Hunde allein Zuhause (1 von 3)

MiDoggy fragte in der aktuellen Blogparade, ob Hund und Job vereinbar wären und wie das funktioniere. Unsere Hunde können nicht nur, sie müssen allein zuhause bleiben.

Hund und Job

Ich arbeite sechs Stunden am Tag. Der Lieblingsmann noch länger. Bis zum Frühjahr letzten Jahres war das kein Problem. Meine Großmutter wohnte nebenan und kam jeden Morgen bevor wir zur Arbeit gingen. Sie blieb, bis ich wieder da war und kümmerte sich liebevoll um unsere Hunde.

Leider musste sie in ein Pflegeheim und so stand ich plötzlich da. Mit einem noch jungen Enki, der gerade erst ein paar Wochen vorher aus Rumänien zu uns kam und so gar nichts konnte. Paula war und ist kein Problem. Als alter Hund schläft sie gut 23 Stunden am Tag. Dass ich nicht da bin, fällt vermutlich noch nicht mal auf. Hauptsache ich bin rechtzeitig zu den Essenszeiten zurück.

In Würde alt werden

In den ersten Wochen durfte ich Enki mit ins Büro nehmen. Es war jedoch klar, dass das keine Dauerlösung sein konnte. Wir sind sechs Personen im Büro und nur eine davon kann mit Hunden etwas anfangen. Alle anderen lächelten lieb, machten aber einen großen Bogen um meinen Schreibtisch.

Hunde und Job
Zeit tot schlagen auf hündisch

Die Eingewöhnung

Also ging ich dazu über den Arbeitstag aufzuteilen. 3 Stunden arbeiten, 2 Stunden Mittagspause und wieder 3 Stunden arbeiten. Die Fahrt ins Büro ist zwar nicht lang, trotzdem merkte ich, wie dieser Rhythmus an mir zehrte. Ich hatte das Gefühl kaum noch Freizeit zu haben. Große Spaziergänge wurden auf das Wochenende verschoben. Kochen, Haushalt, vielleicht noch ein wenig leben, alles musste jetzt nach 19 Uhr untergebracht werden.

Enki & Luna allein zuhause

So versuchte ich es irgendwann einfach und ließ ihn an zwei Tagen in der Woche volle sechs Stunden allein – mit unfassbar schlechtem Gewissen. Aber es ging und ich hatte das Gefühl, dass auch er dann die Zeit nach 16 Uhr mehr genoss. Und so dehnte ich es auf alle Tage aus.

Luna kam, als sich Enki schon an diesen Alltag gewöhnt hatte und wurde von mir auch gleich mit ins kalte Wasser geworfen. Zu zweit geht es mit den beiden noch besser, sie haben dann wenigstens einander während ich weg bin.

Hunde und Job
Kreativer Zeitvertreib

Unser Tagesrhythmus

Und so sorge ich morgens für Auslastung bevor ich ins Büro gehe und wenn ich nach Hause komme, stehen die Hunde im Mittelpunkt. Dann wird erst im Garten getobt und gefeiert, dass das ganze Rudel wieder vereint ist. Danach gehen wir unsere große Tagesrunde und dann habe ich etwas Zeit für die Alltäglichkeiten des Lebens. Wenn der Lieblingsmann kommt, gibt es die zweite „Ich hätte nie gedacht dich wiederzusehen“ Feier und noch eine Toberunde im Garten, bevor wir zum Abendspaziergang aufbrechen.

I’m ridin‘ out the wind, I’m comin‘ home
It don’t matter where I’ve been, I’m comin‘ home
Crawlin‘ on all fours, I’m comin‘ home
Turnin‘ brick walls into doors, I’m comin‘ home
Murder by Death

Hunde und Job

Gerade in der Anfangszeit ging das auch mal schief. Enki konnte ab und an noch nicht lange genug aushalten und machte ins Haus. Manchmal war es auch zu langweilig und er schredderte Bücher oder überraschte mich mit kreativen neuen Innendekorationen. Ein paar Kissen mussten dran glauben und auch das Internetkabel haben wir mehrfach geflickt.

Inzwischen wirkt es jedoch, als ob sie die meiste Zeit schlafen, ab und an den Postboten verbellen und dann wieder schlafen. Manchmal haben beide sogar noch ganz verdöste Augen wenn ich Heim komme. Und so funktioniert bei uns Hund und Job bisher gut.

Ich habe allerdings nach wie vor ein schlechtes Gewissen und plane zukünftige Lohnerhöhungen in Arbeiszeitreduktionen umzuwandeln. Wenn ich irgendwann von 30 auf 25 Arbeitsstunden komme, wäre das traumhaft.

Wie ist das bei dir? Bringst du Hund und Job unter einen Hut?

Wenn Du Dich nun fragst, wie ich zu all dem auch noch den Haushalt in den Griff kriege, beantworte ich auch das gerne. 😉

Mein Geheimnis heißt Putzplan!

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15 Comments

  • Da ich auch Vollzeit arbeite und dazu noch pendeln muss, wäre bei mir ein Hund ohne unser Mehrgenerationenhaus nicht drin.
    So trägt meine Schwester, die wegen ihrer Kinder ’nur‘ Teilzeit arbeitet, unter der Woche die Hauptlast und am WE wird das dann halbwegs gerecht verteilt.
    Allerdings haben wir das Problem mit unserem Sam (Weimaraner-Rhodesina-Ridgeback-Mix), dass er extrem auf meine Schwester fixiert ist und es doof findet, wenn sie nicht da ist, was er gerade am Anfang immer lautstark zum Ausdruck gebracht hat. Zum Glück wird es langsam besser, aber wirklich entspannt ist er nicht, wenn sie nicht da ist, auch wenn sämtliche anderen Hausbewohner zum Bespaßen zur Verfügung stehen….
    Liebe Grüße
    Herba

    • So ein Mehrgenerationenhaus ist schon toll. Eine Weile wohnte auch mein Vater in unserer anderen Haushälfte und Oma in der Einliegerwohnung. Da verteilen sich einige Verantwortungen und Aufgaben auf mehrere Köpfe. So sehr ich ihm auch sein neues Leben mit neuer Freundin gönne, ich vermisse die familiäre Nähe wie auch das gemeinsame Anpacken. Ich bin mit den Großeltern im Nachbarhaus und gemeinsamen Garten aufgewachsen und kenne es eigentlich nicht anders.
      Ich hoffe, diese schöne Konstellation bleibt dir lange erhalten.
      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Ich arbeite zum Glück nur 60 % und selbst da habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal später aus der Praxis komme. Meist kommt Jana aber ganz verschlafen angelaufen und freut sich dann unbändig.
    Bin froh, dass ich Mitte 2018 aufhören kann mit arbeiten. Der Tagesablauf gestaltet sich doch viel entspannter, wenn man sich die Zeit selbst einteilen kann. 🙂

    • Ja, das muss schön sein, wenn der Alltag völlig frei bestimmbar ist. Eine Freundin hat gerade die Gelegenheit genutzt ein halbes Jahr Auszeit vom Job zu nehmen und ich neide es ihr schon ein wenig.
      Mal sehen, vielleicht schaffe ich es irgendwann von Zuhause zu arbeiten.
      Und du halte durch! 😀 Ein knappes Jahr ist ja ein durchaus überschaubarer Zeitraum, bis die zeitliche Freiheit wartet.
      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Hallo Stephi, toll wie ihr das meistert. Lady schafft es leider nicht alleine zu Hause zu bleiben. Es ihr beizubringen haben wir verabsäumt. Mein Mann arbeitet im Aussendienst und so kann er sie immer mitnehmen. Sie ist es nun gewöhnt ständig entweder bei mir oder bei ihm zu sein. Im Sommer haben wir im Garten ein Plätzchen hergerichtet wo sie tagsüber bleiben kann, aber das muss auch trainiert werden – gar nicht so leicht. Wir arbeiten dran. LG Claudia

    • Hallo Claudia,
      danke für die lieben Worte.
      Ich hatte wohl viel Glück, weil ich es gar nicht wirklich trainieren konnte, es aber trotzdem klappt.
      Allerdings sind sie ja nicht ganz und gar allein, sie haben einander. Ich denke, das hilft.
      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Hallo Stephie,
    ich arbeite auch Vollzeit und bin meistens so 8-8,5 Stunden aus dem Haus.
    Ich gehe morgens eine Runde mit den Hunden und wenn ich Nachmittags nach Hause komme, bzw. jetzt bei der Hitze erst um 18.30 Uhr eine große Runde. (Und natürlich nochmal eine Runde vor dem zu Bett gehen, die Hunde kommen also locker auf 2-3 Stunden „reinen“ Spaziergang pro Tag, Spieleinheiten und zusammen toben mal ausgenommen)
    Für Mittags haben wir eine Gassigängerin. Sie holt die Hunde zwischen 12 und 1 ab und geht eine Runde mit ihnen (im Schnitt so 45 Minuten).
    Dann habe ich nicht ganz so ein schlechtes Gewissen. Klar, sind sie viel alleine, aber sie sind auch zu zweit und nach der Arbeit sind die Hunde an erster Stelle, wir machen lange Spaziergänge oder ich gehe mit ihnen zum Hundesport. Meine Hunde kommen mir nicht unglücklich vor 🙂
    Wir ernten sehr viel Kritik dafür, dass die Hunde „so lange“ alleine sind. Aber auch wir haben einen Tierschutzhund und ich sage mal so – das ist doch eindeutig besser als den ganzen Tag alleine im Zwinger zu sitzen, oder?
    Und es gibt viele anderen Menschen, die Vollzeit arbeiten und auch einen Hund haben und gefühlt nie Gassi gehen (im Sommer frage ich mich immer, wo die ganzen Menschen mit Hunden auf einmal herkommen, die man im Winter nie sieht). Da haben es unsere Hunde doch deutlich besser.
    Und ich denke schon, dass man einem Hund anmerkt, wenn er unglücklich oder unterfordert ist.

    Liebe Grüße
    Emmi

    • Hallo Emmi,
      es sind deine Hunde und wenn du das Gefühl hast, sie sind glücklich, ist das das einzige, was zählt.
      Ich habe bei meinen, das Gefühl, dass sie während meiner Arbeitszeit einfach schlafen und ab und an den Briefträger verbellen.
      Und was wäre, wenn du sie zum Job mitnehmen könntest? Dort müssten sie ja auch ruhig im Körbchen bleiben während du arbeitest. Ich weiß nicht, ob das wirklich besser ist.
      Und wie du schon sagst, sie sind ja nicht einsam und allein. Sie haben einander, können gemeinsam tollen und spielen.
      Schade, dass euer Umfeld euch kritisiert.
      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Hey!
    Ich bin gerade zufällig auf deine Seite und zu dem Artikel gekommen. Erstmal denke ich habt ihr da eine gute Regelung auch wenn du 35h arbeitest. Denn du schreibst ja auch selbst,dass beide es gut vertragen. Also warum sollte es falsch sein?
    Dann denke ich, dass das Thema viel zu sehr hochgepuscht wird! Vor 10/20Jahren war das doch auch noch kein Problem! Und wer sagt,dass sich Rentner oder alle anderen die zu Hause sein können besser um Hunde kümmern?
    Ich habe selbst EINEN Hund und arbeite mind.40h die Woche trotzallem weiß ich,dass es meinem Hund nicht schlecht geht,auch wenn ich es mir am Anfang anders gedacht habe doch manchmal geht alle Planung daneben. Jetzt ist es so,dass ich ihn morgens gut 2h vor der Arbeit beschäftige, in der Mittagspause 1h und Abends nochmal mind 2h und natürlich viel kuscheln. Sicher ist es anstrengend aber es macht auch Spaß und ein Renterpaar kann ihn glaub auch nicht besser versorgen.
    Liebe Grüße und ich bin gespannt auf deine anderen Blogeinträge!
    Jules

    • Hallo Jules,
      vielen Dank für deinen schönen Kommentar und toll, dass es dir hier gefällt.
      Im Grunde hast du absolut Recht, dass wir uns da kein schlechtes Gewissen einreden lassen sollten und ich versuche, mich davon zu distanzieren.
      Ein artgerecht ausgelasteter Hütehund auf einer Farm bekkmmt Action, wenn die Schafe getrieben werden müssen. Außerhalb der „Arbeitszeit“ alle paar Wochen baut der Schäfer oder Bauer ihm wohl kaum einen täglichen Agility-Parcours auf. 😉
      Und es ist schön zu lesen, dass es bei anderen Berufstätigen gut funktioniert. Hoffentlich ermutigt das mehr Menschen, einem Hund ein schönes Heim zu bieten.
      Herzliche Grüße
      Stephie mit Enki und Luna

  • Ich habe das große Glück, dass Yuna als ausgebildeter Besuchshund mit zur Arbeit kann. Vor und während der Ausbildung war sie tagsüber bei einem Hundesitter.
    Ich arbeite 4 Tage in der Woche. an 3 Tagen kommt Yuna mit zur Arbeit und arbeitet mit. Dienstags geht sie weiter zum Hundesitter. Das ist ihr offizieller „Hunde-Tobe-Tag“. Sie istt dort mit 2-3 anderen Hunden, viel auf einer Weide und kann einfach Hund sein.
    Ich habe mit meiner Chefin geklärt, dass ich sie nach erfolgreicher Ausbildung mit zur Arbeit bringen darf, lange bevor Yuna eingezogen ist. Sonst hätte ich mir das Projekt Hund wohl trotz 30 Stunden Woche nicht zugetraut. Und durchgängig Hundesitter ist mit 30 Stunden kaum bezahlbar.
    Es gab natürlich auch einen Notfallplan, falls die geplante Ausbildung nicht klappt. Hergegeben hätte ich sie nicht mehr 😉
    Aber Gott sei dank stellt sich das Problem nicht, da Yuna montags viel motivierter Richtung Arbeit unterwegs ist als ich.

    Liebe Grüße
    Steffi

    • Ein durchgängiger Hundesitter wäre auch für uns nicht finanzierbar. Leider. Aber toll, dass Du eine so gute Lösung gefunden hast und sie auch mit zur Arbeit darf. Das Wichtigste ist ja immer, dass man eine gute Lösung für sich und seinen Hund findet.
      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Hallo,

    Ich bin in der glücklichen Situation, meinen Hund einfach mit zur Arbeit nehmen zu können. Ich betreue Menschen mit geistiger Behinderung und sie lieben „ihren“ Kalle sehr.

    Hundegesellschaft ist sogar auch noch vorhanden, da mein Chef seinen Hund ebenfalls immer dabei hat. Genug Bewegung gibt es ebenfalls, da wir nur einen kleinen Teil der Zeit im Büro und sonst viel mit den Menschen die wir betreuen unterwegs sind.

    Es gibt aber auch mal Tage, da passt es nicht; sei es eine Fortbildung oder Arzttermine, die ich begleiten muss. Dann bleibt Kalle ohne Probleme alleine zuhause, auch mal 8 Stunden im schlimmsten Fall. Meist aber nur 4-6 Stunden, dann kommt mein Mann heim.

    Ich ziehe meinen Hut davor, dass du Arbeit und Hund so managst, wie du es tust, das ist sicherlich manchmal anstrengend.

    Viele Grüße,
    Anja mit Kalle

  • Hallo,

    ich danke dir sehr für diesen Beitrag. Der Beitrag und die Kommentare, wie Leute es mit Hund und Beruf es händeln, nimmt mir gerade eine riesen Last. Habe mir oft den Kopf zerbrochen, ob das richtig ist, was ich mache.

    Ich habe seit über 3 Monaten eine junge Border Collie-Mix Hündin aus Italien (auch vom Tierschutz) aufgenommen.
    Anfangs konnte ich es noch gut mit meinem Freund regeln, da er in der Nähe seiner Mutter gearbeitet hat und während der Arbeit die kleine bei ihr bleiben konnte.
    Nachteil, dass ich meinen Hund so nur jedes Wochenende sehen konnte, da die alte Arbeitsstelle meines Freundes und der Wohnort seiner Mutter einfach viel zu weit weg ist, so dass er nur am Wochenende mit dem Hund nach Hause gekommen ist. Mittlerweile hat er die Arbeitsstelle gewechselt, so dass er keinen langen Arbeitsweg mehr hat, sich nun aber das Problem aufgetan hat, wer passt auf den Hund auf? Da er und ich Vollzeit arbeiten (an ähnlichen Arbeitszeiten) und wir nun niemanden mehr hatten, der auf den Hund aufpassen konnte.

    Mein Glück, dass meine Hündin stark an mich gebunden und sehr schlau ist. Ich habe sie gerade mal drei Monate und sie kann mittlerweile alle Grundbefehle und sogar einige Tricks, sie ist so gut wie immer abrufbereit und ist dafür, dass ich sie gerade mal 3 Monate habe ein richtiger Vorzeigehund geworden. Sie ist zwar immer noch nicht perfekt und hat wie jeder Hund ihre kleinen Macken, aber was ich in 3 Monaten mit ihr aufgebaut habe (und das trotz Pubertätskrise, Läufigkeit und bedenkt man, dass ich sie meistens nur am Wochenende hatte), haben andere Leute, die ich mit Hund kennenlernen durfte, einiges nicht mal nach Jahren geschafft und haben dafür einen unausgeglichenen aufgeregten Kläffer im Garten.

    Nachdem also feststand, dass mein Freund einen neuen Beruf hat und damit endgültig bei mir einziehen würde, nahm ich mir vereinzelt 1-2 Wochen Urlaub und habe mit meiner Hündin das „Allein sein“ geübt. Da sie es am Anfang das „Allein sein“ noch nicht kannte, heulte sie Anfangs rum und machte ein großes Wolfsgeheule drum oder versucht die Haustür kaputt zu beißen, wenn wir z.B. mal einkaufen waren (und nimm mal einen Hund bei über 30° im Sommer mit und lass ihn im Auto alleine – ja, nein .. dann doch lieber heulend alleine in der Wohnung lassen – irgendwo muss ja auch das essen her kommen). Darauf hin habe ich eine kleine Überwachungskamera mit Mikro für zu Hause besorgt und jeden Tag ausgiebig mit ihr das „Allein sein“ geübt. Immer in kleinen Zeitabständen, dann langsam immer mehr ausgeweitet und es hat bisher erfolgreich geklappt, dass sie irgendwann einfach nur noch vor sich hin gedöst hat und gewartet hat, bis ich/wir wieder da bin/sind.

    Mittlerweile haben wir eine routinierte Arbeitswoche. Früh morgens geh ich mit ihr Gassie, füttere sie, da sie nach dem Essen so wieso erst mal ein Verdauungsschläfchen hält und gehe dann zur Arbeit. In meiner Mittagspause fahre ich dann Heim gehe mit ihr Gassie und fahr wieder zu Arbeit. Wenn ich mir sorgen machen, kann ich auf meinem Handy über die Kamera beobachten was sie macht und meistens döst sie dann vor sich hin, läuft mal durch die Wohnung um die Lage zu checken oder schaut aus dem Schlafzimmerfenster „ihre“ Kühe an. Glücklicherweise haben wir direkt vor unserem Garten eine Kuhweide und sie liebt „ihre“ Kühe wie auch „ihre“ Pferde :D. Nach Feierabend wird erst mal viel gekuschelt, gespielt und/oder trainiert, und Abends geht dann mein Freund nochmal eine große Runde Gassie.
    Und es läuft! Bisher hat sie auch noch nichts kaputt gemacht, keine Kabel angeknabbert, kein Kissen und auch die Couch noch nie angerührt. Bis auf die Haustür, (die mir verständlicher Weise nicht besonders am Herzen liegt) die sie in ihrer Anfangszeit demoliert hat, wo sie noch nicht verstanden hat was „allein sein“ bedeutet.

    Klar, habe auch ich die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen und habe anfangs geglaubt mein Hund würde leiden. Aber das sind nur Gedanken, die ich mir von über fürsorglichen Tierschutzvereinsheinis „Hunde sollten auf GAR KEINEN FALL 8 Stunden am Tag alleine sein, egal im welchem Alter.“, „Ihnen würde ich NIEMALS einen Hund geben, der Hund wird bei Ihnen nur traumatisiert“ (aber dann die Tiere alleine in Käfigzwingern halten, klar) oder von Gutmensch-Leuten, die meinen zu wissen wie man einen Hund richtig zu halten hat „Wenn du Vollzeit arbeitest, solltest du dir erst gar keinen Hund anschaffen!“, „Auch wenn man zwei Hunde hat, sind die Hunde ja trotzdem ALLEINE!“, „Dein Hund leidet nur unnötig!“ einreden lassen habe.
    Aber zu Hause sehe ich keinen leidenden, traumatisierten, unglücklich und/oder nicht ausgelasteten Hund, sondern einen Hund, der glücklich mir sein Lieblingsspielzeug bringt, mir meine Hände ableckt, sich liebevoll an mich kuschelt und auf jedes Kommando hört, dass ich ihr gebe oder begierig ist ein neues Kommando zu lernen.
    Sogar meine Familie, die anfangs gegen den Hund waren, da meine Mutter unter anderem Angst vor Hunden hatte, konnte ich von dem Hund überzeugen und meiner Mutter die Angst vor Hunden, zu mindestens vor meinem Hund, nehmen. Unser Hund ist zu einem richtigen Sonnenschein in unserer Familie heran gewachsen.

    Und die Betonung liegt dabei, dass das alles in 3 Monaten entstanden ist und dass das „Allein sein“ seit 3-4 Wochen funktioniert.
    Da soll mir noch einmal einer sagen, was ich mache ist falsch und ich bin froh, dass ich nicht die einzige bin, die der Meinung ist: „Hund während der Arbeit alleine lassen, ja. Sofern man sich mit dem Hund auch nach der Arbeit beschäftigt, mit ihm arbeitet und alle seine Bedürfnisse befriedigt.

    Liebe Grüße
    Lena

    • Liebe Lena,

      unglaublich schön, dass ihr das so schnell hinbekommen hat. Und ein Hund schläft nun mal 18-20 Stunden am Tag. Wenn er ruhig und entspannt allein bleiben kann, kann er ein paar dieser Stunden auch schlafen während ich im Büro bin. 😉

      Herzliche Grüße
      Stephie

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