Nachhaltigkeit im Haushalt und mit Hunden (Titel).jpg

In letzter Zeit lese ich immer häufiger von Nachhaltigkeit. Sei es bei uns oder unseren Hunden. Nachhaltigkeit ist quasi ein Steckenpferd von mir. Nicht, weil ich alles nur aus nachhaltigen Produktionen kaufen würde, sondern gerade, weil unser Budget das häufig nicht zulässt.

Nachhaltigkeit als Konsum

Oft schallt uns dieses schöne Wort als Konsumargument entgegen. Wir sollen nachhaltige Lebensmittel, Kleidung, Putzmittel oder Spielzeug für die Hunde kaufen. Und alles kostet natürlich mehr, als konventionelle Alternativen. Das soll so sein, sind doch die Rohstoffe teurer und alle an der Erstellung Beteiligten sollen fair und angemessen entlohnt werden. Wir kennen schließlich alle die schrecklichen Bilder der Kinderarbeit. Aber was ist, wenn der gerechtfertigte Preis in der Menge nicht zahlbar ist?

Nachhaltigkeit mit Hund und im Haushalt

Aufbrauchen statt Neukaufen

Für uns ist Nachhaltigkeit auch, Dinge zu nutzen, bis sie ihre Funktionalität verlieren. Wir haben beide unseren Kleidungsstil gefunden und kaufen neu, wenn Kleidung kaputt und nicht mehr tragbar ist. Fehlkäufe gibt es bei uns kaum. Und so manch ein Teil landet ganz old school beim Schneider, um seine Lebenszeit noch mal etwas zu verlängern.

Makeup und Kosmetika werden von mir genutzt, bis sie alle sind. Und nicht ersetzt, weil gerade eine schicke neue Farbe in ist oder mich ein neuer Duft so besonders anspricht. Leider mussten da im letzten Jahr auch Nagellacke drunter leiden. Ich mag sie, lackiere mir gerne die Nägel. Aber zwischen Haushalt und Hunden hält der Lack einen Wimpernschlag und sieht schnell schäbig aus. Also nutze ich in den letzten Jahren fast nur noch Klarlack und meine Nagellacke trocknen ein. Die, die noch verwendbar sind, werde ich aufbrauchen. Aber ich werde keine neuen kaufen. Es ist einfach nicht nachhaltig.

Lebensmittel werden bei uns aufgegessen. Wir machen einen Wochenplan und kaufen ein, was wir benötigen. Mit Zettel, gegen die Verführung. Mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, wie oft ich früher Lebensmittel weggeworfen habe, weil wir sie im Kühlschrank vergessen haben.

Auch unsere Autos brauchen wir auf. Wir haben beide zwei vernünftige Kleinwagen. Aufgrund unserer Wohnlage weit ab vom Öffentlichen Nahverkehr brauchen wir die, respektive wollen uns den Luxus zweier Autos leisten. Aber das müssen keine tonnenschweren SUVs sein. Wir fahren beide Kleinwagen, die mit rund 5,5 Liter je 100 Kilometer definitiv nicht zu den Schluckspechten gehören. Und auch wenn es sicherlich nachhaltigere Neuwagen gibt, ist das Fahren bis sie unrettbar kaputt gehen ebenso eine Form der Nachhaltigkeit.

Unsere Hunde gehören ebenfalls zu den Aufbrauchern. Manches, was sie besitzen, haben sie von ihren Vorgängern geerbt. Spielzeug ersetze ich, wenn es kaputt ist. Also so gut wie nie, weil wir praktischerweise liebe Freunde haben, die immer wieder Geschenke mitbringen.

Nachhaltigkeit mit Hund und im Haushalt

Gesunde Mischkalkulation

Bei dem was wir kaufen halten wir es betriebswirtschaftlich und machen eine gesunde Mischkalkulation auf. Es gibt Dinge im Budget, die werden bei uns in echter Bio-Qualität (bevorzugt Demeter) eingekauft. Der Rest kommt aus dem Discounter. Im normalen Supermarkt sind wir so gut wie nie anzutreffen. Warum auch, es ist nur hübscher verpackt als im Discounter, die Produktionsbedingungen unterscheiden sich nicht.

Wir gönnen uns also wöchentlich unsere Bio-Kiste mit Gemüse und Obst. Ab und an gibt es bei uns Fleisch. Wenn das Budget es zulässt bevorzugt von einem Biohof aus der Umgebung, sonst tatsächlich von Aldi.

Gewürze, Salz, Brühen, Mehl und ähnliches wird in Bioqualität eingekauft. Milchprodukte und Lagerartikel wie Nudeln, geschälte Tomaten und ähnliches bei Aldi.

Unsere Hunde würden wir gerne mit Fleisch aus artgerechter Haltung versorgen. Ich rechne es alle paar Monate wieder durch und habe auch schon Biobauern der Umgebung angeschrieben, aber es ist im Moment nicht machbar. Unsere Bauern verkaufen keine Fleischreste für Hunde, die entsprechenden Versandhändler sind noch zu teuer. Allerdings haben wir nach Paulas Tod jetzt schon zweimal den Anbieter gewechselt und jedes Mal merke und rieche ich, dass die Fleischqualität besser ist als von unserem Ursprungslieferanten, dem Tierhotel. Das mehr an Budget durch eine Schnauze weniger habe ich direkt in die Qualität des Fleischs für die beiden umgesetzt. Und irgendwann ist Bio drin, da bin ich mir sicher. Gemüse und Obst bekommen sie sowieso schon aus unserer Biokiste.

Nachhaltigkeit mit Hund und im Haushalt

Neue Sachen ja, aber bitte mit gutem Gewissen

Inzwischen achte ich beim Neukauf sehr auf Nachhaltigkeit (wenn wir von der oben genannten Mischkalkulation bei den Lebensmitteln mal absehen).

Unseren Hunden kaufe ich neues Spielzeug bevorzugt von Beco Pets. Nicht, weil das die ultimative Firma ist, sondern weil die im Laden in unserer Nähe als einzige nachhaltige Firma geführt wird.

Und Enki und Luna haben zum Beispiel zwei Bademäntel aus Microfaser, die ich schon einmal nähen musste. Wenn die kaputt gehen, würde ich sofort die Bademäntel von Lill’s kaufen. Sowieso ein toller Shop für Hunde, schaut mal rein.

Ich verzichte auch selbst lieber länger auf etwas, bis das Geld für die nachhaltige Alternative zusammen ist. Seit einem Jahr nun wollen wir zum Beispiel die Böden im Haus erneuern. Aber wir scheuen die Investition, weil zurzeit nur ein schäbiger Kompromiss bezahlbar wäre. Da sparen wir lieber etwas länger und leben mit den alten Böden.

Vor ein paar Jahren wechselten wir unseren Strom- und Erdgasanbieter und zahlen nun ein paar Cent mehr pro Kilowattstunde bei einem lokalen Anbieter, der uns den Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien liefert.

Nachhaltigkeit mit Hund und im Haushalt

Selbstgemacht statt gekauft

Ich wünschte ich hätte ein Talent für DIY. Dann würde ich so manches selbstmachen. Aber auch ohne das gibt es bei uns viel Handarbeit. Wir essen zum Beispiel kein fertiges Essen. Weder wir Zweibeiner noch die Hunde. Das wird alles schön selbst zubereitet.

Auch Putzmittel kaufe ich so gut wie nie, sondern meist die Basiskomponenten die ich brauche. Und dann stelle ich unsere Putzmittel selbst her. Das ist gesünder für uns und die Hunde und ich habe die volle Kontrolle über die Zusatzstoffe. Allein die extremen unterschiedlichen Duftstoffe der meisten Reinigungsmittel müssen die Hölle für Hundenasen sein.

So habe ich ohne Fertigprodukte und Putzmittel zwei Quellen für das überall präsente Palmöl ausgeklammert.

Nachhaltigkeit mit Hund und im Haushalt

Nachhaltigkeit ist Nachdenken

Konsum, und sei er auch noch so biologisch, ökologisch und ethisch-moralisch korrekt, kann niemals nachhaltig sein, wenn er gedankenlos im Übermaß betrieben wird.

Und ich bin überzeugt, dass gelebte Nachhaltigkeit auch immer eine Form des Minimalismus ist. Überraschenderweise ist der Verzicht meist nicht als solcher spürbar, sondern als gewonnene Freiheit. Denn häufig belastet uns unser ganzer Besitz nur.

Wie siehst Du das? Achtest du auf Nachhaltigkeit und wenn ja, was ist für Dich nachhaltig?

Nachhaltigkeit mit Hund und im Haushalt

Inspirationsquellen

Filme:

  • Eine unbequeme Wahrheit und die Fortsetzung
  • Beyond the Flood
  • More than Honey
  • Cowspiracy
  • Minimalism

Bücher:

Blogs:

 


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written by: Stephie
Bloggerin, Hundeverrückte, Heilpraktikerin, Homöopathin, Osteopathin, Schokosüchtige, Kaffeejunkie, Foto-Azubi, Wissenschafts-Coach
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