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Canicross / Kooperation

From Walker to Runner – wie aus mir eine Läuferin wurde [Anzeige]

Die ersten 5 Kilometer im Gelände Trail Laufen

Es ist früher Morgen. Die Dunkelheit weicht langsam einem Grau und durch einen dichten Wald läuft eine Frau. Quer durch das Unterholz, über umgefallene Baumstämme und Gräben hinweg als würde sie fliegen. Am Rand des Waldes öffnen sich Felder, über denen Nebel liegt. Die Frau läuft weiter durch den Nebel in den beginnenden Sonnenaufgang hinein. An ihrem sich niederschlagenden Atem sieht man, wie kalt es so früh noch ist. Nach einer Weile erreicht sie eine alte kleine Stadt, läuft durch die verwinkelten Gassen und kommt an einer alten schweren Tür an. Sie ist Zuhause, glücklich, entspannt und zufrieden nach ihrem Morgenlauf.

Der Traum vom Laufen

Das ist die Anfangssequenz eines Filmes, den ich vor über 15 Jahren sah. Ich kann mich nicht an den Film erinnern, er war nicht wirklich gut. Aber diese Anfangssequenz, die spielte sich wieder und wieder, Woche für Woche, ja manchmal Tag für Tag in meinem Kopf ab. Ich wollte diese Frau sein. Ich wollte querfeldein Laufen und zufrieden morgens zum Frühstück Zuhause ankommen. Das Problem war nur, ich war keine Läuferin.

Fast jedes Jahr gab es eine Phase, in der mich diese Phantasie mit solcher Macht einholte, dass ich zu Laufen begann. Mal nach einem Laufplan, mal einfach so auf gut Glück. Aber alle Versuche endeten gleich. Ich war nach kürzester Zeit aus der Puste, unglücklich, Lichtjahre von meinem Traum entfernt. Manchmal scheiterte mein jährlicher Versuch nach einem Lauf, manchmal hielt ich es zwei, drei oder sogar fünf Mal durch. Länger jedoch nie. Dennoch blieb der Traum. Ich konnte ihn nicht ziehen lassen. In meiner Phantasie lief ich.

Die ersten 5 Kilometer im Gelände Trail Laufen

 

Canicross Events – mit dem Hund durch Schlamm

In den vergangenen zwei Jahren änderte sich der Traum jedoch etwas. Camp Canis wurde in den Sozialen Medien populär. Verrückte Menschen, die mit ihrem Hund im Gespann über Hindernisse, durch Gräben und Schlamm liefen. Wie gerne wäre ich dabei, hätte ich nur ein wenig mehr oder überhaupt Kondition. Und ich hatte auch keine Idee, was es mit Zughundesport und Canicross auf sich hat.

Anfang letzten Jahres dann der Aufruf von Zissi von Lapibarosa: Sie würde ein Team mit Menschen machen, die sich das nicht zutrauen. Als ich den Aufruf sah, standen schon eine Unmenge Kommentare darunter. Und sowieso, selbst mit dieser Unterstützung würde ich das doch wahrscheinlich sowieso wieder abbrechen. Also lief ich auch 2018 nicht. Zumindest nicht den größten Teil des Jahres.

Deine Chance

Dann kam ein neuer Aufruf. Für Camp Canis im März 2019. Und ich hatte ihn nicht zu spät entdeckt, denn nach einem Gespräch auf einer Messe ein paar Wochen zuvor hatte Zissi meinen Namen markiert: „Deine Chance“ stand da. Und ich wusste sofort, das ist meine Chance. Jetzt oder nie. Ich würde laufen und zwar mit Hund im Canicross.

Ich sagte Ja, Zissi sagte zu mir Ja und plötzlich war ich in einem Team, das sich Ende März 2019 dem 5 Kilometer Lauf bei Camp Canis in Hoope stellen wollte. 5 Kilometer! Das war undenkbar für mich.

Die ersten 5 Kilometer im Gelände Trail Laufen

Trainingsbeginn für 5 Kilometer Geländelauf

Ich fragte ein wenig bei Teilnehmern der vergangenen Termine rum, wie sie trainiert hätten und suchte mir auf Empfehlung von Kerstin von buddyschreibt einen Laufplan von Runners World aus, der Anfänger zu 5 Kilometern bringen sollte. In meinem Kopf nannte ich ihn „5 k Überleben Plan“. Und ich begann zu trainieren, den Laufplan sklavisch einzuhalten. Am Anfang mit Luna, später dann mit Enki. Dreimal die Woche, ohne Ausfälle. Wir waren mit dem Laufplan fast durch, als der Dezember kam. Luna wurde krank, ich wurde krank und vieles passierte. Lunas Tod, der Einzug des Kleinteils und ich wurde im Januar schon wieder krank. Mein Immunsystem sagte mir, dass ich kürzertreten muss, dass irgendetwas nicht stimmt. Im gesamten Januar lief ich nur ein paar Mal, häufig nur eine kurze 2 Kilometer Strecke.

Ich bin eine Läuferin

Anfang Februar wurde meine Panik wieder größer, Camp Canis war noch nicht mal in 8 Wochen. Wie sollte ich das schaffen? Nach einem Moment der Panik und tiefem Durchatmen wurde mir schlagartig etwas ganz deutlich klar: Ich war Läuferin! Ich war die Frau aus meinem Traum! Ja, Enki und ich haben die 5 Kilometer bisher nicht geschafft. Und für manch anderen mag das wie ein Spaziergang klingen, trainieren sie doch vielleicht gerade für 15 oder 20 Kilometer, wenn nicht mehr. Aber mir fiel in dem Moment auf, dass ich das Laufen aus meinem Leben nicht mehr wegdenken kann. Nach der Phase voller Hindernissen und Krankheit stellte sich nicht die Frage, ob ich wieder anfange, sondern nur wann. Und der Januar, in dem ich gefühlt Nichts getan hatte, war gar nicht so vergeudet. Denn Enki und ich waren einfach so kurze Strecken von knapp über 2 Kilometern gelaufen. All die Jahre zuvor hatte ich nie 2 Kilometer geschafft, geschweige denn sie als faulen Entspannungslauf betrachtet.

Camp Canis im März werden wir sicher schaffen und sei es nur dank eines hohen Adrenalinausstoßes. Und genauso sicher bin ich mir, dass Enki und ich dieses Jahr irgendwann innehalten werden und bemerken, dass wir 5 Kilometer nur so faul zur Entspannung laufen.

Die ersten 5 Kilometer im Gelände Trail Laufen

Die richtige Motivation durchzuhalten

Aber was war auf einmal anders als in den vergangenen Jahren? Zum einen sind meine beiden Teams für Camp Canis eine hohe Motivation. Das Team von Zissi für März möchte ich nicht im Stich lassen. Ich möchte nicht vor ihnen stehen und den Termin absagen müssen, weil ich faul war. Oder schlimmer noch, nicht den Mut zur Absage haben und das Team dann belasten, weil ich den größten Teil nur prustend und gehend schaffe. Dieses mir bisher noch unbekannte Team hat dafür gesorgt, dass ich nach jeder Pause, jedem Ausfall immer wieder anfing zu laufen und der Schweinehund keine Chance hatte, es sich wieder gemütlich einzurichten.

Und weil die Motivation so hoch ist, haben wir gleich noch ein zweites Team für Camp Canis in Wingst im September zusammengestellt. Damit der Schweinehund auch nach März höchstens mal ein Gast ist. Was ich für mich nicht schaffe, schaffe ich für andere. Ich schaffe es aus Angst mich zu blamieren.

Enkis Freude am Canicross

Außerdem kam im November Enki für Luna ins Training. Und ich habe nicht mal ansatzweise geahnt, wie viel Freude er am Laufen haben würde. Wenn er vor mir herläuft mit hoch erhobener Rute und ausgreifenden Beinen, den Kopf immer mal wieder zu mir nach hinten geneigt, ansonsten einfach nur Tempo, Luft und Natur genießend, dann ist das eines der größten Glücksgefühle, die ich bisher kennengelernt habe.

Am Ende eines Laufs grinsen wir beide, von Kopf bis Fuß, von Schnauze bis Pfoten. Mit jedem Lauf wachsen wir enger zusammen, werden immer mehr zum Team. Inzwischen weiß Enki schon nach ein paar Metern, welches Tempo für heute angesagt ist, wie es mir geht. Er weiß das meist sogar besser als ich. Und er legt sich ins Geschirr und gibt das Tempo vor. Rechts und Links klappt auf Ansage schon ganz gut, genauso wie langsamer. Go funktionierte sowieso von Anfang an. Nur an Halt müssen wir noch viel üben, denn Enki könnte ewig weiterlaufen.

Die ersten 5 Kilometer im Gelände Trail Laufen

Wir starten bei Camp Canis

Und mein Traum wird dieses Jahr Realität. In ein paar Wochen in Hoope und im September in Wingst. Für Wingst haben wir im Team die Motivationslatte noch etwas höher gehängt, wir haben nämlich einen unglaublich tollen Partner gefunden. Die AGILA Haustierversicherung hat sich bereit erklärt unsere verrückte Truppe mit allem was dazu gehört zu sponsoren. Daher möchte ich an dieser Stelle Danke sagen für die tolle Unterstützung und weitere Motivation. Danke, dass ihr an uns glaubt.


Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der AGILA Haustierversicherung.
Vielen Dank an Hannah, für die Unterstützung und an die AGILA im Allgemeinen für das Sponsoring.

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Bloggerin mit einem Faible für Fotographie.

7 Comments

  • Paula und Lotta
    10. März 2019 at 19:41

    Hallo!
    Ganz ehrlich? Du kannst total stolz auf dich sein! Du hast deinen Schweinehund überwunden und endlich Spaß am Laufen gefunden, ist das nicht alles was zählt? Ich finde es sogar ziemlich bewundernswert, dass du es immer wieder versucht hast und nicht aufgegeben hast. Außerdem ist es ein riesiger Fortschritt, überhaupt einen Kilometer am Stück zu schaffen! Jeder fängt mal klein an. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um 10km einfach nur am Stück zu laufen. Das dauert einfach und viel wichtiger ist es doch eh, Spaß dabei zu haben. Du wirst sehen, wenn du einmal deine Horrordistanz geschafft hast, vor der du Bammel oder Respekt hast, flutscht der Rest von alleine! Und mit so einem coolen Trainingspartner wie Enki kann das ja nur gut gehen 🙂 Ich freue mich immer, wenn ich deine Instagramstories sehe. Ich ziehe echt meinen Hut vor dir, dass du dein Training so streng durchziehst und so fleißig bist.
    Und Camp Canis werden wir rocken! Ich freue mich schon!
    Paula und Lotta

    Reply
    • Stephie
      11. März 2019 at 14:26

      Hallo Paula,

      vielen Dank für deine schönen Worte.
      Und ich freue mich auch sehr mit euch in einem Team zu sein.

      Herzliche Grüße
      Stephie

      Reply
  • Behütet & Geliebt
    11. März 2019 at 12:31

    Ach das freut mich sehr für Euch! Ich hab mich übrigens nie als Läuferin gesehen – und tue eigentlich noch immer nicht.. Aber die Mädels haben soviel Spaß dabei, dass sie mich einfach anspornen.. Und wenn Kann alt genug ist und auch Spaß daran hat.. Mit zwei Hunden hast du vierfach Freude!
    Liebe Grüße Lizzy

    Reply
    • Stephie
      11. März 2019 at 14:28

      Witzig, dass du dich nicht als Läuferin siehst. Für mich bist du es auf jeden Fall. 😉
      Und ja, Kane tut jetzt schon seine Freude am Laufen kund. Das wird noch witzig mit den beiden.

      Herzliche Grüße,
      Stephie

      Reply
  • Steffi
    11. März 2019 at 14:14

    Sehr schön 🙂 Und ihr seid doch gut!!!! Alleine dass ihr doch immer wieder los lauft!
    Zum Glück kommt das bessere Wetter bald und dann sieht das Ganze auch schon wieder anders aus!!!!

    Ich freue mich auf unsere Truppe im September und sehe unseren Start im März (waaaaaaah, in 2 Wochen) als kleine Trainingseinheit

    Wir werden uns nicht blamieren sondern eine Spitzenzeit haben 🙂

    Liebste Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

    Reply
    • Stephie
      11. März 2019 at 14:53

      Nix, das sind noch fast drei Wochen. Erschrecke mich doch nicht so. 😉
      Ich freue mich, euch im März mal persönlich zu treffen – vor allem aber auf unseren September. Das wird richtig gut!

      Liebe Grüße
      Stephie

      Reply
  • Dani
    14. März 2019 at 14:38

    Ohh ich bin so stolz auf euch ♥
    Ich wäre auch gerne eine Läuferin, aber irgendwie, durch mein Übergewicht und meinem inneren Schweinehund finde ich irgendwie nie den Anfang 🙁

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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