Menu
Der Öko Hund - Nachhaltigkeit & Bio Produkte

Putzplan – ein wenig Ordnung im Chaos

Ich kann mir genau vorstellen, wie Du jetzt laut lachst und Dich fragst: „Wie bitte?“ Aber ich bekenne es offen, ich habe einen Putzplan.

Frühjahrsputz alle paar Wochen

Wir leben mit zwei Zweibeinern und vier Vierbeinern in einem Haus mit Garten. Wir beiden Zweibeiner arbeiten Vollzeit, der Lieblingsmann jedoch einige Stunden mehr als ich. Daher bleibt der Großteil der Arbeiten in Haus und Garten an mir hängen. Früher habe ich am Wochenende versucht alles hinzubekommen. Samstagabend war das Haus dann wunderschön, Montagmorgen sah es schon wieder aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Besser wurde es im Verlauf der Woche natürlich auch nicht. Ich habe eine Historie von großangelegten Frühjahrsputzaktionen, alle paar Wochen wieder, egal, zu welcher Jahreszeit. Wie ich es auch drehte und wendete, ich hatte selten das Gefühl, dass alles schön ist. Dass auch mal spontan Besuch vorbeikommen könnte. Irgendwo las ich dann, Putzen sei wie Zähneputzen. Du wirst nicht fertig, du musst es jeden Tag aufs Neue tun. Ich begann mich zu fragen wie andere das machen. Ob da draußen jemand ein Erfolgskonzept hatte. Und siehe da, anscheinend haben viele das gleiche Problem wie ich. Google wirft eine Unmenge an Suchergebnissen aus, ganze Blogs werden darüber geschrieben. Ich habe eine Weile verschiedene Tipps und verschiedene Putzplänen versucht. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Diese Version entstand nach einer Vorlage eines amerikanischen Blogs, Little Green Notebook.  Ich nutze diesen Plan inzwischen seit gut drei Jahren und habe ihn nur an einigen Stellen angepasst. Wenn ich diesem Putzplan folge, ist alles gut. Ich fühle mich jederzeit wohl in meinem Haus, spontaner Besuch treibt mir nicht den Angstschweiß auf die Stirn. Und wenn der Lieblingsmann mal früher Schluss oder gar frei hat, hat auch er immer den Überblick, was heute ansteht. Der Plan hängt bei uns gut sichtbar in einem Rahmen in der Küche.

Der Putzplan

Das Konzept dieses Plans ist denkbar einfach. Es gibt Aufgaben, die jeden Tag erledigt werden. Dann gibt es Aufgaben, die wöchentlich anfallen und für die ein bestimmter Tag in der Woche reserviert ist. Als dritte Kategorie kommen Aufgaben, die monatlich anfallen und die auf einen bestimmten Tag, den Swing Day, verteilt werden.

Tägliche Aufgaben

Egal, auf welchem Blog oder in welchem Buch du nachliest, überall wirst Du lesen, dass Du jeden Tag dein Bett machen solltest. Und es stimmt. Ich habe es erprobt. Abends in ein gemachtes Bett steigen ist ein unglaublich luxuriöses Gefühl. Also starte ich damit und mache als erstes unser Bett, räume Sachen, die auf den Nachttischen stehengeblieben sind, weg und versprühe noch etwas Raumduft. Als nächstes gehe ich ins Wohnzimmer und räume alles raus, was noch vom Vorabend da rumsteht, lege die Kuscheldecken zusammen, richte die Kissen und wische den Tisch ab. Meist habe ich auch meine geliebte kleine Tierhaarbürste* dabei und bürste das Gros der Tierhaare von den Sofas. In der Küche dann fülle ich die Spülmaschine, räume alles Rumstehende weg, wasche mit der Hand Hundenäpfe, große Töpfe und ähnliches ab. Dann schnappe ich mir ein Microfasertuch und wische den Esstisch, die Arbeitsfläche und die Spüle. Als nächstes wische ich mit dem Tuch kurz durch die Waschbecken und über die Toiletten. Danach fliegt es in die Wäsche. Im Wechsel schnappe ich mir entweder den Sauger und sauge im Wohn- und Esszimmer kurz über die Laufflächen (wir haben da leider überall Teppich) oder fege Flur und Küche. Tadaa, fertig. Das Haus sieht super aus. Für diesen Artikel habe ich ein paar Tage die Zeit gestoppt und ich bin mit 15-20 Minuten dabei. Wenn man einmal Routine bekommen hat, geht es richtig schnell.

Wöchentliche Aufgaben

Damit alles schön bleibt und leicht sauber zu halten ist, fallen natürlich weit mehr Aufgaben an. Die sind auf die verschiedenen Tage als „Tagesaufgabe“ verteilt. Ich setze mir für die Tagesaufgabe ein Zeitlimit von einer Stunde. Mal bin ich schneller, mal langsamer. Wenn ich Lust und mehr Zeit habe, mache ich die entsprechende Tagesaufgabe gründlicher. Das muss aber nicht sein.
  • Montag ist die Küche dran und wird ordentlich geputzt.
  • Dienstag sind Bad und Gästebad an der Reihe.
  • Mittwoch wische ich im ganzen Haus Staub. Wenn es schnell gehen muss, mit dem Swiffer. Ansonsten eigentlich lieber mit einem kleinen Eimerchen und einem Microfasertuch.
  • Donnerstag sauge ich beide Etagen gründlich und wische in Küche, Bad und Flur.
  • Freitag mache ich eine Stunde lang etwas im Garten. Natürlich ist der Garten sehr viel mehr Arbeit, aber zumindest versuche ich an diesem Tag den Vorgarten ordentlich zu bekommen, vorne zu fegen, Laub zu harken oder ähnliches, damit das nach Hause kommen schon beim Aussteigen aus dem Auto beginnt.
  • Samstag ist die Wäsche dran und es ist Swing Day. Also der Tag, an dem eine der monatlichen Aufgaben dran ist.

Monatliche Aufgaben

Tag 1:

Der erste Tag ist Tag der Vierbeiner. Die Decken, Betten und Spielis werden gewaschen und sie werden gekämmt, wenn das im Fellwechsel nicht sowieso häufiger anfällt. Irgendeiner der beiden Hunde hat sich an diesem Tag auch immer Baden verdient. Ich kontrolliere an diesem Tag die Medikamente und Erstversorgungssachen, schaue noch mal, wie es mit Zecken- und Flohschutz aussieht, oder was sonst noch gerne liegenbleibt oder in Vergessenheit gerät. Hier gibt es zwei Dinge, die ich besonders schätze: Nachdem ich einmal eine Flohplage im Haus hatte, sorge ich lieber vor statt nach. Mehr dazu findest du übrigens im Artikel Vom Kampf gegen Vampire in Parasitengestalt. Da ich allen chemischen Mitteln misstrauisch gegenüber stehe, habe ich lange gesucht und ein wunderbares Umgebungsspray auf Basis von Kokosöl gefunden. Zugegeben, es riecht nicht besonders gut, etwas ranzig, aber es macht seinen Job super. Noch während meiner Plage habe ich Flöhe damit eingesprüht und konnte ihnen beim Sterben zusehen. Vorsorglich sprühe ich damit einmal im Monat die Liegeplätze der Tiere (und damit auch unsere Sofas) ein. Außerdem putze ich unglaublich gerne mit Effektiven Mikroorganismen. Die kleinen Freunde helfen dabei, Gerüche der Hunde zu eliminieren. Gerade bei Paula ist das doppelt wichtig, da sie inzwischen inkontinent ist. Kein Enzymspray (und ich habe wirklich alle möglichen getestet), war so gut, wie zwei Verschlusskappen EM auf einen kleinen Putzeimer. Und auch beim „normalen“ Dreck der anderen zwei Chaoten setze ich sie ein. Die Hunde finden es übrigens toll, nicht so ein chemischer Parumgeruch, der für Hundenasen die Hölle sein muss. Selbst direkt nach dem Auswischen der Box kuscheln sich die Hunde sofort wieder wohlig hinein. Achte beim Putzen bitte darauf, dass die Effektiven Mikroorganismen kleine Lebewesen sind. Dein Putzwasser sollte nicht über 40 Grad warm sein, sonst sterben die Mikroorganismen und Du hast keinen Effekt mehr beim Putzen.
Diese 1000 ml Flasche hält bei mir gut 2-3 Monate. Einmal geöffnet können die Effektiven Mikroorganismen schlecht werden und dann widerlich süßlich vergammelt riechen. Frisch riecht die braune Flüssigkeit etwas vergoren, leicht hefig. Der Geruch verzeiht sich aber schnell. Braun ist übrigens das Stichwort: Wenn du helle Untergründe putzen willst, ist das vielleicht eher nicht geeignet. Es gibt dann eine etwas teurere „blonde“ Version. Am längsten halten EM, wenn Du die Flasche schnell wieder verschließt und in einem dunklen Schrank lagerst. Sollte doch mal eine Flasche schlecht werden, kippe die Reste bitte nicht in den Ausguss, sondern in die Natur. Dort funktionieren die Mikroorganismen auch dann immer noch als Bodenaktivator.

Tag 2:

Der zweite Tag ist unserem Auto gewidmet. Aufräumen, waschen, saugen. Übrigens macht sich auch hier EM 1 gut, um Gerüchen im Auto Herr zu werden. Außen (verdünnt) aufgetragen bringt es den Lack zum Strahlen und Regen perlt die ersten Tage danach richtig ab.

Tag 3:

Am dritten Tag werden die Fenster, Spiegel und Glastüren geputzt. Lampenschirme mache ich auch an dem Tag. Eigentlich alles, was glänzt.

Tag 4:

Am vierten Tag wische ich Fußleisten, Türen und Wände – Meine alte Labradordame liebt, es sich an der Wand entlang zu schubbern und hinterlässt appetitliche Fettstreifen. Achtung Platte mit Sprung… EM 1 ist auch hier grandios. 😉 Ich habe Wechselbezüge für meine Sofas (es lebe Ikea) und tausche die, sowie auch Dekokissen an diesem Tag aus. Kleine Teppiche und Kuscheldecken werden gewaschen.

Tag 5:

Am letzten Tag ist dann die Küche gründlich dran. Backofen, Dunstabzugshaube und Kühlschrank werden geputzt. Reihum nehme ich mir immer wieder auch Schränke vor, die ich ausmiste und auswische, sodass auch die übers Jahr verteilt alle mal dran waren. Ich könnte jetzt ja noch mal EM 1 in den Raum werfen und in der Tat ist es toll gegen Fett. Auch gut und preiswerter ist allerdings Waschsoda. Edelstahlflächen bringe ich mit unserem selbstgemachten Orangen-Reiniger in einer Sprühflasche auf Hochglanz. Mit dieser Mischung kannst du auch nach dem Kochen die Arbeitsflächen schnell einsprühen und abwischen. Das hält im Sommer die Fliegen in Schach. Natürlich deckt der Plan nicht lückenlos alles ab. Manches geht schnell nebenbei von der Hand und landet gar nicht erst auf dem Putzplan, anderes sind seltenere und größere Aufgaben. Daher nehme ich mir gerne im Frühjahr und Herbst einen Tag Urlaub und nutze ein verlängertes Wochenende für den klassischen Frühjahrs- oder Herbstputz.
Putzplan – Ja, wir haben einen Putzplan. Mit drei Hunden und Vollzeitjobs ist der unsere Waffe gegen das tägliche Chaos! | Putzplan | Haushalt | Ordnung | Putzen | thepellmellpack.de
Ich halte den Plan nicht immer ein, manchmal überrollt einen das Leben. Aber ich bemühe mich dann, so schnell wie möglich wieder zum Plan zurückzukehren. Denn das Gefühl, das er hinterlässt, die Entspannung, die ich dann Zuhause empfinde, ist es absolut wert. Ach, und falls es Dir nicht aufgefallen ist: Der Sonntag ist frei! Wie ist es bei Dir? Wie schaffst Du den Alltag? Kleine Anmerkung zum Schluss: Entrümpeln hilft natürlich ungemein. Wenn alles einen Platz hat und nichts mehr rumfliegt, geht es ebenfalls schneller. Meine Lieblingschanteuse Georgette Dee philosophierte in einem Konzert:
„Bei meinem letzten Umzug habe ich spielend einen 7,5 Tonner voll mit Zeug bekommen. Bin ich eine keltische Fürstin, die es sich leisten kann ein 7,5 Tonnen großes Grab ausgehoben zu bekommen, um all den Hausratplunder hinterher geworfen zu bekommen? Nein, ich bin es nicht.“

FAQ – Häufige Fragen

Hilft mir ein Putzplan auch, wenn ich allein lebe?
Ja, auf alle Fälle! Ich habe schon mehrfach Feedback von Singles bekommen, die die Struktur des Plans sehr schätzen. Die Frage ist nicht, mit wie vielen Personen Du zusammen lebst, sondern ob dir eine Struktur und Regelmäßigkeit leicht fällt. Wenn nicht, wenn Du Dich wie ich gerne verzettelst, hilft Dir dieser Plan.
Ich habe Kinder und viel mehr zu Putzen als Du. Kann der Putzplan funktionieren?

Der Putzplan gibt erstmal eine reine Struktur. Wie Du den Putzplan füllst, was Dein Leben und Deine Wohnsituation erforden, ist Dir überlassen.

Natürlich funktioniert der Putzplan gerade für Mütter gut. Das amerikanische Original ist von einer Mutter und hat sie vor dem Wahnsinn bewahrt. Aber Du wirst dann an den Tagen etwas andere Aufgaben haben, als ich. Oder vielleicht etwas mehr Zeit investieren müssen. Mein Tipp wäre, probiere ihn ein paar Wochen aus und achte dabei darauf, was für Dich nicht funktioniert und was liegen bleibt, also was Du selbst noch in den Plan integrieren muss.

Ist ein Putzplan noch zeitgemäß?

Ein Putzplan ist das, was wir daraus machen. Wenn wir ihn mit Lachen füllen, eine hübsche bunte version erstellen, die wir mit Stolz aufhängen und wenn wir auch mal darüber wegsehen können, wenn wir den Plan nicht eingehalten haben, muss so ein Plan nicht wirken, als käme er direkt aus den 1950er Jahren.

Außerdem bekomme ich viel Feedback, dass es gerade Männern leichter fällt im Haushalt mit anzupacken, wenn ihnen ganz klar ist, was konkret gemacht werden muss. Im Zweifelsfall nennen wir ihn nicht Putzplan, sondern Projektmanagementtool und teilen die Aufgaben mit dem werten Gatten über den Google Kalender. Und schon habe wir eine ganz zeitgemäße gut funktionierende Aufteilung des Haushalts zwischen beiden Partnern.

Bis bald! Hundeblog The Pell-Mell Pack
About Author

Bloggerin mit einem Faible für Fotographie.