Wurmbefall beim Hund mit natürlichen Mitteln _ Titel

Wie man es auch dreht und wendet, Würmer beim Hund sind ein ekliges Thema. Besonders wenn man darüber nachdenkt, dass unser Hund die Würmer auch auf uns übertragen kann. Es geht hier also nicht nur um den Schutz unseres geliebten Hundes, sondern ebenfalls darum uns, unsere Kinder, unsere Verwandten und Freunde zu schützen.

Da wundert es nicht, dass viele Tierärzte nach wie vor eine Wurmkur zwei bis vier Mal im Jahr postulieren. Aber ist das überhaupt nötig? Und gibt es nicht andere Möglichkeiten?

Fangen wir erstmal mit dem allgemeinen Begriff „Würmer“ an. Welche Würmer kommen überhaupt beim Hund vor und können diese auch für den Menschen gefährlich sein?

Welche Würmer gibt es

Der Spulwurm

Er steht nicht umsonst immer an erster Stelle, denn der Spulwurm kommt bei unseren Hunden am häufigsten vor.

Unser Hund infiziert sich oral, also über den Mund, indem er mit Spulwurmeiern verseuchtes schluckt. Auch eine Übertragung von Hund zu Hund ist möglich. Gerade in Parks, Grünanlagen und auf Hundefreilaufflächen finden sich Unmengen Spulwurmeier.

Bei erwachsenen gesunden Hunden verursacht eine geringe Anzahl von Spulwürmern noch keine Symptome. Aber bei massivem Befall oder bei Tieren mit schwächerem Immunsystem, wie zum Beispiel Welpen, kranken oder älteren Hunden können folgende Symptome auftreten:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • aufgeblähter Bauch
  • Appetitverlust
  • Müdigkeit
  • Glanzloses, struppiges Fell

Übertragen auf den Menschen nennt sich die Krankheit dann Toxokarose. Da die Toxokarose nicht meldepflichtig ist, gibt es keine genauen Zahlen. Aber es wird geschätzt, dass pro Jahr einige hundert Menschen daran erkranken.

Spulwürmer und deren Larven lassen sich durch Wurmkuren aus der Tierarztpraxis erfolgreich abtöten.

Der Lungenwurm

In den letzten Jahren ist auch vermehrt der Lungenwurm in Deutschland anzutreffen. Infizieren können sich Hunde, indem sie Nackt- oder Gehäuseschnecken, Mäuse oder Vögel fressen.

Lungenwürmer befallen die Arterien der Lungen und die rechte Herzhälfte. Es folgen Entzündungen der Lunge, Blutgerinnungsstörungen und Symptome wie Appetitlosigkeit und Leistungsminderung. Bei einer anderen Art der Lungenwürmer tritt häufiger chronischer Husten auf.

Auch gegen Lungenwürmer gibt es eine Entwurmung beim Tierarzt.

Der Hakenwurm

Hakenwürmer kommen seltener vor als Spulwürmer. Die Larven können wieder durch orale Aufnahme in den Hund kommen oder auch durch die Haut des Hundes.

Symptome des Hakenwurms sind:

  • Anämie sowie blutiger und breiiger Kot
  • Verstopfungen
  • Glanzloses, stumpfes Fell
  • Abmagerung
  • Bauchschmerzen

Hakenwürmer werden selten auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind jedoch kranke und immunschwache Menschen.

Auch die Hakenwürmer werden durch die übliche Wurmkur vernichtet.

Würmer beim Hund

Der Peitschenwurm

Peitschenwürmer sind zwar selten, aber wenn ein Befall vorliegt, wird man sie schwer wieder los. Sie können über Jahre in der Umwelt überleben, und es kommt immer wieder zu erneuten Infektionen. Gerade für Tierheime und Hundepensionen können sie daher zu einem ernsten Problem werden.

Die Symptome gleichen denen bei Hakenwurmbefall:

  • Anämie sowie blutiger und breiiger Kot
  • Verstopfungen
  • Glanzloses, stumpfes Fell
  • Abmagerung
  • Bauchschmerzen

Auf den Menschen sind Peitschenwürmer allerdings nicht übertragbar.

Auch Peitschenwürmer können durch Wurmkuren entfernt werden.

Der Herzwurm

Herzwürmer kommen vor allem im Mittelmeerraum vor und werden durch Stechmücken übertragen. Aber da zum Beispiel die Asiatische Tigermücke auch bei uns immer heimischer wird, können sie in den nächsten Jahren mit immer wärmerem Klima auch nach Deutschland vorrücken.

Symptome des Herzwurmbefalls sind:

  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Atembeschwerden
  • stumpfes Fell
  • Vergrößerung des Unterleibs

Eine Übertragung auf den Menschen ist unwahrscheinlich.

Es gibt Wurmmittel, die direkt gegen den Herzwurm und seine Larven wirken. Der Wirkstoff ist aber auch immer häufiger in den Standard Wurmkuren zu finden.

Bei der Reise in Mittelmeerländer kann es auch sinnvoll sein, vorbeugende Maßnahmen gegen Stechmücken zu verwenden.

Bandwürmer

Segmente des Bandwurms werden über den Kot ausgeschieden, genau wie seine Eier. Bandwurmbefall kann man also schon mit dem bloßen Auge erkennen, wenn man genau hinsieht. Bandwurmeier können vom Hund oral aufgenommen werden oder bei Flohbefall übertragen werden.

Häufig verläuft der Befall mit Bandwürmern symptomlos. Erst bei größerem Befall oder bei jungen oder geschwächten Tieren kann es zu Problemen kommen.

Symptome für einen Bandwurmbefall sind:

  • Gewichtsverlust
  • juckender Analbereich („Schlittenfahren“)
  • Durchfall
  • stumpfes Fell
  • zusätzliches Lecken des Analbereiches

Auch wir Menschen können uns mit dem Bandwurm infizieren.

Bandwürmer werden ebenfalls durch die üblichen Wurmkuren vernichtet.

Würmer beim Hund

Entwurmung nach ESCCAP (European Council Companion Animal Parasites)

Das ESCCAP  gibt das Schema vor, nach dem auch hier in Deutschland Hunde in Risikogruppen eingestuft werden und die Intervalle der Entwurmungen empfohlen werden. Auf der Seite von ESCCAP kann man dazu Folgendes lesen:

„Bei Tieren dieser Risikogruppe ist es in der Regel sinnvoll, 4 Mal im Jahr eine Entwurmung durchzuführen bzw. eine Kotuntersuchung vornehmen zu lassen und bei Wurmbefall zu behandeln. Einzige Ausnahme: Hunde, die rohes Fleisch, insbesondere Innereien wie Leber und Lunge erhalten, das zuvor nicht ausreichend erhitzt oder gefroren wurde, sollten alle 6 Wochen gegen Bandwürmer behandelt werden. Die individuell genau für Ihr Tier empfohlenen Abstände zwischen Kotuntersuchungen bzw. Entwurmungen können Sie hier in unserem Test „Wie oft muss ich entwurmen?“ ermitteln.“

Einem Test kann ich ja nie widerstehen und habe den gleich für meine beiden Hunde ausgefüllt. Das Ergebnis ist folgendes für meine beiden Hunde mit Freilauf unter Beobachtung, die keinen Kot fressen und nicht jagen dürfen, aber gebarft werden. Wobei wir hier die Zeit und Temperatur der Larven- und Eivernichtung durch Tieffrieren einhalten – das Fleisch kommt nämlich schon tiefgefroren. Aber ESCCAP unterscheidet da nicht.:

„Das Risiko Ihres Tieres, sich mit Würmern anzustecken, scheint etwa im Durchschnitt zu liegen. Es scheint daher sinnvoll, dass Sie Ihr Tier 4 x im Jahr gegen Spul- und Bandwürmer behandeln.

Alternativ können Sie auch den Kot Ihres Tieres 4 x im Jahr untersuchen lassen und Ihr Tier nur behandeln, wenn ein Wurmbefall festgestellt wird. Besprechen Sie diese Empfehlung mit Ihrer Tierarztpraxis und lassen Sie sich individuell beraten.“ 

Das von ESCCAP empfohlene Entwurmungsschema mit Intervallen auch für Welpen und Wirkstoffe kannst du in Gänze hier nachlesen: Darmparasiten

Das Problem mit der Wurmkur

Trotz des schönen Namens handelt es sich hier keineswegs um eine Kur. Wurmmittel sind Medikamente, die die Würmer lähmen, damit sie so ausgeschieden werden. Und auch unser Hund nimmt diese Wirkstoffe natürlich aus dem Darm auf. Ob das nun dauerhaft zu Schäden beim Hund führt oder nicht, darüber streiten sich nach wie vor die schulmedizinischen und naturheilkundlichen Geister. Sicher ist jedoch, dass Wurmkuren nicht vorbeugend wirken, sondern nur, wenn der Hund tatsächlich einen Wurmbefall hat. Und wie bei allen Eingriffen in den Körper des Hundes gilt für mich der Grundsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Um den Hund nun nicht unnötig mit Wurmmitteln zu belasten, bleibt die Alternative einer regelmäßigen Kotuntersuchung auf Befall.

Der Wurmtest – Kotuntersuchung

Ganz wichtig ist hier, dass man sich strikt an die Vorgaben hält und eine Sammeluntersuchung macht, also an drei unterschiedlichen Tagen Kotproben entnimmt. Da Wurmeier und Larven nicht mit jedem Stuhlgang ausgeschieden werden, ist nur so eine klare Aussage möglich.

Die Kotuntersuchung kannst du entweder über deinen Tierarzt machen lassen, der die Proben dann ins Labor schickt, oder du kannst auch selbst im Internet einen Wurmtest bestellen.

In beiden Fällen bist du gefordert, wirklich konsequent die 3 Kotproben an den 3 Tagen nach Anleitung zu sammeln. Da das vielen anscheinend zu eklig ist oder sie die Anweisungen nicht ernst genug nehmen, führt dies wieder dazu, dass bekannte Tierärzte sich für die prophylaktische Gabe aussprechen, insbesondere wenn Kleinkinder oder ältere immunschwache Menschen im Haus leben. Die Empfehlung hier hat dann weniger mit Gedankenlosigkeit oder Geldmache zu tun, sondern mehr mit wiederkehrenden Erfahrungen der Tierärzte, dass viele Menschen desinteressiert oder faul sind. Und das finde ich persönlich extrem schade!

Ich persönlich entscheide mich für den Wurmtest beim Tierarzt, weil ich so gleich mögliche Symptome mit ihm absprechen kann und ich meinen Tierarzt gerne mit so einem Wurmtest finanziell unterstütze.

Würmer beim Hund

Vorbeugung mit natürlichen Mitteln

Ein Wurmmittel vom Tierarzt kann nicht gegen Würmer vorbeugen. Und auch kein naturheilkundliches Mittel der Welt kann das.

Die einzige effektive Vorbeugung ist ein gesundes Immunsystem des Hundes. Und hierbei können wir helfen. Den Darm und damit das Immunsystem können wir mit gesundem Futter und Kräutern unterstützen. Und eigentlich selbstverständlich, dennoch erwähnt, sind tägliche Spaziergänge an der frischen Luft, frisches sauberes Wasser und genug Ruhezeiten gut für das Immunsystem unseres Hundes.

Wenn du das Futter deines Hundes mit Kräutern ergänzen möchtest, halte mal nach speziellen Kräutermischungen zur Unterstützung bei Wurmbefall oder für das Immunsystem Ausschau.

Natürliche Mittel gegen Würmer

Bisher haben meine Hunde noch keinen Wurmbefall gehabt. Und sollte es vorkommen, würde ich wahrscheinlich selbst ein übliches Wurmpräparat vom Tierarzt nehmen, da das bei uns wirklich selten Verwendung finden würde.

Der einzige Wurmbefall, an den ich mich erinnern kann war vor 8 Jahren, bei einem damals 6 Monate alten Hund der zu uns kam.

Dennoch gibt es Empfehlungen für natürliche Mittel, die bei Wurmbefall helfen sollen. Allerdings solltest du hier wirklich regelmäßig den Test wiederholen, um sicher zu sein, dass sie auch gewirkt haben. Und die Hygiene im Umgang mit deinen Hunden solltest du noch mal verschärfen. Denn hierbei geht es in meinen Augen vorrangig um den Schutz des Menschen.

Die naturheilkundliche Behandlung bezieht sich immer nur auf Spul- und Bandwürmer. Würmer wie der Herzwurm gehören in jedem Fall in schulmedizinische Behandlung.

Nahrungsmittel

Empfohlen werden hier pürierte und gekochte Möhren, Ananas frisch oder als Pulver, Kokosöl und Kokosraspeln, Kürbiskerne, Petersilie und Thymian.

Homöopathie

Für eine bessere Verträglichkeit des Entwurmungsmittels vom Tierarzt wird die Gabe von einmalig 5 Globuli Calcium carbonicum D12 nach dem Wurmmittel empfohlen.

Bei Spulwürmern lautet die Empfehlung Abronatum D6 eine Woche lang 5 Globuli 3 Mal täglich. Bei Bandwürmern hingegen Cina D6, ebenfalls 5 Globuli für eine Woche 3 x täglich.

Natürlicher Aufbau deines Hundes nach Befall

Egal, ob du nun ein Wurmmittel vom Tierarzt nutzt oder deinen Hund mit natürlichen Mitteln wurmfrei bekommst, im Anschluss solltest du das Immunsystem und die Darmflora deines Hundes mit einer Kur wieder aufbauen.

Dafür eigenen sich für einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen:

  • Verdauungsenzyme für Hunde
  • Probiotische Nahrungsergänzung
  • Ergänzung mit B-Vitaminen
  • Vitalpilze wie zum Beispiel Mandelpilz, Raupenpilz, Reishi und Maitake
  • Kräutermischungen für das Immunsystem mit zum Beispiel Hagebutten, Taigawurzel, Schwarzkümmelsamen, Purpursonnenhut, Zistrose
  • Honig oder Propolis

Im Zweifelsfall behandele bitte nicht einfach drauf los, sondern sprich mit deinem Tierarzt oder deinem Tierheilpraktiker. Und vergiss nicht zu überprüfen, ob deine Maßnahmen gewirkt haben.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der AGILA Haustierversicherung.
Vielen Dank an Hannah, für die Unterstützung und an die AGILA im Allgemeinen für das Sponsoring.

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