Buch Die zweite Chance Titel

[Anzeige] Hunde aus dem Tierschutz haben bei uns Tradition. Schon unsere erste Hündin Ronja kam aus dem Tierheim. Paula übernahmen wir von unserem Tierarzt und auch Jamie, unser einziger Hund von einer Züchterin, war bereits 6 Monate als er zu uns kam.

Während ich das hier schreibe liegen unter meinem Küchentisch Enki, der Chaot aus dem Auslandstierschutz und Luna, die Prinzessin aus einer privaten Abgabe. So unterschiedlich all diese Hunde waren, so haben sie doch alle eine Gemeinsamkeit. Eine mehr oder weniger unbekannte Vergangenheit. Und es wundert mich nicht, dass uns der Kosmos Verlag ein Rezensionsexemplar des Buches *Die zweite Chance: Hunde mit Vergangenheit von Katharina von der Leyen und Inga Böhm-Reithmeier anbot.

Wer sind die Autorinnen?

Katharina von der Leyen schreibt auf ihrem Blog Lumpi4 aus dem Leben mit ihren acht Hunden. Sie ist Autorin diverser Hundebücher und schreibt Artikel für verschiedene Zeitschriften. Ihr Herz schlägt eindeutig für Hunde aus dem Tierschutz und so hat sie zusätzlich zu ihren eigenen Hunden schon viele weitere Hunde aufgenommen, ihnen den Weg ins Leben gezeigt und sie anschließend weitervermittelt. Bei ihrer Erfahrung mit Tierschutzhunden ist dieses Buch kein Wunder.

Inga Böhm-Reithmeier ist seit 20 Jahren Trainerin für Menschen mit ihren Hunden. Seit 2005 führt sie die Hundeschule Waldtraining in Bayern. Sie hat bereits das Buch Leinen los! zusammen Katharina von der Leyen geschrieben und ergänzt dieses Buch mit unglaublich vielen Praxisbeispielen aus ihrem Alltag als Hundetrainerin.

Buch Die zweite Chance - Hunde mit Vergangenehit aus dem Tierschutz

Worum geht es im Buch?

Kennst du diese Rasseratgeber? Die umfangreich über den züchterisch gewünschten Charakter der Rasse informieren, Tipps zu ersten Schritten im Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied geben und in denen auch ein kurzer Ausflug zu Gesundheit, Fütterung und Training nicht fehlt?

So ein Buch ist dieses – nur eben für Hunde aus zweiter Hand. Als ich das las dachte ich mir, das kann nie im Leben funktionieren. Wir haben es hier ja schließlich nicht nur mit häufig unbekannten Rassemischungen zu tun, sondern auch mit unterschiedlichen Erfahrungen. Die Hunde kommen nicht im Welpenalter, sondern in jedem Lebensalter in neue Familien. Der gemeinsame Nenner ist viel zu gering, als dass ein allgemeingültiger Ratgeber funktionieren könnte.

Aber überrascht stellte ich fest, dass es tatsächlich funktioniert. Vieles habe ich so mit tatsächlich fast allen meiner Hunde erlebt, vieles so gemacht, wie die beiden Autorinnen es beschreiben. Zumindest bei Enki und Luna, als ich schon Erfahrungen mit Hunden aus zweiter Hand sammeln konnte.

Überlegungen vor der Anschaffung

Das Buch beginnt schon vor der Anschaffung. Bereitet vor, auf das, was da kommen kann und hilft, die eigene Motivation zu verstehen. Dass reines Mitleid nicht die einzige Basis einer Entscheidung sein sollte, dürfte jedem klar sein. Trotzdem ist das schnell vergessen, die Logik über Bord geworfen, wenn man erst in traurige Hundeaugen schaut. Ich habe das selbst erlebt. Um so schöner, wenn man mit Hilfe des ersten Kapitels für sich überprüfen kann, was man eigentlich in einem Hund sucht.

Und auch der Ausblick auf die verschiedenen Möglichkeiten der Vermittlung fehlt nicht. Hier wird der Blick für seriöse Tierschutzorganisationen geschärft, damit die vermeintliche Rettung nicht am Ende doch Geld in die Kasse eines Vermehrers spült.

Weiter geht es mit einer ausführlichen Übersicht über die möglichen Verhaltensmerkmale, die einem begegnen können. Sei es der ängstliche, der vernachlässigte oder der misshandelte Hund. Auch ein Blick auf Parias, Jagdhunde, ehemalige Schutzhunde und Laborhunde fehlt nicht.

Buch Die zweite Chance - Hunde mit Vergangenehit aus dem Tierschutz

Willkommen Zuhause

Nachdem die Entscheidung gefallen ist, kommt der Tag des Abholens und die ersten Tage im neuen Heim. Beim Lesen stellte ich überrascht fest, wie sehr sich mein Verhalten mit jedem weiteren Hund dem hier Beschriebenen angenähert hat. Habe ich mir beim ersten Hund noch keine Gedanken um doppelte Sicherung gemacht und Ronja von Tag eins an stolz Familie und Freunden „vorgeführt“, durften Enki und Luna schon in ihrem Tempo sicher bei mir ankommen.

Erziehung und Sozialisierung

Auch hier merkte ich den analytischen Blick, was zu Beginn wirklich wichtig ist. Es interessiert einen Besitzer eines 2nd Chance Hundes erstmal nicht, oder Hund Sitz, Platz oder gar Pfote geben kann. Es geht in den ersten Monaten um das Erlernen von Alltagssituationen und in der Erziehung um das wichtigste Signal, das Abbruchsignal und um das Gehen an der Leine. Ein Hund wie Enki, der bis er als Halbstarker zu mir kam nie eine Leine kennengelernt hat, braucht viel Zeit und Geduld um diese vermeintliche Einschränkung zu erlernen.

Auch besondere Probleme wie Aggression und Angst werden aufgenommen und Lösungsansätze vermittelt.

Gesundheit und Futter

Wie der klassische Rasseratgeber schließt auch dieses Buch mit einer Übersicht möglicher Krankheiten mit besonderem Augenmerk auf Krankheiten von Hunden aus dem Ausland. Es werden aus meiner Sicht als Heilpraktikerin schöne Lösungsansätze vermittelt. Eine Übersicht über sinnvolle Fütterung gerade zu Beginn schließt das Buch.

Buch Die zweite Chance - Hunde mit Vergangenehit aus dem Tierschutz

Beispiele aus der Praxis

Durch das gesamte Buch werden nicht nur wunderschöne Fotos, sondern auch sehr interessante Beispiele aus der Praxis gezeigt. Und hier kommt auch mein einziger Kritikpunkt. Die Beispiele wirken wie per Zufallsprinzip eingestreut. So sind sie immer wieder mitten in einem Kapitel, das ich eigentlich nur weiterlesen möchte. Ich habe mich öfter dabei erwischt, wie ich über die Beispiele rüber geblättert habe, um das Kapitel weiterlesen zu können. Ich hätte mir gewünscht, dass die Beispiele zwischen zwei Kapiteln sind und nicht mitten drin. So hätten sie bei mir sicherlich mehr Beachtung gefunden, die sie eigentlich auch verdienen.

Kann ich das Buch empfehlen?

Von Herzen ja! Jeder, der schon einen Hund aus dem Tierschutz hat und vor allem jeder, der über Familienzuwachs nachdenkt, sollte dieses Buch lesen. Ich hätte vor zwanzig Jahren viel für so ein Buch gegeben, um aus den Erfahrungen anderer gleich lernen zu können und sie nicht selbst machen zu müssen.

Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich es direkt an eine Freundin weitergegeben habe, die zu diesem Zeitpunkt gerade nach einem passenden Hund aus dem Tierschutz suchte.

Das Buch wurde mir kostenfrei und bedingungslos vom Kosmos Verlag als Rezensionsexemplar überlassen. Trotzdem würde ich es dir nicht empfehlen, wenn es mich nicht überzeugt hätte. Die beiden Autorinnen haben etwas Wunderbares geschaffen. Hier ist die Quadratur des Kreises gelungen, einen Ratgeber zu schreiben, der diese immense Vielfalt aufnimmt, abbildet und mit Problemen nicht ohne durchdachte Lösungsansätze zurücklässt.

Nachdem mich das Autorenteam so überzeugt hat, werde ich mir nun das andere Buch der beiden kaufen. *Leinen los! Freilauftraining für den Hund (GU Tier Spezial) Denn psst, wir haben hier noch so eine klitzekleine Baustelle.


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written by: Stephie
Bloggerin, Hundeverrückte, Heilpraktikerin, Homöopathin, Osteopathin, Schokosüchtige, Kaffeejunkie, Foto-Azubi, Wissenschafts-Coach

6 Comments

  • Das liest sich wirklich gut – und wird mal gespeichert … wie oft bin ich auf der Suche nach einen Geschenk für Hundeleute 😉 Vielleicht werfe ich dann auch mal einen Blick rein – ich sage ja immer, unsere Hunde sind alle auf die eine oder andere Weise Überraschungspakete.
    Bei uns lebten / leben ja auch Hunde aus dem Tierschutz – nicht nur, aber auch. Da finde ich gerade auch ein solches Buch wirklich wichtig. Denn viel zu oft müssen gerade Tierschutzhunde wieder zurück, weil sie eben nicht ganz einfach sind und man ihnen oft nicht einmal die Chance gibt wirklich anzukommen!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    • Ja, da ist so ein Geschenk wirklich Gold. Ich denke, dass es einen gut vorbereiten kann, was da so kommen mag. Wenn man wie wir erstmal ein paar Hunde „durch“ hat, ist es immer noch interessant, aber hauptsächlich würde ich es Lesern mit keiner oder wenig Erfahrung mit Hunden aus dem Tierschutz empfehlen.

  • Das klingt gut. Meine beiden Hunde sind „Second Hand“ und ich habe vorher nicht darüber nachgedacht, ob sie eine andere Herangehensweise benötigen. Zeit habe ich ihnen zwar gegeben, das große Versäumnis war jedoch meine Heranführung an die Außenwelt – das rächt sich nun in einigen Baustellen. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass ein solches Buch sehr hilfreich sein kann.

    • Das Buch ist wirklich eine tolle Vorbereitung. Wie ich ja geschrieben habe: Ich wünschte, es hätte so ein Buch schon viel eher gegeben. Ich werde es definitiv öfter verschenken. Denn so ein paar Freundinnen in meinem Umfeld träumen vom süßen dankbaren geretteten Hund. 😉
      Enki ist da auch kein gutes Gegenbeispiel und dass der Chaot verdammt viel Arbeit verlangt, sehen die meisten ja nicht.

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