucht das jetzt. Folgte er beim gemeinsamen Lauf ihren Anweisungen, hat sie ihn mit einer kurzen Schulterberührung bestätigt. Und in ganz seltenen Momenten durfte er sogar nah kuscheln. Die größte Belohnung, der ultimative Jackpot.

Wenn der zweite Hund erwachsen wird

Dann kam eine wirklich anstrengende Phase. Enki wurde zwei und war der Meinung, er hätte nicht nur die Gesellen- sondern auch gleich die Meisterprüfung bestanden. Alles auf Null, von vorne mit der Grenzziehung. Im übertragenen Sinne holte sie Wasserspritze und Kettenhalsband raus und zeigte ihm häufig, wo der Hammer hängt. Überrascht musste sie dabei feststellen, dass der Stift manche Dinge tatsächlich besser konnte als sie. Im Leben nicht alle, aber doch manche für sie ganz nützliche. Er kann besser fangen, er kann besser Leckereien aufstöbern und er kann Frauchen besser becircen, dass es jetzt doch Zeit für Frühstück, Spaziergang, was auch immer ist. Und so haben sie die Aufgaben neu verteilt und sind beim Traum eines jeden Hundehalters angekommen. Ein eingespieltes Team, das kaum Absprachen benötigt und sich blind versteht.

Zweithund – eine gute Idee? Oder ist ein Hund als Einzelhund glücklicher? Wir erzählen, wie es bei uns mit zwei Hunden klappt.

Traumvorstellung Hundeteam

Aber ist das wirklich der Traum? An vielen Tagen ja. Es ist schön die beiden zusammen zu sehen. Beim Toben wie auch beim Kuscheln. Wenn sie ganz eng nebeneinander in den Sonnenuntergang rennen habe ich manchmal Tränen in den Augen so schön ist das.

Aber wenn sie sich absprechen und Luna den eigentlich nicht jagenden Enki effektiv als Flügelmann einsetzt, dann zeigen sich die Schattenseiten des Teams. Oder wenn sie gemeinsam beschließen, dass ein bestimmter Hund der Erzfeind ist. Zwei Krawallbrüder an der Leine, die sich schön gegenseitig bestärken ohne den Mensch am Ende der eine auch nur als mehr als ein Hindernis wahrzunehmen. Schnell kann es passieren, dass ich da nur noch das dritte Rad am Wagen bin.

Zweithund – eine gute Idee? Oder ist ein Hund als Einzelhund glücklicher? Wir erzählen, wie es bei uns mit zwei Hunden klappt.

Zeit mit jedem Hund allein

Um so wichtiger ist es mir, mit beiden auch häufig alleine etwas zu unternehmen. Das mag zwar mehr Zeit kosten, aber es fördert die Bindung und tut mir auch einfach gut. Beide sind – allein mit mir unterwegs – noch mal völlig anders als zusammen. Die sonst auf der Überholspur rasende Luna kommt allein mit mir in Schnüffelstimmung und gemeinsam erkunden wir unseren Wald im Schneckentempo neu.

Der schneller, höher, weiter Maverick Enki kommt allein ebenfalls zur Ruhe, wenn auch nicht im Schneckentempo. Gemeinsam machen wir den Wald zum Abenteuerspielplatz und erklimmen umgestürzte Bäume.

Geholfen hat mir ein Buch von Patricia McConnell: Einmal Meutechef und zurück

Mehrhundehaltung – Buchtipp „Einmal Meutechef und zurück“

Ja, ein Zweithund ist eine gute Idee

miDoggy fragte diesen Monat, ob denn ein Zweithund eine gute Idee sei. [miDoggy Parade ] Zweithund – Eine gute Idee?

Mein Fazit ist ja. Hündische Kommunikation können wir nicht imitieren und es ist super spannend die zwei zu beobachten. Sie stützen sich gegenseitig und helfen sich bei Unsicherheiten.

Natürlich gibt es auch ein Aber: die beiden Hunde sollten sehr gut zueinander passen. Es ist eine hündische Beziehung und in einer Zwangsehe werden die wenigsten glücklich. Der Ersthund sollte also auf alle Fälle mehr als nur ein Wort mitreden. Und wie bei uns Menschen gibt es auch unter Hunden die Einzelgänger, die das gar nicht mögen und lieber allein mit ihrem Menschen sind. Unsere erste Hündin war so ein Exemplar und hat all die Jahre mit Paula perfektioniert, sie effektiv auszublenden. Paula existierte für Ronja einfach nicht. Damals haben wir aus mangelnder Beobachtungsgabe und Unkenntnis zwei Hündinnen in eine Zwangsehe gesteckt, die beide nicht glücklich machte.

Das zweite Aber ist die Interaktion mit uns Menschen. Zwei Hunde sind nicht einfach nur zwei Mal Futter, Zubehör und Tierarzt. Sie sind auch häufig zwei Mal Zeit. Die gemeinsame Qualitytime mit nur einem Hund ist unglaublich wichtig für die Bindung.

Wenn es aber passt ist es perfekt und macht auch zwei Mal Spaß.

Zweithund – eine gute Idee? Oder ist ein Hund als Einzelhund glücklicher? Wir erzählen, wie es bei uns mit zwei Hunden klappt.

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written by: Stephie
Bloggerin, Hundeverrückte, Heilpraktikerin, Homöopathin, Osteopathin, Schokosüchtige, Kaffeejunkie, Foto-Azubi, Wissenschafts-Coach

2 Comments

  • Jetzt musste ich erstmal googeln, wer Pat und Patachon sind. Und wofür TsD steht. Also gleich zwei Bildungslücken behoben. 😉 Enki und Luna passen wirklich wunderbar zusammen. Meine beiden sind nicht ganz so ein Dreamteam. Sie streiten zwar nie, machen aber auch sonst nicht so viel miteinander. Und die Erziehung des Rabauken hat Mia dann doch lieber mir überlassen. Ist ja viel zu anstrengend. 🙂

    Herzliche Grüße,
    Nora mit Mia und Kalle

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