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Gesundheit Hund

Warum impfen wir überhaupt und was für Impfschäden kann es geben

Im letzten Teil unserer Impfreihe geht es um die Frage, warum wir überhaupt impfen und was für Impfschäden vorkommen können. Am Ende erzählt eine Freundin Dir von ihrem Hund mit Impfschaden.

Der Sinn einer Impfung

Mit einer Impfung können wir nicht das Eindringen des Erregers verhindern. Aber wir geben dem Körper einen Vorsprung, schneller reagieren zu können.

Wir konfrontieren den Körper mit Impfantigenen und sorgen so dafür, dass das Immunsystem den Erreger und damit Feind schon kennenlernt. Da der Erreger in einer Impfung in der Regel aber bereits unschädlich gemacht wurde, fällt die tatsächliche Erkrankung weg. Es gibt auch noch Passivimpfungen, bei denen nicht Antigene sondern fertige Antikörper verabreicht werden. Da diese Impfungen aber selten vorkommen, konzentriere ich mich hier auf die klassische Impfung.

Eine Impfung ist also im Grunde nichts anderes, als eine kontrollierte Infektion. Die Immunzellen werden aktiviert und setzen sich mit dem Erreger auseinander. Es werden Antikörper und B- sowie T-Gedächtniszellen gebildet. Die Antikörper reagieren direkt auf den Erreger, sie werden aber auch nach und nach wieder abgebaut. Der Körper hat einen Hang dazu, sehr wirtschaftlich zu arbeiten und nicht mehr benötigtes abzubauen und die Bestandteile zu recyclen. Deshalb sinkt der Impftiter. Die Gedächtniszellen reagieren auf einen bekannten Erreger und sorgen dafür, dass schneller wieder neue Antikörper gebildet werden, das Immunsystem quasi schneller Gewehr bei Fuß steht. Und mit schneller ist hier wirklich fix gemeint. Statt Tage bis Wochen, wie bei der Erstinfektionen, braucht der Körper mit Hilfe der Gedächtniszellen nur Stunden. Leider sind sie nicht so einfach nachzuweisen, wie die Antikörper. Sie bleiben aber sehr viel länger erhalten und wären somit der zuverlässigere Marker, ob eine Impfung noch schützt.

Impftiter

Im Prinzip kann man also sagen, wenn ein Impftiter vorhanden ist – egal wie hoch oder niedrig – hat der Körper sich mit dem Erreger auseinandergesetzt und die Impfung war erfolgreich. Für das Immungedächtnis ist es also wichtig, dass die Impfung funktioniert hat. Es muss aber nicht jedes Jahr oder alle paar Jahre daran erinnert werden. Unser Körper benötigt das schulische Stilmittel der Wiederholung nicht wirklich. In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass Impfungen über Jahre, wenn nicht gar ein Leben lang vorhalten. Darauf basiert das progressive Impfschema, dem ich folge und das ich in meinem letzten Artikel vorgestellt habe. Wenn Du mehr wissen möchtest, auch, was für Studien durchgeführt wurden, empfehle ich Dir das Buch „Hunde impfen mit Verstand“ von Monika Peichl. Zum Thema Impftiterbestimmung möchte ich Dir folgenden Blogbeitrag ans Herz legen: DOI und Titerkontrollen

Im Großen und Ganzen macht es also Sinn, die „leichte“ Form der Erkrankung mittels Impfung in Kauf zu nehmen, um eine schwerere Erkrankung möglichst zu vermeiden. Das funktioniert allerdings nur bei verschiedenen Viruserkrankungen, wie Tollwut, Staupe und Parvovirose, gut. Impfstoffe gegen Bakterien, Protozoen und Pilze wirken meist schlecht und haben nur eine kurzzeitige Wirkung. Deshalb sind Impfungen gegen zum Beispiel Leptospirose oder Borreliose sehr kritisch zu betrachten. Nicht selten ist hier der Schaden durch immer wiederkehrende Impfungen größer, als der tatsächliche Nutzen.

Schäferhundmischling im Schnee mit Schaf-Plüschtier

Impfschäden

Impfschäden, also Folgen der Impfung, müssen wir von Impferkrankungen unterscheiden. Bei einer Impferkrankung erkrankt unser Hund an der Krankheit, gegen die eigentlich nur geimpft werden sollte. Das kann am nicht richtig zubereiteten Impfstoff oder an einer schwachen Immunlage unseres Hundes liegen.

Impfschäden oder auch Impffolgen kommen vermutlich sehr viel häufiger vor, als allgemein angenommen wird. Das geht damit los, dass eine Erkrankung sicher in Verbindung mit der Impfung gebracht werden muss und endet nicht zuletzt bei einem passiven Meldesystem, bei dem der Tierarzt schon viel Energie aufbringen muss, um einen möglichen Impfschaden zu melden. Das Paul-Ehrlich Institut[1] zum Beispiel nennt eine Quote von 1:30.000. Eine Studie von Moore et al. aus dem Jahre 2005, in der Daten einer amerikanischen Tierklinikkette ausgewertet wurden (rund 1,2 Millionen Hunde), kommt allerdings auf eine Quote von 0,38 Prozent (114,6:30.000). Und da sind nur sichere Fälle miteingerechnet, die binnen 72 Stunden nach der Impfung auftraten. Wir können also davon ausgehen, dass Impffolgen häufiger auftreten, als erfasst wird. Und somit eine nicht zu bagatellisierende Gefahr für unsere Tiere darstellen.

Was kann nun also einen Impfschaden auslösen?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Einerseits kann der Impfstoff an sich nicht in Ordnung sein. Es können Fremderreger enthalten sein oder die Impferreger wurden nicht weit genug abgeschwächt.

  • Es kann sein, dass Dein Hund krank war oder aus anderen Gründen zur Zeit der Impfung ein geschwächtes Immunsystem hatte.
  • Nach einer Impfung kann auch eine Immunsuppression stattfinden, also eine Verringerung bestimmter Immunzellen. Oder auch eine Verschiebung des Immunsystems, zum Beispiel durch eine Verringerung der zellvermittelten Abwehr zu Gunsten der humoralen Abwehr. Dies kann ein Grund sein, dass Tiere nach Impfungen verstärkt für bakterielle Infektionen, wie zum Beispiel Ohr- oder Blasenentzündungen, anfällig sind.
  • Die Impfstoffe enthalten häufig Zusätze, die die Impfwirkung verstärken sollen, in dem zum Beispiel eine begrenzte Entzündungsreaktion (durch Aluminiumhydroxid) ausgelöst wird. Die Entzündungsreaktion kann aber auch stärker ausfallen, als gewünscht. Das kann von Fieber über Blutdruckabfall bis hin zum Schock führen. Über dieselbe Wirkkette können auch bakterielle Impfstoffe Entzündungen bis hin zum Hirnschaden auslösen. Dies wird umso wahrscheinlicher, je mehr inaktivierte Bakterienbestandteile plus dann vielleicht noch Zusätze enthalten sind. So zum Beispiel bei einer gleichzeitigen Impfung gegen Tollwut, Leptospirose und Borreliose.
  • Generell kann es zu Problemen kommen, wenn Impfungen zusammen verabreicht werden. Kombiimpfungen (wie SHP) werden zumindest gemeinsam getestet. Häufig wird gleichzeitig mit der Kombiimpfung noch mehr verabreicht. Es wurden neurologische Störungen bei Hunden beschrieben, die gleichzeitig eine Staupe-Hepatitis Impfung und eine Parvo-caniner Coronavirus Impfung erhielten. Umso mehr Impfstoffe kombiniert werden, desto höher steigt das Risiko eines Impfschadens.
  • Natürlich können auch Überempfindlichkeitsreaktionen, also Allergien, gegen einen oder mehrere Bestandteile der Impfung auftreten. Das kann lokal an der Einstichstelle oder aber auch generalisiert im ganzen Körper sein. Da eine Allergie üblicherweise erst beim zweiten Kontakt mit dem Allergen ausbricht, treten diese folgen auch erst nach der zweiten Impfung auf. Die erste kann Dein Hund noch augenscheinlich prima vertragen haben. Wenn Dein Hund schon mal eine schwere Überempfindlichkeitsreaktion gezeigt hat, sollte nicht mehr geimpft werden. Auch ein Impfstoff eines anderen Herstellers unterscheidet sich da kaum. Problematisch ist hier natürlich die Tollwutimpfung, da die wenigsten Veterinärämter hier eine schriftlich fixierte Ausnahme von der Regel machen würden. In den USA kann man solche Tiere jedoch von der Tollwut-Nachimpfung befreien lassen.
  • Impfungen können auch Krebs, die Impfsarkome auslösen. Hier handelt es sich um Tumore des Bindegewebes, die an Impfstellen auftreten. Es wird davon ausgegangen, dass hier wiederkehrende Impfungen mit zusatzhaltigen Impfstoffen an immer wieder den gleichen Stellen Entzündungsreaktionen auslösen, die dann am Ende zur Entwicklung des Tumors führen. Diese Form des Tumors kommt allerdings häufiger bei Katzen vor, als bei Deinem Hund. Bisher sind nur wenige Hunde mit Impfsarkom beschrieben worden.
  • Impfungen können zu Autoimmunerkrankungen führen, bei denen das Immunsystem körpereigene Zellen angreift. Die Entstehung von Autoimmunerkrankungen ist nicht vollständig geklärt. Hier spielen genetische Faktoren genauso eine Rolle wie äußere Einwirkungen oder Umweltfaktoren. Dass Impfungen den Ausbruch von Autoimmunerkrankungen fördern, wird in der Regel abgestritten. Erst einige Spezialisten der Humanmedizin äußern sich in diese Richtung.
  • Es gibt auch Berichte über Probleme am Bewegungsapparat nach Impfungen. Zum Beispiel Arthritis nach Borreliose-Impfungen oder auch HOD, eine Krankheit mit Fieber, Entzündungen, Gelenkschmerzen, vermindertem Appetit und Abgeschlagenheit, die überwiegend bei großen Rassen wie zum Beispiel Weimaranern auftritt. Beim Hund wird der Zusammenhang von Staupeviren im Gelenk und dem Auftreten von Arthritis diskutiert, da bei Kindern mit nach der Impfung auftretender Arthritis Rötelnviren im Gelenk nachgewiesen werden konnten.
  • So gut wie gar nicht erforscht sind neurologische Störungen nach Impfungen. Gelegentlich werden Krampfanfälle oder Epilepsie beschrieben. Auch Muskelschwund, Zittern, Koordinationsstörungen, schwäche, usw. können vorkommen.[2] In den USA wurde der Zusatz Thiomersal übrigens mit steigenden Fällen von Autismus in Verbindung gebracht[3] und darf daher in Impfungen für Kinder nicht mehr verwendet werden. Für unsere Hunde wurde nichts beschrieben, aber es würde mich nicht wundern, wenn da auch ein Zusammenhang zu Verhaltensänderungen bestehen würde.

Australian Shepherd und Mischling toben im Schnee

Was ist eine normale Impfreaktion?

Normale und häufige Impfreaktionen können Fieber, Abgeschlagenheit, Schmerzen und Entzündungen an der Impfstelle sein. Es kann zu Appetitlosigkeit, Augenentzündungen, Durchfall und Erbrechen kommen. Sie gelten als harmlos und sollten binnen kurzer Zeit wieder abklingen.

Was kann ich tun?

Natürlich solltest du Dir erstmal überlegen, ob und wogegen du impfst. Dazu habe ich bereits in der letzten Woche geschrieben: Impfschemata

Du solltest vor der Impfung darauf achten, dass Dein Hund top fit ist. Keiner kennt Deinen Hund besser als Du. Wenn du nach der Impfung Entgiftungserscheinungen beobachtest (Durchfall, vermehrt trinken und urinieren) solltest du es als das nehmen, was es ist: Entgiftung. Auf keinen Fall hier direkt den Durchfall stoppen. Das ändert sich natürlich, wenn der Durchfall länger anhält oder noch Fieber hinzukommt. Es wäre aber falsch, schon beim ersten Anzeichen gleich die Morosche Karottensuppe anzusetzen. Unterstützen kannst du den Entgiftungsprozess mit Chlorella und Spirulina.

Homöopathisch kannst Du eigentlich erst eingreifen, wenn verwertbare Symptome auftauchen. Anhand derer sollte dann ein individuelles Mittel gewählt werden. Obwohl es den Grundsätzen der klassischen Homöopathie wiederspricht, haben viele Besitzer gute Erfahrungen damit gemacht, direkt nach der Impfung Thuja[4] zu geben. Wenn sich ein Abszess an der Impfstelle entwickelt, kann auch Silicea helfen.

Ich selbst gebe Thuja nach Impfungen. Chlorella oder Spirulina gebe ich erst, wenn ich das Gefühl habe, mein Hund ist nicht ganz auf dem Damm, kämpft mit etwas (auch nach Narkosen).

Wenn konkret Impfschäden aufgetreten sind, kannst Du über Nosoden nachdenken. Die Nosodentherapie nimmt in der Homöopathie einen besonderen Stellenwert ein, da hier eine Heilung mit dem gleichen Stoff erfolgen soll, der die Krankheit auslöst. Da Impfungen ja keine natürliche Krankheit sind, wäre das ein Weg, den ich gehen würde. Problematisch ist, dass Du die Nosoden passend zum geimpften Erreger bekommst. Das hilft natürlich wenig, wenn Dein Hund auf einen der Zusätze reagiert hat. Aber einen Versuch wäre es wert. Meines Wissens nach erhältst du Nosoden ausschließlich in diesen Apotheken:

Remedia Apotheke

Odilien Apotheke

Impffolgen homöopathisch gesehen

Dr. med. vet. Richard H. Pitcairn, ein ganzheitlich arbeitender Tierarzt aus den USA, hat für die Staupe und die Tollwut die akuten Symptome betrachtet und daraus chronische Symptome abgeleitet.[5] Die akuten Symptome werden wir wohl kaum zu Gesicht bekommen. Die von ihm abgeleiteten chronischen Symptome (rechte Spalte) können jedoch helfen, das Puzzle eines Impfschadens detektivisch zu lösen. Bitte gehe mit diesen Informationen sorgsam um. Wenn Symptome auftreten, kläre mit deinem Tierarzt ab, ob sich nicht eine andere Krankheit dahinter verbirgt. Suche Dir Hilfe bei einem guten Tierheilpraktiker. Auf keinen Fall nimm die Symptome und behandele fröhlich allein drauf los.

Symptome der Staupe und verwandte klinische Formen

Wässriger Augen- und Nasenausfluss.Tendenz zu flüssigem Nasenausfluss, kleine Tropfen, die runterfallen
BindehautentzündungChronische Bindehautentzündung, Augenausfluss, Entropium
Erbrechen und Durchfall, Appetitverlust.Chronische Gastritis, Hepatitis, Pankreatitis, Appetitstörungen
Wässriger Kot, mit Schleim, explodierend und oft blutig, deutliches Unwohlsein, Gewichtsverlust und Tod.
Schwerer, übelriechender Durchfall
Wiederholter chronischer Durchfall
Nahrungsempfindlichkeit mit entsprechendem Durchfall folgend
Zuckungen, Krämpfe, Epilepsie ähnliche Anfälle
Gliederlähmungen
Epilepsie, Hinterhandlähmungen, Spondilose
Ausschläge rund um das Maul, wo die Haare die nackte Haut der Lippen berühren.Lippenfaltenekzeme
Allergische Reaktionen am Kopf
Geschwollene Füße, rote BallenGewohnheit Füße zu lecken,
Pusteln zwischen den Zehen, Entzündungen und Schwellungen der Zehen und Fußballen, Zwischenzehen-Dermatitis
LungenentzündungZwingerhusten, chronische Bronchitis
Hautausschläge, Pusteln am Bauch, an den Innenschenkeln und auch anderswo.Chronische Hauteruptionen am Bauch, an den Innenschenkeln und auch anderswo.
Chronische Dermatitis
AbmagerungSchwächliche Konstitution, magere Erscheinung, Abmagerung wegen schlechtem Appetit

Symptome der Tollwut und verwandte klinische Formen

Ruhelosigkeit, Unwohlsein, Besorgnis und zunehmende Boshaftigkeit. Die Verhaltensweisen werden vorzugsweise gegenüber Fremden gezeigt.Rastlose Natur, misstrauisch gegenüber anderen, unfreundlich zu anderen Hunden, bösartig gegenüber anderen Tieren, Wille zum Töten. Aggression und Misstrauen gegenüber Fremden, speziell Leute in Uniformen.
Hunde, normalerweise anhänglich, verstecken sich und scheuen Gesellschaft.Verhaltensänderung zur Unnahbarkeit, von anhänglich zu eigenbrötlerisch.
Hunde, normalerweise selbstsicher und unabhängig, werden ungewöhnlich anhänglich und klebrig (eine Form von Ängstlichkeit).Klebriges Verhalten, Angst vor dem Alleinsein. Folgen dem Besitzer auf Schritt und Tritt. Möchten physischen Kontakt.
Verlangen nach weiten Ausflügen über lange Distanzen.Tendenz, dem Eingesperrtsein zu entfliehen und zu streunen.
Wenn nicht davon abgehalten, kauen sie wild an Metallketten und allem, was sie vom Weggehen abhält.Versuche, sich selbst von hysterischem, aggressivem Verhalten zurückzuhalten. Die Gegenwehr kann so extrem werden, dass sie zu Selbstverletzung führt.
Der Hund kann sich selbst schwere Bisswunden zufügen.Selbstverstümmelung, Schwanznagen, Pfoten- und Zehennagen (oft bei schweren Allergien oder nervösen Störungen).
Seltsame Schreie und heiseres Heulen (teilweise Lähmung der Stimmbänder).Veränderte Stimme, Heiserkeit. Exzessive Tendenz zum Bellen oder sonstigen Tönen.
Kein Interesse am Futter.Chronischer, schlechter Appetit, sehr speziell in Bezug auf Futter, heikel.
Unfähig zu schlucken, wegen Lähmung der entsprechenden Muskeln.Lähmung oder teilweise Lähmung am Mund, Zunge oder Kehle, schlampige Fresser oder Trinker, Tendenz zu sabbern oder zu tropfen.
Starrer Blick mit Erweiterung der Pupillen.Sehschwäche bis Verlust, Katarakt-Bildung, Sehfehler.
Unfähigkeit die Augen zu schließen, Kornea wird trocken und trübe.Keratitis sicca, „trockenes Auge“
Schluckt Holzstücke, Steine, eigenen Kot und andere seltsame Dinge.Gewohnheit Holz, Steine, Stöcke, Erde zu fressen. Exzessives Verlangen nach Kot (eigenem oder von anderen Tieren).
Zerstörung von Decken, Tüchern und Kleidern.Zerstörerisches Verhalten und Zerreißen von Decken und Tüchern.
Krampfhafte Anfälle.
Muskel-Inkoordination.
Anfälle, Epilepsie, Veitstanz, Zuckungen etc.
Ataxie.
Quälende Schmerzen und Zuschnüren der Kehle, Krämpfe in der Kehle.Psychomotorische Anfälle.
Gesteigertes, sexuelles Verlangen, abnormer und gewaltsamer Geschlechtstrieb.Gesteigertes, sexuelles Verlangen auch bei kastrierten Rüden, Aufreiten, sexuelle Aggression.
Entzündung des Herzmuskels, gestörte Herzfunktion, unregelmäßiger Herzrhythmus, Herzschlag zu langsam oder zu schnell, Herzversagen.Unregelmäßiger Puls, Herzversagen.
Perioden von Aufgeregtheit und stoßartigem Atem, Schwallatmung.Anfälle von Rückwärtsniesen.

Herdenschutzhund-Mischling tobt im Schnee mit Spielzeug

Anatomie eines Impfschadens

Eine Freundin hat einen Problemhund, bei dem alles darauf hindeutet, dass seine Verhaltensstörungen Konsequenz eines Impfschadens sind. Sie, der Tierarzt und der zugezogene Tierheilpraktiker sehen das als die wahrscheinlichste Ursache. Nachweisbar ist es leider nicht.

Dieser Hund wurde bei ihr geboren, hat also eine bis zur Geburt bekannte Vorgeschichte. Das machte das Diagnosepuzzle etwas offensichtlicher, als das vielleicht bei anderen Hunden der Fall sein mag.

Was sie erlebt hat, beschreibt sie hier mit ihren eigenen Worten:

Lucky bekam die normale Grundimmunisierung. Die Tollwut Impfung habe ich rausgeschoben und er bekam sie erst sehr spät. Die folgende Gehirnhautentzündung war ziemlich unauffällig. Er war ein paar Tage ziemlich kaputt und ruhig, aber wirkte nicht krank. Es muss sich über längere Zeit entwickelt haben. Anfangs merkte ich nur, dass Angstverhalten und Stresssituationen häufiger vorkamen. Dann trat eine Schilddrüsenunterfunktion auf. Wir führten ein Trainingstagebuch, aber seine Baustellen und Probleme änderten sie überhaupt nicht. Weder wurden sie schlimmer noch besser. Ich wurde besser im Management und konnte ihm helfen. Ich zweifelte an allem und wir machten Tests.

Leider kam dort zum Vorschein, dass Lucky sich weder Personen, Orte noch andere Hunde merken konnte. Training an einem Tag bis nach einiger Zeit die fremde Person o.k. und kein Problem mehr war. Am nächsten Tag, nachdem er geschlafen hatte, war diese Beziehung die er aufgebaut hatte gelöscht und diese Person fing von null an. Menschen und Hunde die er vor der Impfung kennengelernt hatte waren nie ein Problem. Im Gegenteil er erkannte liebte sie auch nach langen Zeiträumen. Selbst den Postboten. Neue Menschen verbellte er, zeigte Angst und großen Stress. Der Film „50 erste Dates“ erinnerte mich sehr an Lucky. Durch die Gehirnhautentzündung waren wohl Schäden am Hirn entstanden. Leider sind es nur Vermutungen, ich habe keinerlei Beweise.

Diese letzte Impfung ist jetzt 5 Jahre her und im letzten Jahr verbessert sich sein Gedächtnis deutlich. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass er irgendwann doch wieder ein relativ normales Leben führen kann. Impfen werde ich ihn keinesfalls mehr. Glücklicherweise bestärkt mich mein Tierarzt darin.

Ich kann sagen, dass Lucky vom ersten Tag an ohne Chemie aufgewachsen ist. Gebarft streng nach Swantje Simon und Kräuterzusätze bis hin zur Ziegenmilch. Ich war da sehr genau, selbst bei den Leckerlies. Ich verwendete keine Spot-Ons oder andere Medikamente. Wurmkuren erhielt er auf Kräuterbasis und nur die nötigsten in der Welpenzeit. Der einzige medizinische Eingriff war eine Kastration. Klar, die OP mit ihren Nebenwirkungen brauchte lange Zeit aber ansonsten war Lucky ein gesunder Hund mit bestmöglichen Voraussetzungen.

Es war diese eine Tollwutimpfung oder vielleicht auch schon die Grundimmunisierung, die diese neurologischen Schäden auslöste. Möglicherweise war Lucky durch die Rasse (Australian Shepherd) und die vorkommenden Gendefekte besonders anfällig ist. Er ist zwar MDR1 (++) und damit nicht betroffen, aber trotzdem denke ich, dass es die Rasse möglicherweise eine Rolle spielte.

Dass es ihm jetzt Stück für Stück besser geht, verdanke ich guten Naturheilverfahren. Wie zum Beispiel regelmäßigen Fell-Analysen und daraus resultierenden homöopathischen Behandlungen. Stück für Stück haben wir auch die Ernährung optimiert und angepasst, da Lucky vieles nicht mehr vertragen hat. Teilweise sind wir da auch ungewöhnliche Wege gegangen. Natürlich immer ohne jegliche Chemie und Zusätze. Obwohl ich mich inzwischen auch mal traue, mit dem Highlight Frolic zu belohnen, wenn es besonders schwer für ihn war. So mussten wir auch weg vom rohen Fleisch, da die Belastung des Fleisches durch Impfungen und Medikamente für ihn nur von Nachteil war. Als ersten Schritt der Besserung war es der Schritt über ein veganes Futter. Meine Zweifel blieben absolut unbegründet und es ging ihm immer besser. Inzwischen gibt es im Wechsel dieses vegane Futter und zwei sehr gute kaltgepresste Trockenfuttersorten. Seitdem geht es ohne Rückschläge bergauf, was für all meine vier Fellnasen gilt.

Buchempfehlungen

Monika Peichl, Hunde impfen: Der kritische Ratgeber

Dr. med. vet. Jutta Ziegler, Tierärzte können die Gesundheit Ihres Tieres gefährden

Dr. Richard Pitcairn, Complete Guide to Natural Health for Dogs and Cats

Martin Goldstein, The Nature of Animal Healing: The Definitive Holistic Medicine Guide to Caring for Your Dog and Cat


Teil 1: Was kostet eine Impfung?

Teil 2: Wie oft sollte man impfen?


[1] http://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/vigilanz/pharmakovigilanz-veterinaermedizin/pharmakovigilanzreport-2013-2014.pdf?__blob=publicationFile&v=2

[2] http://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/vigilanz/pharmakovigilanz-veterinaermedizin/nebenwirkungen-impfung-pinscher.pdf?__blob=publicationFile&v=4

[3] Burton (2003): „Mercury in medicine report“

[4] Burnett, J. (1884): Vakzinose and Its Cure by Thuja with Remarks on Homeoprophylaxis

[5] http://www.gesundehunde.com/impf/pitcairn.htm

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8 Kommentare

  • Reply
    Klabauterfrau
    23. Februar 2017 at 9:06

    Danke für die Ausführlichkeit…

    • Reply
      Stephie von The Pell-Mell Pack
      23. Februar 2017 at 10:07

      Sehr gerne.

  • Reply
    dreipunktecharlie
    23. Februar 2017 at 9:38

    Wow. Welche Mühe und Leidenschaft in diesem Beitrag stecken. Danke für diese ausführlichen Informationen!
    Da ich mit Charlie und Lis mindestens einmal im Jahr innerhalb der EU reise (beruflich und privat), komme ich leider nicht umhin, die Mindestanforderungen der EU an Impfungen zu erfüllen. Ich habe aber zum Glück einen TA, der dann nur im Rahmen der EU-Vorgaben impft und auf alles verzichtet, das wir nicht brauchen. Er würde sogar ganz aufs Impfen verzichten, würde ich nicht reisen. Zum Glück haben wir bis heute noch keine Nebenwirkungen feststellen können, beim Lesen Deiner Auflistung habe ich wirklich bei jedem Punkt kurz überprüft, wie es bei uns aussieht.

    • Reply
      Stephie von The Pell-Mell Pack
      23. Februar 2017 at 10:12

      Ach, ich mag deinen Frank. 😀
      Die von Dr. Pitcairn abgeleiteten Symptome sind auch eher eine Hinweisliste für die Fälle, wo Tiere immer wieder Probleme haben und man der Ursache nicht auf den Grund kommt.
      Da es so klar umschriebene Impfschäden kaum gibt, gerade, wenn die Symptome später auftauchen, finde ich das als Schubs in die Richtung interessant.

  • Reply
    Susanne
    23. Februar 2017 at 14:42

    Liebe Frau Kollegin,

    ich verneige mich vor Deiner Arbeit. Ich weiß genau, wie scheißviel Arbeit und Akribie in einem solchen Artikel steckt und der ist wirklich oberklasse. Ich befasse mich ja eher mit Menschenmedizin (bis auf Bach-Blüten ;-)) und in den letzten Jahren kommen immer mehr Puzzleteile zusammen und gelangen auch an die Öffentlichkeit.
    Vor Weihnachten hat mir ein befreundeter Heilpraktiker und Kunde einen Buchtipp gegeben, den ich seitdem permanent an jeden weitergebe, der sich für Medizin interessiert. „Mediale Medizin“ von Anthony Williams ist zwar ein Menschenbuch, ich denke aber, dass sich viele gesundheitliche Probleme auch für Hunde ableiten lassen. Er deckt darin die Hintergründe einiger chronischer Krankheiten – unter anderem auch Schilddrüsenprobleme, Arthritis und Borreliose – auf und die Infos und Zusammenhänge pusten einem das Hirn weg. Da ich niemals nur einer Quelle glauben schenke, habe ich ein wenig tiefer recherchiert und einige der Infos, die er gibt, sind durchaus in Ansätzen schon bekannt – es hat nur noch nie jemand das große Ganze betrachtet (das ist ja meine größte Haderei mit der Schulmedizin – es werden immer nur Ausschnitte betrachtet). Um jetzt hier keine falschen Schlüsse aufkommen zu lassen: Mit Impfen hat das Buch nur peripher etwas zu tun. Dennoch erscheint es mir an dieser Stelle passend. Wenn Ihr also dieses Jahr nur ein einziges Buch lesen solltet, dann bitte dieses!

    Liebe Grüße
    Susanne

    • Reply
      Stephie von The Pell-Mell Pack
      23. Februar 2017 at 15:03

      Liebe Susanne,
      vielen Dank für das schöne Kompliment und vor allem, vielen Dank für den Buchtipp. Der wandert auf die baldige Leseliste.
      Zusammenhänge sind in meinen Augen immer der Schlüssel, aber auch verdammte Puzzle- und Detektivarbeit. In meiner perfekten Traumwelt geht diese Arbeit Hand in Hand mit der Schulmedizin, sodass endlich Heilung bei Mensch, Hund, Katze, Maus,… im Vordergrund steht und nicht dezentralisierte Symptombehandlung bei zig verschiedenen Fachärzten. Daher kommt mir jede Empfehlung von Menschen, die sich für Zusammenhänge interessieren, gerade recht.
      Liebe Grüße
      Stephie

  • Reply
    tierheilpraxisrheinau
    26. Februar 2017 at 16:05

    Sehr schön geschrieben 😊 nur was Thuja angeht, muss ich Widerspruch einlegen. Zum Thema Thuja und Impfung habe ich selbst erst am Freitag einen Blogbeitrag veröffentlicht. Schau doch Mal rein 😃 . LG Yvonne

    • Reply
      Stephie von The Pell-Mell Pack
      27. Februar 2017 at 8:59

      Liebe Yvonne, Du hast einen schönen Artikel zu Thuja geschrieben.
      Andererseits gibt es viele gute Erfahrungen mit Thuja, gerade auch in dem Netzwerk homöopathisch arbeitender Vets, dem Dr. Pitcairn angehört. Ich habe selbst bei meinen Tieren festgestellt, dass sie direkt nach der Impfung Thuja gut brauchen. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch keine repertorisierbaren Symptome habe, teste ich kinesiologisch. Ja, nach einer klassischen Lehre wie der von Bönninghausen mag das falsch sein. Aber 10 Jahre nach meiner klassischen Ausbildung merke ich, wie ich häufiger mit Methoden spiele und nicht nur konsequent einer Lehre folge. Ich gebe meinen Lesern hier etwas an die Hand, das sie probieren können und das vielleicht helfen kann – es zumindest über das Maß der reinen Wahrscheinlichkeit bisher bei vielen Tieren und Kindern getan hat. Und viele dieser Leser leben nicht in Ballungszentren und haben keinen guten erfahrenen Homöopathen an der Hand.
      Wenn sich bei einem Teil der Hunde keine Impfschäden einstellen (also keine repertorisierbaren Symptome auftauchen), ist das in meinen Aufen ein Gewinn. Ob diese Tiere ohne Thuja die Impfung auch so gut überstanden hätten werden wir natürlich niemals wissen und belegen können.
      Ich wünsche Dir alles Gute und freue mich über einen neuen rein homöopathischen Blog in meiner Leseliste.
      Herzliche Grüße
      Stephie

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