Gartenspaß August 17 (22 von 25)

Gestern waren Luna und ich mit einer Bekannten und ihrem Aussie zum Stadttraining verabredet. Da Luna die Angewohnheit hat, fremde Menschen mit ihrem Gebiss zu begrüßen, müssen wir das ab und an mal trainieren. Also das nicht beißen, nicht die Zielsicherheit bei der Begrüßung. Da braucht sie kein Training.

Natürlich geht das auch allein. Es ist aber schön und beruhigend, wenn eine zweite Person dabei ist, die mit Hunden allgemein und insbesondere mit Luna viel Erfahrung hat. Bevor Luna zu uns kam, hat sie für ein paar Monate bei ihr gelebt.

Als Ort des Geschehens suchten wir uns eine Kleinstadt in der Nähe aus.

Dieses Städtchen ist zu weit von Hamburg entfernt, um zum Pendeln wirklich geeignet zu sein und ist zu klein, um vernünftige Arbeitsplätze zu bieten. Entsprechend liegt diese hübsche Stadt im Sterben, die Hälfte der Geschäfte in der Fußgängerzone stehen leer. So traurig das für das Städtchen ist, so toll ist es für uns.

Ja, es gibt hier noch Spaziergänger, Mütter mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren, Briefträger, Fahrradfahrer, Menschen mit gelben Pullovern und was sonst noch so ins Beuteschema eines Aussie-Raptors passt. Aber es gibt auch genug Platz zum Ausweichen, es gibt ganz ruhige Ecken wo Hund und Frauchen wieder etwas runterkommen können und zu guter Letzt sind wir dort nicht bekannt. Wenn es also schiefgeht, müssen wir empörten Menschen nicht wieder begegnen.

Wir trafen uns im Park des Örtchens, um es erstmal ruhig angehen zu lassen. Der Park ist weitläufig und idyllisch. Meine Bekannte hat mir ein paar Tipps und Tricks gezeigt, die sie beim Training gerne einsetzt und wir hatten dann auch schon bald Gelegenheit zu üben. Die erste Frau mit Hund war auf der einen Seite des Parks unterwegs, auf der anderen Seite schob eine Mutter ihren Kinderwagen. Da wir viel Platz zum Ausweichen hatten lief alles wunderbar. Die Hunde haben nicht an der Leine gezerrt und nicht gepöbelt. Sie waren ansprechbar und wir haben sie mit ein paar Tricks und Übungen abgelenkt.

Beflügelt gingen wir weiter in die Stadt. Erst zur Burg, einer Touristenattraktion mit wunderbarem Blick über die Elbe und dann durch die Fußgängerzone. Auch hier: Alles wunderbar. Ich merkte Luna an, dass der Impuls stark war und sie am liebsten in die Leine gesprungenen wäre. Aber sie blieb die ganze Zeit ansprech- und ablenkbar. Der Postbote wurde verbellt und ja, dafür wurde Luna gelobt. Wenn sie bellt gibt sie den Menschen wenigstens eine Chance. Den ganzen Weg durch die Stadt hat sie nur gezuckt, aber nach keinem geschnappt. Wenn der Impuls kam, schaute sie von sich aus zu mir und wartete auf Alternativangebote und Belohnung. Ich bin so stolz auf die Lütte.

Nach einem kurzen Abstecher in den Stadtbrunnen, da so viel Aufmerksamkeit ja unglaublich anstrengend ist, gingen wir an einer Seitenstraße zum Auto zurück. Plötzlich schießt Luna nach vorne, beißt in gewohnter Raptormanier kurz zu, dreht sich zu mir um und läuft dann entspannt wedelnd weiter. Nach dem sie so lange brav war, hat sie kurz vorm Auto noch eine Mülltonne gestellt und getackert. Wenigstens kann die arme Mülltonne ihren Schreck und Schmerz nicht vokalisieren.

So ging ein entspannter wunderschöner Spaziergang zu Ende und wir freuen uns schon auf das nächste Treffen.

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