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Leben mit Hund

Bäh, mach das weg!

Hunde und Zecken -- vor nichts ekeln sich meine beiden mehr. | thepellmellpack.de

Ekelt sich dein Hund auch manchmal vor etwas?

Bei meinen Hunden sind es Zecken. Es gibt für sie nichts widerlicheres. Und ich bin mir sicher, dass sie mich nicht unterbewusst spiegeln. Denn wirklich eklig finde ich Zecken nicht. Ich habe einen gehörigen Respekt vor den Krankheiten, die sie übertragen und will sie daher weder auf mir, noch auf meinem Hund. Aber ich kann sie entfernen, töten, dabei anfassen und es ist mir vergleichweise egal. Größere Spinnentierchen sind da etwas ganz anderes. Allein beim Gedanken an eine Spinne stellen sich meine Nackenhaare auf und die Pupillen weiten sich.

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Enki und die Zecken

Wenn Enki eine Zecke hat, merke ich das nur, weil es ihn juckt. Er kratzt sich dann und ist latent genervt vom Juckreiz.
Aber gerade der Kater versteckt in seinem Perserfell manchmal Zecken, die meiner Kontrolle entgehen. Und dann fällt mal so ein kugeliges hochglänzendes Ding auf den Boden. Wenn das passiert, geht die Ekelspirale bei Enki los. Er schleppt das Ding zu mir, wo auch immer ich gerade bin. Aber nicht einfach so, denn schließlich sind die Dinger ja eklig. Er nimmt sie, geht ein paar Schritte, legt sie wieder ab und schüttelt angewidert das Gesicht. Dann zieht er einen Kreis um sie, schnauft aus der Tiefe seiner Brust und nimmt sie wieder hoch. Wieder ein paar Schritte und das Spiel geht von vorne los. Wenn ich sie ihm endlich abnehme, schnauft er noch mal, aber diesmal im Ton der Erleichterung. Wedelt kurz und zieht ab.

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Luna und die Zecken

Besonders mädchenhaft ist bei uns jedoch Luna.

In der jetzigen Hochsaison der Zecken setzt sie sich drei bis vier Mal am Tag hin und schnuppert Millimeter für Millimeter ihrer Haut ab. An manchen Stellen wird das Schnuppern intensiver und sie inhaliert stark. Wenn es ein Fehlalarm war, schnuppert sie weiter. Wenn sie jedoch eine Zecke gewittert hat, schnaubt sie empört aus und gräbt die Nase tiefer ins Fell. Haar für Haar schiebt sie beiseite, bis sie den Parasiten gefunden hat. Dann beginnt sie sofort mit den Zähnen die Zecke zu ziehen. Anschließend schleckt sie die Stelle so lange, bis das Fell nass ist wie nach einer Runde in der Waschmaschine ohne Schleudergang. Ich springe von wo auch immer schon bei ihrem „Gefunden“ Schnauben hoch und versuche, schneller zu sein als sie, damit wir das Ding mit Kopf bergen können.

Wenn ich rechtzeitig da war, lässt sie mich gewähren. Behält aber alles genau im Blick. Nach dem Ziehen muss sie erstmal an der Zecke schnuppern. Dabei verzieht sie das Gesicht zur Grimasse, schüttelt sich und fängt an zu geifern. Immer mehr Speichel produziert sie, bis sie quasi Schaum vor dem Maul hat. Jeder Tierarzt würde bei ihrem Anblick sofort einen Tollwut-Verdacht aussprechen.

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Der Abtransport der Zecke wird dann mit Argusaugen beobachtet und danach müssen meine Hände abgeschnüffelt werden, ob sie auch wirklich weg ist.

Da aber jeder Hund weiß, dass Zecken nur im Rudel auftreten, wird nun noch intensiver der Rest des Fells abgesucht. Und wehe, sie findet eine zweite. Dann ist dieser Hund kurz vor der Panikattacke.

Schlimm ist es für sie schon, wenn ich von ihr oder den anderen eine Zecke absammele. Auch das wird genau beobachet, häufig begleitet von Schnauben und angewidertem Kopfschütteln.

Ich glaube, ich habe mich noch nie vor etwas so sehr geekelt, wie dieser Hund vor Zecken. Obwohl, warte. Psychothriller lösen in mir die selbe Form von Ekel und Panik aus.
Zecken scheinen also Lunas Schweigen der Lämmer zu sein.

 

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Bloggerin mit einem Faible für Fotographie.