Playdate_April_2017 (7 von 15)
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Die Körpersprache unserer Hunde verrät uns viel wenn wir genau hinsehen. Häufig nehmen wir Situationen im Kontext war, entscheiden unterbewusst schnell, wie wir die Körpersprache interpretieren und beziehen sowohl  verbale Kommunikation  als auch unser Bauchgefühl in die Entscheidung mit ein.

Nicht selten liegen wir vielleicht daneben, weil wir in diesen Sekundenbruchteilen die Körpersprache nicht richtig gedeutet oder unser Bauchgefühl von unseren eigenen Emotionen dominiert war.

Die eigene Wahrnehmung trainieren

Zumindest was die Körpersprache angeht, können wir uns trainieren. Wir können Bilder – Momentaufnahmen ohne Kontext – ansehen und analysieren, was wir dort eigentlich konkret sehen. Wir können es beschreiben und  erst anschließend interpretieren.

So lernt unser Auge, aufmerksam hinzusehen und wir werden in unseren Entscheidungen immer schneller und treffsicherer. Und vielleicht entdecken wir manchmal etwas,  das uns zuvor entgangen wäre.

Gemeinsam trainieren

Quelle Aram & Abra | http://www.aram-und-abra.de/2017/05/illustrationen-fur-hundeblogger.htmlHilfreich ist es, wenn wir Feedback bekommen. Wenn sich auch Andere dieselben Bilder ansehen, die unseren Hund nicht kennen. Zeichen und Signale, die wir aufgrund unserer Nähe übersehen können, entdeckt vielleicht der Andere. Und aus vielen Beobachtungen entsteht ein neues Bild.

Angeregt von einer Freundin, die mir Feedback zu einer geposteten Aufnahme gab, kamen Nicole von Leinenengel und ich auf die Idee, mit dir gemeinsam Fotos zu betrachten.

Wir haben uns zwei Aufnahmen genommen – eine von mir, eine von ihr – und erst habe ich als Laie versucht, die Körpersprache der Hunde zu analysieren und interpretieren, danach hat es Nicole aus Trainersicht mir gleich getan .

Den Artikel zu meinem Hund liest du hier, den Artikel zu Nicoles Hund findest du am Donnerstag auf ihrem Blog Leinenengel.

Damit aber nicht genug. Wir wollen auch gemeinsam mit dir Spaß haben. Deshalb veröffentlichen wir an den anderen Tagen der Woche jeweils ein Foto auf Facebook in der Gruppe der miDoggy Community. Dort würden wir gerne von dir hören, was du auf dem Bild siehst. Am nächsten Tag erzählen wir dann noch kurz etwas zu der Situation, in der das Bild entstand.

Wir freuen uns sehr, wenn du an unserem kleinen Experiment teilnimmst und Spaß hast. Keine Sorge, es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Jeder sieht etwas anderes und die Wahrheit kennt sowieso nur der Hund.

Das erste Bild

Körpersprache der Hunde – Wie Hunde mit ihrem Körper und ihrer Mimik kommunizieren und wie wir lernen können, genauer hinzusehen. | thepellmellpack.de

Was sehe ich?

Ich sehe eine Begegnung zweier Hunde. Der Hütehundmix trägt die Rute hoch erhoben. Er zeigt  Körperspannung und hat sich groß gemacht. Die Ohren sind leicht zurückgelegt. Mit der Schnauze umfasst er Enkis Ohr.

Enkis Schwanz ist nicht gut zu erkennen, aber auch eher hoch gehalten. Auch er macht sich groß und gerade. Der Kopf ist gehoben, das Maul leicht geöffnet. Den Kopf wendet er dem Hütehundmix zu. Die Augen sind groß und geöffnet. Am Maul kann ich leichte Stressfalten erkennen.

Wie interpretiere ich das Gesehene?

Quelle Aram & Abra | http://www.aram-und-abra.de/2017/05/illustrationen-fur-hundeblogger.htmlIch würde sagen hier begegnen sich zwei junge Rüden auf Augenhöhe. Der Hütemix versucht Enki durch den „Schnauzengriff“ zu imponieren. Enki lässt das zwar zu, unterwirft sich aber nicht. Beide Rüden haben sich sprichwörtlich in die Brust geworfen. Der Hütemix möchte Enki mitteilen, dass er der Herrscher im Ring ist. Enki macht sich ebenfalls groß und wendet dem Hütehundmix das Gesicht zu, die Augen sind offen. Mir signalisiert das, dass er im Zweifelsfall auch gerne auf die Konfrontation eingeht und nicht den Klügeren spielen wird, der nachgibt.

Für mich ist das eine Situation, die ich sehr genau im Auge behalten und mir nicht lange ansehen würde. Wenn die beiden das zeitnah durch Spiel auflösen, bin ich zufrieden. Aber in diesem Moment erinnert es mich an einen Schnellkochtopf, der jederzeit hochgehen kann.

Was sieht Nicole als Hundetrainerin?

Ich sehe eine Begegnung mit Körperkontakt zweier Hunde. Der vordere Hund hat die Rute senkrecht aufgestellt, sein Körper wirkt aufgerichtet und angespannt. Die Ohren sind seitlich ausgerichtet, sein Fang geöffnet und in direktem Kontakt mit der seitlichen Gesicht-/Ohrpartie des anderen Hundes. Die Stellung der Rute des anderen Hundes lässt sich nur erahnen, da sie fast komplett verdeckt ist. Sie ist aber definitiv nicht so hoch aufgestellt, wie die des vorderen Hundes. Seine Körperhaltung ist aber auch eher aufgerichtet, der Kopf wird hoch gehalten und in Richtung des vorderen Hundes ausgerichtet. Der Fang ist leicht geöffnet und es bilden sich Falten um die runden Mundwinkel. Körperkontakt scheint es neben dem Kontakt Fang – Gesicht auch im Vorderkörperbereich zu geben.

Wie interpretiert Nicole das Gesehene?

Quelle Aram & Abra | http://www.aram-und-abra.de/2017/05/illustrationen-fur-hundeblogger.html

Ich interpretiere diese Situation als ein „aufplustern“ zwischen zwei jungen Hunden. Der vordere Hund bedrängt den hinteren, die Vorderkörper berühren sich, der Fang des vorderen Hundes ist weiter geöffnet und fasst in Richtung Ohr-/Gesichtspartie des hinteren Hundes. Eine aufrechte, gespannte und zueinander gewandte Körperhaltung, der vordere Hund wirkt staksig, die Beine sind durchgedrückt, für mich kein spielerisches Balgen, sondern schon eine Handlung, die sich in Richtung einer Rauferei entwickeln könnte. Die Falten um den Fang des hinteren würde ich auch eher in der Kategorie Stress ansiedeln. Stressanzeichen und Imponiergehabe ist etwas, was schnell ausarten kann, ich würde diesen Kontakt genau beobachten.

Wie war die Situation?

Enki und Chewy treffen sich regelmäßig beim Playdate. Sie kennen sich also gut. Häufig toben sie miteinander, aber genauso häufig schaukelt sich das Ganze zu so einem Imponiergehabe auf. Wenn andere Hunde mit toben wollen, fangen sie an zu mobben. Das Verhalten der beiden zueinander und zu anderen Hunden hat sich trotz mehrerer Treffen nicht geändert, daher ist mir das schon länger ein Dorn im Auge. Ich hatte Sorge, dass Enki dieses Verhalten auf andere Hundebegegnungen überträgt und viel seiner Sozialkompetenz einbüßt – eigentlich macht er eher selten auf „dicke Hose“ und wenn meist nur im Rahmen dieses Playdates. Einzelbegegnungen sind meist sehr viel friedlicher.

Was folgere ich daraus?

Quelle Aram & Abra | http://www.aram-und-abra.de/2017/05/illustrationen-fur-hundeblogger.html

Durch dieses Foto und Nicoles und meine Aktion habe ich jedoch das erste Mal bemerkt, dass Enki auch wirklich Stress zu haben scheint. Daher werde ich mich zukünftig bemühen das Ganze anders anzugehen. Wir waren nun schon eine Weile nicht mehr beim Playdate, da ich immer mehr das Gefühl hatte, dass beide Hunde gestresst sind. Entweder wir belassen es dabei, dass dieses Treffen nicht mehr zu uns passt oder ich werde zukünftig erstmal nur mit einem Hund hingehen, um die Situation besser im Auge behalten zu können. Da steht für mich die Entscheidung noch aus.

Mehr zur Körpersprache der Hunde

Bei mir steht leider noch zu wenig Literatur zu diesem Thema im Schrank. Ein wenig wird es in folgenden meiner Bücher behandelt:

  • Turid Rugaas „Calming Signals“
  • Patricia McConnell „Das andere Ende der Leine
  • Patricia McConnell „Liebst Du mich auch“

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Sehr gut gefällt mir eine Reihe von Youtube Videos, in denen das Verhalten der Hunde sehr kritisch unter die Lupe genommen wird. Manchen Einschätzungen würde ich vielleicht nicht folgen, den Meisten aber schon. Und die Auseinandersetzung mit der Einschätzung anderer ist integraler Bestandteil des Lernens. Die Reihe heißt „At the Dogpark“ und ist von Great Dog Productions.

At the Dog Park: Red Alert Behavior

Dog Park Bullying

Allgemeines zur Körpersprache

Understanding Dog Body Language

Understanding Dog Body Language – Part 2

Zoom Room Guide to Dog Body Language

Ich kenne leider nur diese englischen Videos. Wenn du Tipps für deutsche Videos hast, ergänze sie gerne in den Kommentaren.

So, das war unser Auftakt. Morgen und Mittwoch geht es mit zwei Fotos in der miDoggy Community weiter, am Donnerstag erscheint Nicoles Artikel auf Leinenengel.

Hier der Artikel von Nicole:

Körpersprache von Hunden

 


Illustrationen wurden mit viel Liebe ♥ von Aram & Abra gestaltet und stehen dort kostenlos zum Download zur Verfügung.

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Körpersprache der Hunde – Wie Hunde mit ihrem Körper und ihrer Mimik kommunizieren und wie wir lernen können, genauer hinzusehen. | thepellmellpack.de

 

Tractive GPS Tracker
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written by: Stephie
Bloggerin, Hundeverrückte, Heilpraktikerin, Homöopathin, Osteopathin, Schokosüchtige, Kaffeejunkie, Foto-Azubi, Wissenschafts-Coach

9 Comments

  • würde meinen Hund dem Stress auch nicht aussetzen, gerade auch, weil Jana Menschen eigentlich (noch?) lieber sind wie Hunde. Sie geht bei einer Begegnung erstmal ins Meideverhalten, d.h. sie legt sich hin…

    • Im letzten Jahr war die Gruppe sehr toll für meine Hunde und hatte eine sehr gute Dynamik. Da konnten sie wunderbar Sozialverhalten und hündische Kommunikation üben. Es ist jedoch schwer, eine solche Gruppe zusammenzustellen und mit ein paar Abgängen und Neuzugängen hat sich Dynamik geändert. Vielleicht passt das gut zu den anderen Hunden, das vermag ich nicht zu beurteilen. Für meine wurde es halt von mal zu mal stressiger.
      Was schade ist, denn ich mochte diese Treffen eigentlich sehr gerne.

  • Eine tolle Idee zum Thema Komunikation mit viel Paltz für Diskussionsbedarf. Bei meiner Ausbildung haben wir auch stundenlang Bilder und Videos analysiert und es ist toll, sich damit in dieser Art zu beschäftigen, ohne direkt zu bewerten und emotional zu werden. Ich werde deine Bilder auf jeden Fall weiter verfolgen. Vielen Dank 🙂

    • Hallo Inga,
      es freut mich, dass es uns in deinen Augen gelungen ist, nicht gleich zu bewerten. Das ist wirklich das Schwerste. 🙂
      Ich bin gespannt, welches Feedback wir in den nächsten Tagen auf Facebook zu den kommenden Bildern erhalten.
      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Mein Hund Ein Mops ist nur auf die Menschen fixiert und lässt die Hunde links liegen wie kommt das er ist mit einem anderen Hund aufgewachsen was kann ich tun

    • Hallo Susanne,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Leider lässt sich dazu aus der Ferne nur schwer etwas sagen.
      Vielleicht mag er wirklich einfach keine anderen Hunde, vielleicht hat er mal schlechte Erfahrungen gemacht,…
      Was auch immer der Grund sein mag, wenn es dir wichtig ist, würde ich mit dem Möpschen mal zu einem erfahrenen Hundetrainer gehen, der ihn mit anderen Hunden beobachtet.
      Herzliche Grüße
      Stephie

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