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Hundetraining

Mehrhundehaltung – Buchtipp „Einmal Meutechef und zurück“

Luna kam und ich begann mich mit der Mehrhundehaltung zu beschäftigten. Zwei Hunde hatte ich ja schon länger, aber drei? Das fühlte sich auf einmal nach Rudel, nach Meute an. Natürlich würde das auch einfach so nach Bauchgefühl gehen. Aber ich lese gerne und zu neuen Themen ziehen immer wieder neue Bücher bei mir ein. Also machte ich mich auf die Suche nach Werken zur Mehrhundehaltung.

An „Einmal Meutechef und zurück“ blieb ich sofort hängen, da es von Patricia McConnell ist und ich sie sehr schätze. Leider ist es mehr Heft als Buch, aber dafür lässt es im Budget noch viel Platz für andere Bücher.

Einmal Meutechef und zurück: Mit mehreren Hunden leben

Mit dem folgenden Absatz in der Einleitung fühlte ich mich sofort Zuhause und aufgehoben:

„Unsere eigene Philosophie (…) weicht von dem üblichen Rat ab, den man meist für Haushalte mit mehreren Hunden erteilt und demzufolge man den ranghöchsten Hund in seiner Position unterstützen müsse, indem man ihn stets zuerst füttert, streichelt und so weiter. Stattdessen bringen wir allen unseren Hunden bei, stets höflich, geduldig und respektvoll zu sein und tolerieren weder Kämpfe noch, dass sie »etwas untereinander ausmachen«. Wir bringen Hundegruppen gerne ganz bestimmte Aktivitäten bei, die der Harmonie in einem Mehrhunde-Haushalt dienlich sind.“

Das Buch ist wie gesagt kurz, nur 72 Seiten. Das machte mich ein wenig skeptisch. Und ja, ich hätte mir an vielen Stellen gewünscht, dass mehr geschrieben worden wäre, Frau McConnell etwas mehr in die Tiefe gegangen wäre.

Trotzdem enthält das Buch viele Tipps, die mir beim Management meiner Meute helfen oder helfen könnten, wenn ich sie umsetze.

Tipps zur Mehrhundehaltung: McConnells Buch "Einmal Meutechef und zurück" enthält Tipps, wie der Alltag mit mehreren Hunden entspannt abläuft. | Hund | Training | Rudel | Erziehung | thepellmellpack.de

„Arbeiten Sie mit jedem Hund einzeln“

Darüber habe ich ja bereits ein wenig geschrieben. Wenn Du den Artikel noch nicht kennst, kannst Du ihn hier lesen: Zu dritt als Team oder zu zweit als Paar

Unsere neue Herausforderung, insbesondere für Enki, ist, dass ein Hund warten muss während ich mit dem anderen arbeite. Das Konzept „Warten“ ist für Enki sowieso das am schwersten verständliche. Er will immer in vorderster Reihe dabei sein.

„Vertiefen Sie den Grundgehorsam.“

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber trotzdem eine wichtige Erwähnung. Das Leben wird um ein vielfaches einfacher, wenn alle zumindest „Hier, Sitz, Platz und Bleib“ sicher beherrschen. Wie nicht unschwer zu erraten, mangelt es Enki eindeutig an Geduld fürs „Bleib“. Aber wir sind jetzt schon bei drei Sekunden und ich bin zuversichtlich, diesen Monat die fünf Sekunden Schallmarke zu durchbrechen. Insgesamt tut es aber allen gut, diese Kommandos zu vertiefen. Häufig geraten die Grundlagen im Training in Vergessenheit und werden als Selbstverständlichkeiten genommen. Gerade die alte Dame Paula ist immer hocherfreut, wenn ich Sachen abfrage, die sie beherrscht. Und wenn sie dann merkt, dass Enki nicht so schnell weiß was ich meine, ist ihre Brust stolzgeschwellt.

„Führen Sie einen Gruppennamen ein“

Ich finde, das ist eigentlich ein sehr schöner Tipp und schwankte ein wenig zwischen Fellnasen und Kinners, habe jetzt aber den perfekten Gruppennamen. Er lautet Luna. Luna kommt zuverlässig, wenn ich sie rufe. Enki kommt, egal was ich rufe. Und Paula kommt, wenn die anderen zu mir laufen. Könnte ja ein Leckerchen geben. Allerdings brauchte ich dann wieder einen eigenen Namen nur für Luna …

„Das Leben ist nun mal nicht immer fair“

Das ist immer noch etwas, das mir schwerfällt. Mal nur einen Hund belohnen, einen Hund streicheln, mit nur einem Hund spielen. Gerade Enki kann das nicht gut ertragen, wird maulig und stampft sprichwörtlich mit den Pfoten auf den Boden. Wenn ich ihn dann wegschicke, schleicht er mit eingeklappter Rute davon und macht ein riesiges Unterwerfungs- und Beschwichtigungstheater. Das kann ich dann nicht gut ertragen und fühle mich, wie ein alter preußischer Patriarch, der den Rohrstock gezückt hat. Daher nehme ich es mir jeden Tag bewusst vor, um Enki nicht weiterhin in dem Glauben zu lassen, er sei der Kronprinz. Wenn er nur nicht diese verdammten braunen Mandelaugen hätte.♥

Tipps zur Mehrhundehaltung: McConnells Buch "Einmal Meutechef und zurück" enthält Tipps, wie der Alltag mit mehreren Hunden entspannt abläuft. | Hund | Training | Rudel | Erziehung | thepellmellpack.de

„Body Blocks“

Patricia McConnells Konzept der Body Blocks nutze ich seitdem ich „Das andere Ende der Leine“ gelesen habe. Es geht darum, Raum zu beanspruchen und Hunde ohne Berührung oder Worte zu kontrollieren. Bei uns funktioniert es super und meine Hunde reagieren gut auf diese Methode, die bei uns „Hütehund-Modus“ heißt. So haben meine auch schnell und zuverlässig gelernt, an der Haustür und im Auto zu warten, bis ich sie freigebe. Wenn Enki mal wieder zu stürmisch ist, bringe ich ihn so auf seinem Platz zum Liegen. Luna sitzt dann neben mir und beobachtet mich genau. Ich habe das Gefühl, sie spielt Ringrichter und vergibt Punkte für meine Hütehund-Ansätze.

„Alleine bleiben können“

Das haben wir sehr lange geübt und endlich funktioniert es zuverlässig. Mit alleine bleiben ist hier nicht gemeint, dass wir das Haus verlassen, sondern dass die Hunde im Haus nicht bei uns sind.

Es kommt immer wieder der Moment an dem Besuch kommt, dem ich unsere Hunde nicht zumuten kann. Sei es der Handwerker, der nur schnell etwas reparieren möchte oder der Freund, der leider eine wahnsinnige Angst vor Hunden hat.

Inzwischen haben wir die Hunde so trainiert, dass alle zusammen ruhig in der Küche bleiben können. Einzeln haben Enki und Luna noch Boxen, wo ich sie für kürzere Zeit dann auch einzeln lassen kann. Die Boxen sind so schon beliebte Höhlen bei den beiden und wenn dann noch ein Kong oder ein Knochen mit reinfliegt, ist auch eine etwas längere Wartezeit kein Problem.

Und sonst noch

Weiter geht es mit Tipps zur gesitteten Raubtierfütterung und zur Begrüßung von Besuchern.

Es folgen noch ein paar Tipps zu Gruppenbefehlen wie „Wartet“ und „Lass es“, die bei uns noch nicht auf dem Übungsplan stehen. Außerdem schöne Tipps zum Spielen der Hunde untereinander.

Den Schluss bildet ein kurzer Absatz über Kämpfe unter den Hunden und ein paar Hinweise, wie man einen neuen Hund in die Gruppe bringen kann.

Alles in allem ist in diesem Büchlein kurz das Wichtigste zusammengefasst, was einem das Management mehrerer Hunde leichter macht. Allerdings hätte ich mich sehr gefreut, wenn hier die doppelte Seitenzahl geschrieben worden wäre.

Hast Du Tipps für interessante Bücher zur Mehrhundehaltung?


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Stichworte : MehrhundehaltungRudel
Stephanie Rose

Die Autorin Stephanie Rose

Bloggerin mit einem Faible für Fotographie.

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