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Unterwegs mit Hund

Lüneburger Heide – Wandern mit Hund

Pietzmoor, Osterheide, Wandern mit Hund

Wir lieben Wanderungen mit unseren Hunden und machen gerne Tagesausflüge in die Umgebung. Quasi direkt vor unserer Haustür fängt die Lüneburger Heide an, in der man perfekt mit seinem Hund wandern kann. Ich weiß nicht, wie oft wir da schon unterwegs waren und es noch sein werden.

Mit dazu zählt zum Beispiel das Wendland, das ich euch hier schon mal als Ausflugsort empfohlen habe: Der Enki-Anarcho unterwegs im Wendland

Letzten Monat waren wir dann in einer ebenso schönen Ecke und haben das Pietzmoor und die Osterheide besucht.

Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide ist ein riesiges Gebiet im Norden Niedersachsens. Auf dem kargen Boden der Norddeutschen Tiefebene siedelten sich schon früh Bauern an. Damals war das Gebiet noch von Wald bedeckt. Es gab viele Eichen- und Buchenwälder, abwechselnd mit der heute so beliebten Besenheide, die auf dem kargen Sandboden gut wachsen konnte.

Ab dem Jahr 1000 kann man einen durch vermutlich Landwirtschaft verursachten stetigen Rückgang der Wälder nachweisen und die Besenheide konnte sich verbreiten. Daraus entstand die für diese Gegend typische Heidebauernwirtschaft mit der besonderen Schafart Heidschnucken.

Genau genommen ist die Lüneburger Heide also keine Naturlandschaft, sondern eine Kulturlandschaft. Würde man die inzwischen eingerichteten Naturschutzgebiete sich selbst überlassen, würde die Heide verschwinden, Wälder würden zurückkehren. Daher wird die Ausbreitung des Waldes auch heute noch mit großen Heidschnuckenherden verhindert, die nur zu gerne die kleinen Baumsprösslinge vernichten.

Pietzmoor, Osterheide, Wandern mit Hund

Natur oder Kultur?

Ich liebe die Schönheit der Lüneburger Heide. Und dennoch ist es für mich immer wieder eine Frage wert, ob wir sie wirklich dauerhaft erhalten wollen. Sie ist nicht ursprünglich, entstand durch frühen Raubbau an so schon kargem Boden. Wäre es nicht ein Fortschritt, wenn diese Flächen – so schön sie sein mögen – wieder zuwuchern und irgendwann von Eichen und Buchen bestanden sind?

Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung nicht treffen muss.

Moore in der Lüneburger Heide

Ursprünglich hingegen sind Moore. Für mich sind das Orte mit magischer Anziehungskraft. Sie wirken immer mystisch und geheimnisvoll und sofort kommen mir alte norddeutsche Gedichte in den Sinn. Da macht sich dann das Studium der Neueren Deutschen Literatur eindeutig bemerkbar.

O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn es aus der Spalte zischt und singt!-
O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn der Röhrich knistert im Hauche!
Der Knabe im Moor – Annette von Droste-Hülshoff

Was sind Moore?

Moore bilden den Übergang zwischen Land und Wasser. Hier verschwimmen im wahrsten Sinne des Wortes die Grenzen. Sie sind Feuchtgebiete auf schwammig, schlammigem Boden. Da immer Wasser auf dem Boden steht, ist er sehr sauerstoffarm. Überreste von Pflanzen (und auch Menschen – Moorleiche) werden nicht vollständig abgebaut und lagen sich am Boden der Feuchtgebiete an. Das ist dann der Gärtnern bekannte Torf. Durch diese Ansammlung von Torf wachsen Moore in die Höhe. Hochmoore sind also immer älter als „normale“ Moore.

Moore unterschieden sich von Sümpfen dadurch, dass sie nie austrocknen. Sümpfe hingegen haben immer wieder Zeiten, in denen sie trocken sind.

Früher gab es neben den sandigen Flächen unglaublich viele Moore in Niedersachsen. Aber durch den Abbau von Torf wurden sie immer mehr entwässert und verschwanden fast vollständig.

Für unsere Natur eine Katastrophe, den Moore sind wahre Biotope und Lebensraum für ganz besondere Tiere und Pflanzen.

Seit den 1980er Jahren werden daher immer mehr Moorgebiete wieder bewässert und der Mensch versucht wieder herzustellen, was er selbst zerstört hat.

Daher passt bitte beim Kauf von Blumenerde gut auf, dass sie keinen Torf enthält.

Pietzmoor, Osterheide, Wandern mit Hund

Ausflugziele Pietzmoor und Osterheide

Das Pietzmoor in der Nähe von Schneverdingen ist eines der größten Moore in der Lüneburger Heide und steht natürlich unter Naturschutz. Wir gehen davon aus, dass dieses Moor circa 8000 Jahre alt ist. Ist das nicht Wahnsinn?

Es hat eine Fläche von circa 2,5 km². Eine große Runde durch das Pietzmoor sind gut 10 km, davon 5 km über wunderschöne Holzwege direkt durch das Moor. Daher ist es auch als ungeübter Wanderer unbedingt einen Ausflug wert.

Hunde sind hier natürlich an der Leine zu führen. Erstens weil es ein Naturschutzgebiet ist, zweitens aber auch, weil nun wirklich niemand möchte, dass der eigene Hund im Moor versinkt. 😉 Allerdings gibt es hier so viel zu entdecken und zu schnuppern, dass das selbst meine Leinen-Rowdies nicht wirklich gestört hat.

Schauspiel der Vögel

Wenn ihr im Frühjahr ins Pietzmoor fahrt, könnt ihr mit Glück Kraniche antreffen. Zusammen mit Schwarzstörchen und Gänsen nutzen sie die Moore der Lüneburger Heide nämlich zu gerne als Rastplätze. Ob das damit zu tun haben mag, dass gleichzeitig die Paarungszeit der Moorfrösche ist, bei der sich die Männchen faszinierend blau färben? Ein Schelm, der Böses dabei denkt und so ein kleiner Snack gehört schließlich zu jedem Rastplatz.

Die Osterheide

Direkt gegenüber vom Pietzmoor ist die Osterheide. Hier kommen dann auch die geübten Wanderer auf ihre Kosten, man kann gefühlt ewig gehen. Die Osterheide ist mit über 175 km ² die größte Heidefläche und war früher einmal Truppenübungsgebiet. Seit Mitte der 1990er Jahre ist sie ein Naturschutzpark und wurde mit viel Zeit, Energie und Liebe wieder rekultiviert.

Highlights der Osterheide sind der „Spitzbubenweg“, ein alter Salz-Schmuggler-Salz-Schmuggler-Pfad, auf dem man bis nach Wilsede und dann weiter zum Naturschutzgebiet Wilseder Berg wandern kann. Für die süddeutschen Bergfreunde unter euch ist er mit seinen knapp 170 Metern wohl eher ein Maulwurfshügel, aber wir Norddeutschen nennen so etwas Berg.

Das zweite Highlight ist der Silvestersee. Hier könnt ihr gut Pause machen und euer Hund sich abkühlen. Obwohl der See nur von Regenwasser gespeist wird, trocknet er nie aus.

Wölfe in der Heide

Habe ich schon mal gesagt wie sehr ich Wölfe liebe? Inzwischen sind diese wunderbaren Tiere auch in die Lüneburger Heide zurückgekehrt. 2016, über 160 Jahre nach dem letzten Abschuss eines Wolfes in dieser Region, kamen hier 6 Wolfswelpen zur Welt. Seitdem gab es 2017 noch einen Wurf mit 9 Welpen und 2018 einen mit 5 Welpen. Wenn ihr euch für die Verbreitung der Wölfe in Niedersachsen interessiert, schaut mal rüber zum Wolfsmonitor 

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Was gibt es zu beachten?

Denkt bitte daran, dass die Heidelandschaft Naturschutzgebiet ist und wir nur Gäste sind. Es herrscht überall Leinenpflicht, an die man sich auch halten sollte.

Außerdem ist die Gegend karg, Bäche und Seen sind selten. Nehmt daher unbedingt Wasser mit. Es gibt weite Strecken ohne eine Möglichkeit zur Einkehr.

Die meisten Heidegegenden sind autofrei. Das ist wunderschön und das Gehör deines Hundes kann fernab von urbanem Lärm endlich mal entspannen, genau wie deins. Das heißt aber auch, dass du im Fall der Fälle nicht einfach mal Hilfe rufen kannst. Daher habe ich für Notfälle immer eine Tragedecke dabei, denn der Rückweg kann weit sein und der Hund ziemlich schwer werden.

Aus dem gleichen Grund habe ich auch immer ein kleines Erste-Hilfe-Set und Booties dabei.

Vom Sofa reisen

Wenn ihr euch die Lüneburger Heide schon mal bequem vom Sofa anschauen wollt, empfehle ich euch die Dokumentation „Der Heidekomplex“. Alle 8 Teile gibt es bei YouTube.

Wir werden bestimmt noch häufiger in die Lüneburger Heide fahren und ich freue mich jetzt schon darauf, für uns neue Ecken mit euch zu teilen.

Weiterführende Informationen für deinen Urlaub mit Hund

Die Webseite Lüneburger Heide ist eine tolle Sammelstelle für Informationen rund um die Lüneburger Heide

Ich liebe es mit Komoot zu wandern. Hier findet ihr tolle Wanderwege und werdet passend navigiert: Komoot – Lüneburger Heide

Ein besonderes Schmankerl ist der Heidschnuckenweg mit 13 Tagesetappen: Komoot – Der Heischnuckenweg

Auf Kalte Schnauze findet ihr einen tollen Erfahrungsbericht über eine Wanderung mit Hund durch die Lüneburger Heide.

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Bloggerin mit einem Faible für Fotographie.

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