Gesundes Futter

Möhre, Pastinake, Rote Bete & Co. – 4 Booster für die Gesundheit deines Hundes

Wurzelgemüse-Titel

Wurzelgemüse wie Möhren (oder auch Karotten), Pastinaken, Rote Bete und Steckrübe haben im Winter Saison. Auch im Hundenapf machen sie eine gute Figur und ergänzen jedes Futter. Ob nun Rohfütterung, Dosen- oder Trockenfutter.

Die Wurzeln begeistern durch gesunde Inhaltsstoffe nicht nur uns Menschen, auch die meisten Hunde lieben sie.

Möhren – Booster für das Immunsystem

Egal, ob du sie Möhren, Karotten, Rüebli oder Rübchen nennst, die roten Wurzeln sind toll.
Möhren enthalten Karotin sowie die Vitamine A, B1, B2, B6, C und E. Daneben sind wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen, Magnesium, Zink, Kalium und Phosphor sowie Spurenelemente in den Möhren enthalten. Das macht sie zum idealen Booster für das Immunsystem. Außerdem stärkt das Carotin die Augengesundheit und Sehkraft.

Aus dem Jahre 2005 gibt es sogar eine Studie[1], die den Möhrchen eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs zuschreibt.

Am einfachsten kannst du deinem Hund eine Möhre zum Kauen geben. So hast du gleich einen tollen Nebeneffekt – die Zähne werden gereinigt.

Möchtest du allerdings die maximale Gesundheitswirkung, solltest du die Möhren zubereiten, da dein Hund so die Inhaltsstoffe am besten aufnehmen kann. Entweder du raspelst oder pürierst sie im rohen Zustand fein oder du kochst sie.

Schichtsalat aus Möhre, Rote Bete & Pastinake

Schichtsalat für Hunde

Eine schnelle und tolle Zubereitung ist das Raspeln. Dafür nimmst du Möhren und anderes Wurzelgemüse wie Pastinaken und Rote Bete. Diese raspelst du fein mit der Hand oder in der Küchenmaschine und schichtest sie in einem Glas. Zum Abschluss noch etwas Öl darüber und fertig ist eine tolle Nahrungsergänzung, die sich im Kühlschrank ein paar Tage hält.

Morosche Möhrensuppe

Eine besondere Eigenschaft hat die Möhrensuppe nach Professor Moro.

Diese Suppe wird bei Magen- und Darmerkrankungen, wie zum Beispiel Durchfall, gegeben. Die Möhren wirken regulierend auf den Darm und antibakteriell

2008 wiesen Prof. Guggenbichler (Universitätsklinik Erlangen) und Prof. Jurenitsch (Pharmakologe aus Wien) die antibakterielle Wirkung von Karotten nach[2]. Die in den Karotten enthaltenen Oligogalakturonsäuren besetzen die GA-1-4-Gal-Rezeptoren. Dadurch können Bakterien nicht mehr andocken. Diese in den Karotten enthaltenen Säuren können schon in einer Konzentration von nur 0,005 Prozent die Bakterien vollständig blockieren. Es wurde festgestellt, dass Durchfälle nach nur 2 Tagen Gabe der Suppe abklangen.

Und die Zubereitung ist denkbar einfach. Auf 500 gr. Möhren gibst du 1 l Wasser und lässt das Ganze 1,5 Stunden köcheln. Also eine einfach zu merkende Formel: 0,5 – 1 – 1,5
Danach pürierst du die Möhrensuppe und gibst noch eine Prise Salz hinzu. Diese Suppe gibst du zu Beginn löffelweise. Bei Abklingen der Symptome kannst du schon etwas Schonkost unter die Suppe mischen. Und wenn dein Hund wieder fit ist, solltest du noch eine Weile das Futter mit gekochten oder rohen Möhren ergänzen.

Pastinaken – leckere Power-Wurzeln

Pastinaken kommen wieder mehr aus ihrer dunklen Ecke hervor und werden immer häufiger verarbeiten. Zu Recht, enthalten sie doch viel Kalium, Eisen, Zink und Folsäure. Außerdem enthalten sie viel Inulin, das sich positiv auf die Darmflora auswirkt und die Verdauung reguliert.
Vitamin C und B-Vitamine komplettieren das Paket.

Allerdings enthalten Pastinaken auch Furocumarin und immer wieder hört man, dass Hunde davon Leberschäden bekommen können. Frische Pastinaken enthalten 2,5-3 mg Furocumarin je Kilogramm. Im Labor kam es bei täglicher Gabe von 3 mg Furocumarin über mehrere Wochen zum Leberschaden. Du müsstest also täglich über Wochen 1kg Pastinaken verfüttern, damit die Leber geschädigt wird. Wie bei so vielem gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

Chips aus Pastinake und Rote Bete

Pastinaken und Rote Bete Chips

Schneide die Wurzeln in dünne Scheiben oder nimm gleich den Gemüsehobel. Die Scheiben backst du für gut 30 Minuten bei 200 ° im Backofen. Danach reduzierst du auf 100° und lässt die Ofentür einen Spalt offen, damit die restliche Feuchtigkeit entweichen kann und die Chips schön krosch werden. Das dauert noch mal gut 30 Minuten. Fertig sind die Chips für einen gemütlichen Fernsehabend mit Hund. Mir schmecken die übrigens auch sehr gut, was mir regelmäßig empörte Hundegesichter einbringt.

Rote Bete – pinke Superstars

Ich liebe Rote Bete ja für ihren Farbstoff, der allem einen schönen pinken Touch verleiht. Aber auch inhaltlich kann sich die Kugel sehen lassen. Sie ist reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen, Kalzium, Phosphor und Kalium. Daneben enthält sie reichlich B-Vitamine, Vitamin C und Folsäure.

Rote Beete enthält Oxalsäure, die in großen Mengen gesundheitsschädlich ist. Die Säure hemmt die Aufnahme von Eisen und entzieht Kalzium. Häufig wird daher empfohlen, Rote Beete nur in Verbindung mit kalziumhaltigen Lebensmitteln wie Hüttenkäse oder Quark zu verfüttern. Wenn Du allerdings ganz normale Portionen verfütterst, ist das nicht notwendig. Wenngleich Luna etwas anderes sagen würde, denn Hüttenkäse macht alles noch leckerer.

Cottage Cheese für Prinzessinnen

Lunas Hüttenkäse

Prinzessin, die Luna ist, mag sie natürlich alles Rosafarbene. Auch wenn sie das niemals laut zugeben würde. Dieser Hüttenkäse ist daher absolut nach ihrem Geschmack.

Du brauchst einen Becher Hüttenkäse, in den du geriebene Rote Bete mischst. Ergänzt wird das Ganze noch mit etwas geriebenem Ingwer, der gut für das Immunsystem und die Gelenke ist. Wegen des Rote Bete Geschmacks fällt diese Prise Schärfe kaum auf. Da die Prinzessin eine Krone braucht, kommt noch ein Schuss goldener Honig in den Käse. Verrührt gibt es ein wunderbares rosa Topping für das Futter.

Steckrübe – verkanntes Kriegsgemüse

Seit dem Steckrübenwinter 1916/17 verschwand die Knolle fast gänzlich vom Speiseplan. Dabei ist sie ein ebenso leckeres Gemüse, wie alle anderen. Gemeinsam mit den bisherigen Wurzeln und Knollen hat sie auch die tollen Inhaltsstoffe. In ihr verstecken sich Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium sowie B-Vitamine und Vitamin C. Die gelbe Farbe des Fruchtfleisches kommt vom Beta-Carotin.

Steekröövenpott

Der Steekröövenpott oder auch Steckrüben-Eintopf ist ein urnorddeutsches Gericht. Früher habe ich es bei Großmutter gehasst, inzwischen mag ich es im Winter sehr gerne. Für mich jedoch gerne ohne Fleisch. Besonders mag ich jedoch, dass ich einen großen Pott ansetzen kann und erst kurz vor Ende eine Hälfte für uns abnehme und den Rest für die Hunde habe.

Für den Eintopf schwitzt du eine Zwiebel an und gibst dann Steckrübe, Kartoffeln und Möhren hinzu. Alles geschält und gewürfelt. Dann wird mit einer schwachen Bio-Brühe aufgegossen. Wenn sich das Gemüse leicht mit der Gabel zerdrücken lässt, verteilst du es auf zwei Töpfe. Für die Hunde püriere ich das Gemüse und gebe dann gehackte Petersilie hinzu. Abkühlen lassen und fertig, ab über das Futter.

Für euch Menschen beschreibe ich hier mal das klassische Rezept. Solltest du es vegan oder vegetarisch wünschen, kannst du es entsprechend anpassen. Alle Varianten habe ich probiert und sie sind alle auf ihre Art lecker.

Du würzt erstmal mit Brühe nach, bis es deinem Geschmack entspricht. Dann rührst du einen Becher Sahne in den Eintopf und würzt mit Muskatnuss, Pfeffer und bei Bedarf noch etwas Salz (bei der Fleischvariante das Salz auf später verschieben, sonst wird es zu salzig). Für die Carnivoren werden jetzt in einer Pfanne Mettenden, Kassler und gewürfelter Speck angebraten. Danach lässt man das Fleisch noch 10-15 Minuten mitköcheln und verfeinert mit gehackter Petersilie und Creme Fraiche.
Statt des Fleischberges nehme ich gerne Räuchertofu. Das bringt die passende Note mit und man kann sich nach dem Essen wenigstens noch bewegen.

Die Chips waren übrigens ein neues Rezept. Sie wurden aber von der Qualitätskontrolle bewilligt und haben es spontan auf die Liste der Lieblingssnacks geschafft.

Das waren unsere Winterfavoriten. Ich hoffe, einiges davon – am besten alles – schmeckt auch deinem Hund. Ansonsten kannst du Enki und Luna gerne die ungeliebten Reste schicken, sie lieben es.

Wenn du die Rezepte übersichtlich zum Speichern oder ausdrucken möchtest, kannst du sie hier als PDF runterladen: Rezepte für Wurzelgemüse

Wenn dein Hund nach mehr Gemüse bellt, äh schreit, probiere es doch mal mit Kürbis.

Die besten Kürbisrezepte für Deinen Hund


[1] Morten K-L.et al.Inhibitory Effects of Feeding with Carrots or (-)-Falcarinol on Development of Azoxymethane-Induced Preneoplastic Lesions in the Rat Colon.“ Journal of Agricultural and Food Chemistry, 2005 (Hemmende Wirkung der Fütterung mit Karotten oder Falcarinol auf die Entwicklung von Azoxymethan-induzierte preneoplastische Läsionen im Rattendarm).

[2] Guggenbichler J P, Jurenitsch J „Acid oligosaccharides as the active principle of aqueous carrot extracts for prevention and therapy of gastrointestinal infections“ Wien Med Wochenschr. 2002;152(15-16):379-81,

Stephie
written by: Stephie

5 Comments

  • Bei uns gibt es in Herbst und Winter für die Hunde regelmäßig Eintopf und auch hausgemachte Sülze – mit vielen gesunden Knollen als Einlage. Je nach Laune wird bei uns dazu Fleisch und Knoprel mitgekocht … und bei besonders kühlem Wetter wird das Futter auch mal warm serviert – die Hunde mögen das sehr!
    Für Notfälle haben wir auch immer etwas Karottensuppe eingefroren in Eiswürfel-Behältern – die taut schnell auf und ist so bei Bedarf immer verfügbar!
    Sehr schöner Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    • Liebe Isabella,
      die Idee klaue ich gleich mal. An kalten Tagen das Futter warm zu servieren, darauf bin ich noch nicht gekommen.
      Und irgendwie auch nicht, die Suppe portionsweise einzufrieren. Komisch – für uns habe ich immer Hühnersuppe im Tiefkühler, falls jemand krank wird. 😉
      Herzliche Grüße von Enki und Luna, die jetzt auf baldigen Schnee hoffen, um einen warmen Eintopf zu bekommen.

      • Gerne – so soll es doch sein … jeder von uns hat mal Ideen auf die der Andere einfach noch nicht gekommen ist 🙂 Aber ich muss zugeben, den Tipp mit der warmen Mahlzeit hat mir vor über 25 Jahren unsere erste Tierärztin gegeben – die meinte, wenn wir Menschen uns nach einer warmen Tasse Tee sehnen, dann freut sich auch der Hund über eine schöne warme Brühe / Mahlzeit! Daher variiert es bei uns im Winter auch für die Hunde – mal gibt es eine warme Brühe, mal ein gebackenes Ei, mal einen gewärmeten Eintopf, mal ein Stück frisch gekochtes Fleisch und mal einen Kräutertee (den mochte bis jetzt aber nur Laika pur – für alle andern musste etwas „handfestes“ mit dazu).

        Liebe Grüße,
        Isabella mit Cara und Shadow

  • ‚Krosch‘ ist aber auch ein lokales Wort, oder? 😉
    Sehe das Chips-Bild, sehe mich direkt mit dem Rabauken auf der Couch Chips teilen, lese du auch – ich sehe schon, wir werden uns einig, wenn wir uns dann mal treffen. Nur die Hunde finden uns dann halt doof. Danke für die Anregungen – werden bestimmt ausprobiert!

    • Oh echt? Bei mir ist krosch so im allgemeinen Sprachgebrauch, dass mir die Lokalität nicht bewusst war. Dann halt knusprig. 😉
      Und ich sehe uns gemeinsam mit den Chips auf der Couch sitzen während uns vier Paar Hundeaugen traurig ansehen. „Waren die Chips nicht für uns?“

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