Was-ist-Rally-Obedience-TitelMira mit Luna

Enki und ich sind jetzt unter die Hundesportler gegangen und irgendwie hat sich das Rally Obedience für uns entschieden. Da ich ja immer neugierig bin, war es nun an der Zeit, mich mal in diese Sportart einzulesen.

Woher kommt Rally Obedience?

Die Sportart ist noch recht jung und kommt aus den USA. Sie geht zurück auf einen Hundetrainer namens Charles L. „Bud“ Kramer, der vor dem Obedience (also dem Unterordnungstraining) einige interessante Warmups und Freestyle-Übungen machte. Und irgendwann begann er, die Übungen mit dem Gehorsam zu kombinieren. Da er bemerkte, dass immer mehr Hundehalter Freude an Sportarten wie Agility hatten und die Gehorsamsgrundlagen ein Schattendasein fristeten, entwickelte er das Basis-Konzept von Rally-O und publizierte es im Jahr 2000 in einem Artikel. Gehorsamsübungen sollten wieder Spaß machen – Hund und Halter. Noch im selben Jahr nahm der American Kennel Club die Sportart auf und schon in 2003 gab es die ersten Wettkämpfe.

Seit 2012 wird diese Sportart im Verband des Deutschen Hundewesen (VDH) angeboten und es werden Turniere in unterschiedlichen Leistungsklassen organisiert. Bewertet wird nach Punkten und Zeit.

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Was ist Rally-O?

Beim Rally Obedience läuft der Halter mit seinem Hund verschiedene Stationen eines Parcours ab. An jeder Station wartet eine Aufgabe aus dem Obedience, wie zum Beispiel Sitz, Platz, Steh und Kombinationen verschiedener Übungen. Die exakte Ausführung ist dabei wichtiger als die Zeit.
Auch Richtungsänderungen, Kreise, Slalom und Abrufübungen werden in so einen Parcours integriert. Dabei darf der Hund immer verbal motiviert und bestätigt werden. Auch der Einsatz von Körpersprache und Signalen ist bei dieser Sportart erlaubt.

Es wird hier Teamarbeit, Gehorsam, der Zeitfaktor und Abwechslung durch einen immer wieder neuen Parcours vereint.

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Wer kann Rally Obedience machen?

Im Prinzip jeder, das ist das Schöne daran. Bei unserem Besuch eines Turniers haben wir ein Team gesehen, bei dem der Hundehalter im Rollstuhl saß. Beide waren mit Freude dabei und haben den Parcours gut abgeschlossen.

Auch ältere Hunde oder Hunde mit Handicap können den Parcours in ihrer Zeit meistern und werden so noch auf eine schöne Art gefordert. Die Fotos hier sind von der auch schon etwas älteren Luna (über das genaue Alter schweigen wir mal, man fragt Damen ja nicht danach), die zeitgleich mit Enki und mir begonnen hat. Ich finde es zauberhaft zu sehen, welche Freude sie am Training hat und bin ein wenig neidisch, wie viel schöner es bei den beiden schon aussieht.

Einzige Grundvoraussetzung ist, dass der Hund schon einige Grundkommandos wie Sitz, Platz, Steh, Bleib und Leinenführigkeit kann. Aber selbst wenn das wie bei Enki und mir noch nicht sicher der Fall ist, kann man schon üben und dabei sein.

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Wo kann man Rally-O trainieren?

Viele Hundesportvereine bieten diese Sportart inzwischen an und auch immer mehr Hundeschulen haben sie in ihr Freizeitangebot aufgenommen. Das schöne beim Rally-O ist jedoch, dass es ohne viel Zubehör auskommt und sich auch jeder selbst im Garten einen kleinen Parcours aufbauen kann, um zu üben. Die Karten sind im Internet zu finden, wie zum Beispiel hier. Und auch Beispiel-Parcours lassen sich finden und nachbauen. Einen guten Einstieg findet man hier.

Enki und ich haben bereits nach ein paar Besuchen auf dem Hundeplatz viel Spaß daran und unsere Kommunikation verbessert sich merklich. Aber natürlich sind wir noch absolute Anfänger und daher habe ich eine im Rally-O erfahrene Freundin befragt, was für sie das Besondere an diesem Sport ist.

Rede und Antwort steht mir Katja Mikus, die im GHV Bramfeld mit ihrem Sheltie Catch und ihrem Bobtail Nomi Agility und Rally Obedience trainiert.

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Interview mit Katja

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Seit wann machst du Rally-O?

Rally-O betreiben wir seit 6 Jahren.

Wie bist du zum Rally Obedience gekommen?

Ich sportle seit insgesamt 15 Jahren im Hundesportverein. Da kommt man schnell mal darauf, neue Sportarten auszuprobieren.
Angefangen habe ich vor 8 Jahren mit Catch in der Sparte Obedience. Als dann das Rally Obedience bekannt wurde, mussten wir es natürlich ausprobieren. Die Übungen und das Abarbeiten hat im RO einfach mehr Spaß gemacht.
Da es sich beim RO um eine Funsportart handelt und ich aus Freude am Hund überhaupt erst zum Hundesport gekommen bin, war es für mich klar ins RO zu wechseln. Hier gefällt mir die Szene auch besser. Auf Turnieren ist es mehr ein Miteinander, es wird zurzeit zum Glück nicht so verbissen betrieben.

Was ist für dich das Besondere an diesem Sport?

Das Besondere ist die Lockerheit im Training, was sich auch bedeutend auf das Lernverhalten auswirkt. Das ist bisher in keiner Sportart so gewesen. Die Motivation der Hunde ist extrem hoch, da ohne Druck gearbeitet werden muss (wo wir wieder beim Thema Funsportart wären).

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Wirkt sich das Training auf deinen Alltag mit deinen Hunden aus und wenn ja, was nehmt ihr für den Alltag mit?

Im Alltag zeigt sich, dass die Hunde durch das Training ausgeglichener sind.
Fast alle Übungen können im Alltag eingebaut werden, sodass man zum Beispiel während des Gassis eine Minieinheit Training einbauen kann und das schnöde Gassi sich plötzlich aufregender gestaltet.

Wie oft trainierst Du?

Offiziell trainiere ich tatsächlich nur ein Mal in der Woche. Was ich jedoch im Alltag einbaue, kann ich gar nicht benennen… Gute Frage eigentlich.

Katja mit Catch und Nomi

Was waren deine schönsten Erfolge?

Einen witzigen Erfolg hatte ich mit meinem Sheltie Catch. Wir waren die letzten Starter der Klasse 2. Vor mir wurde schon gejubelt, da sich die anderen Läufer schon Platzierungen ausgerechnet hatten. Von maximal 100 Punkten wurde bereits ein Mal 99 Punkte erreicht und so wurde schon gefeiert. Nun kamen wir ja noch dran und rollten das Feld von hinten auf. Auch 99 Punkte, aber mein Roadrunner war unter 2 Minuten und gesamt fast 14 Sekunden schneller als der nun Zweitplatzierte. Als wir dann an der Ergebnisliste standen hörte man nur enttäuscht: „Wer ist Catch?“

Hast du noch Tipps für Rally-O Interessierte und Anfänger?

Mein Lieblingstipp ist eigentlich nur: Bleib freudig und hab Spaß im Training. Es ist einfach großartig zu sehen, was man geschafft hat. Und das mit guter Laune. Man arbeitet als Team.
Ich sage immer: Euer Hund sollte auf euch hören wollen und nicht müssen. ♥♥♥♥

Wenn du jetzt noch Fragen, auch an Katja, hast, schreib mir die gerne in die Kommentare.

Falls Du noch einen Hundesportverein suchst, hier unsere Tipps wie man einen guten findet.

Wie findet man einen guten Hundesportverein?

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written by: Stephie
Bloggerin, Hundeverrückte, Heilpraktikerin, Homöopathin, Osteopathin, Schokosüchtige, Kaffeejunkie, Foto-Azubi, Wissenschafts-Coach

5 Comments

  • Hach… Rally Obedience… Shiva und ich haben dort auch unseren Platz gefunden. Es macht Spaß und Shiva genießt es sichtlich mit mir durch den Parcours zu laufen. Sie achtet sehr auf mich und schafft es immer besser die Außenwelt auszublenden. Das ist für sie ein großer Erfolg, weil sie ja immer einen „Angriff aus dem Hinterhalt“ befürchtet.
    Am Samstag starten wir wieder auf einem Turnier und ich bin gespannt, ob Shiva ihre tollen Trainingsergebnisse auch auf einem Turnier abrufen kann. Wir laufen im Training nämlich regelmäßig 100 Punkte (würde bewertet werden).

    Grüßle
    Sandra & Shiva

  • Sehr spannend – wir sind sehr trainingsfaul zur Zeit und wissen gar nicht, ob es bei uns in der Nähe einen Verein gibt, der so etwas anbietet. Vielleicht schauen wir uns mal um.

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