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Gesunder Hund

Der seltsame Fall des Benjamin Enkidu Button

Stoffwechsel homöopathisch anregen

Wenn Dein Hund vor Deinen Augen von Tag zu Tag jünger wird, ist das zumindest im Fall von Enki ein Grund für eine große Party! Vielleicht orierntiert er sich an Benjamin Button und ich erlebe ihn doch noch als Welpen. 😉

Aber von vorne, zurück zum Anfang, als Enki mit nur 4 Jahren aussah, wie ein über 10-jähriger Hund. Ich bekam von einer Physiotherapeutin auf einem Seminar ein Kompliment, wie fit und agil mein alter Hund sei. Enki war zu dem Zeitpunkt sogar erst drei geworden.

Der Hund altert viel zu schnell vor unseren Augen

Mit Enkis Gesundheit stand es lange nicht zum Besten. Als er mit 7 Monaten aus Rumänien zu uns kam, hatte er eine zertrümmerte Hüfte, kaum Muskeln und einen schlechten Allgemeinzustand. Zusammen mit unserer Tierärztin konnten wir ihm helfen und hatten ein paar Jahre einen gesunden munteren Hund.

Es blieb jedoch ein mulmiges Gefühl. Ich konnte ihm beim Altern zusehen. Er wurde grauer und grauer um die Schnauze und das, obwohl er erst 2 Jahre alt war. Im nächsten Jahr begann er sich entlang der Läufe und an den Gelenken zu beißen und schlecken. Wir waren beim Tierarzt, ließen ihn röntgen und untersuchen.

Er hatte eine leichte Arthrose in den Krallengrundgelenken, es wurde jedoch nichts gefunden, was dieses Beißen der Läufe erklären konnte. Wir ließen ein Blutbild machen und ein Leberwert war leicht erhöht, sonst war nichts auffällig. Dieser Leberwert LDH erhöhte sich im Verlauf der letzten drei Jahre mit jedem Blutbild weiter, ließ allerdings noch nicht auf eine Krankheit schließen.

„Wie ein alter Mann“, sagte sie.

 

Unserer Tierärztin fiel auf, dass seine tiefe Rückenmuskulatur schwach ausgeprägt ist. „Wie ein alter Mann“, sagte sie und empfahl uns Training in Wasser und Sand. Wir waren allerdings schon im Training, und zwar für Camp Canis. Enki müsste Muskulatur wie ein Profiboxer haben.

Mit 4 Jahren fiel auf, dass seine Augen nachts nicht mehr grün, sondern erst blau reflektierten, am Ende nur noch weiß. Bei Tageslicht hatte ich den Eindruck, dass ein leichter Schleier über der Pupille liegt. Unsere Tierärztin sagte uns, dass er eine Hornhauttrübung hätte. Bei einem Hund über 10 normal, aber bei einem 4-jährigen? Wir bekamen Augentropfen und einen Blick zum Abschied, der mir nicht aus dem Kopf ging. Der Blick war sorgenvoll, Enki alterte im Expresstempo.

Und der Blick passte zu meinem Gefühl. In den letzten Jahren sagte mir mein Bauch immer lauter, dass Enki nicht alt wird, dass er gesundheitliche Probleme hat, die nur noch nicht entdeckt wurden. Ich habe diesem Bauchgefühl lange misstraut, gedacht, ich würde spinnen. Aber es ging nicht fort, wurde nur lauter und präsenter.

Nach der Diagnose der Hornhauttrübung sprach ich mit meinem Mann und er teilte meine Sorgen. Dieser rationale Kopfmensch hatte auch das Gefühl, dass Enki nicht mehr viel Zeit bleibt, wenn das schnelle Altern so weiter geht.

Krankheiten Hund aus Auslandstierschutz

Enkis Krankengeschichte tabellarisch dargestellt – falls ihr es ganz genau wissen wollt. 😉

Eine bioenergetische Haaranalyse musste her

Im Vorjahr hatte Enki eine Analdrüsenentzündung. Wir haben sie mit unserer Tierärztin behandelt und im Anschluss mit einer Tierheilpraktikerin, die ich bei einer Freundin kennenlernte, eine Entgiftung gemacht. Mit dem Erfolg, dass sich die Analdrüse bis heute nicht mehr rührte.

Diese Heilpraktikerin, Carolin, rief ich an und klagte ihr mein Leid. Wir sprachen lange, wobei sich Carolin in erster Linie nicht für die diagnostizierten Krankheiten und Blutbilder interessierte. Sie wollte unvoreingenommen rangehen. Wir entschieden, dass sie eine bioenergetische Haaranalyse von Enki machen würde und wir auf dieser Basis mit der Behandlung starten.

Das Ergebnis kam eine Woche später, im April dieses Jahres. Und es schockierte mich. Ich war vorgewarnt und wusste, dass eine Haaranalyse nicht nur manifestierte Krankheiten anzeigt, sondern gleichermaßen Problemfelder. Schwachstellen, wo eine Krankheit erst im Entstehen ist. Die Haaranalyse gleicht einem Frühwarnsystem. Und trotz dieses Wissens haute mich die schier endlose Auflistung der Problemfelder um. Carolin interpretierte die Ergebnisse und schickte mir eine zweiseitige Zusammenfassung mit Handlungsempfehlung.

Es fand sich alles wieder, was sich bei meiner Tierärztin gezeigt hat. Ein schlechter Stoffwechsel als Ursache für das frühe Ergrauen und die Augentrübung. Die schlechten Leberwerte und erhöhte Milz-, Magen- und Darmwerte. Das konnte ich nur bestätigen. Enki erbricht häufiger und reagiert auf Aufregung mit Durchfall. Die Analyse ergab, dass das Bindegewebe, sowie Muskeln, Knochen, Gelenke und Wirbelsäule schlecht sind. Da findet sich die „Muskulatur des alten Mannes“ und das konstante Beißen an den Läufen und Gelenken wieder.

Es zeigte sich eine virale Belastung und ein überlastetes Abwehrsystem, was zu meiner Vermutung passt, dass er nie vollständig gesund geworden ist. Außerdem zeigte sich ein tumoröses Geschehen im Körper. Bei dem Satz war der Schock groß. Jeder, der das Wort Tumor liest, wird das nachvollziehen können. Ich versuchte mich zu beruhigen und das Wort zu relativieren. Tumor muss nicht bösartig heißen. Und Enki wurde im ersten Jahr ein gutartiger Tumor vom Kopf entfernt, vielleicht hatte er davon noch mehr im Körper.

Die homöopathische Behandlung beginnt

Carolin schätzte, dass wir 5-10 Behandlungsphasen brauchen, und machte mir schnell die ersten Globuli fertig. Wir starteten kurz vor Ostern 2020 in unsere erste Behandlungsphase.

Ich bin Homöopathin. Und ich weiß, dass es zu Erstverschlimmerungen kommen kann und das ein Zeichen ist, dass die Mittel richtig sind. Und ich weiß ebenfalls, dass Heilung anstrengend ist und auf den ersten Blick Symptome erst schlimmer werden, bevor Besserung eintritt. Nach dem Grundsatz der Homöopathie erfolgt Heilung von innen nach außen. Und Enki hat das Lehrbuch gelesen. Es kam zu einer Erstverschlimmerung. Er stank, das Fell war stumpf, sah dreckig und fettig aus. Er hatte Dreck in den Ohren, der Schmodder lief aus den Augen und er sah wie ein Trauerbild aus. Trotz all meines Wissens machte mich das fertig. Enki zuzusehen, wie er zum Trauerkloß wurde und es ihm noch schlechter ging, war nicht leicht.

Zum Ende der ersten Runde wurde alles besser. Das Fell sah schön aus, die Ohren waren wie durch Zauberhand sauber, er roch gut und hatte mehr Energie als je zuvor. Da wusste ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Wir haben diesen Ablauf bei jeder Runde wiederholt. Am Anfang wurde alles schlechter, am Ende sah er noch besser aus, hatte noch mehr Energie. Er verbrauchte auch mehr Energie als bisher. Enki nahm ab und ich merkte es nicht. Ich wunderte mich nur, warum er zum Essensdieb wurde und wir nichts mehr auf dem Tisch stehen lassen konnten. Inzwischen bekommt er die gleiche Tagesration wie der größere und unkastrierte Kane, hat wieder etwas Speck auf den Rippen und klaut nicht mehr. 😉

Wir sind heute im November 2020 in der fünften Runde und ich bin fasziniert, was sich alles geändert hat. Das Fell ist schön, die Augen sind klar. Er hat viel rundere Bewegungsabläufe und insgesamt viel mehr Freude an Bewegung erlangt. Er war nie ein fauler Hund, hat nie Schmerzen gezeigt. Aber jetzt hüpft er nur noch durch die Gegend wie ein Känguru oder ein Welpe.

Seine Laune ist besser geworden. Er ist nicht mehr knatschig, spielt viel mit Kane und das eine oder andere Mal wurden sie sogar schon gemeinsam kuschelnd erwischt. Das war früher undenkbar, Enki hätte Kane weggeknurrt.

Zusätzlich zu dem besseren Gesamteindruck kommt eine weitere Veränderung hinzu. Die Augen reflektieren abends nicht mehr weiß, sondern wieder blau. Und ein paar Mal habe ich sogar schon eine grüne Reflexion gesehen. Der Schleier auf den Augen scheint sich zu lüften.

Hund wird früh grau

Die Behandlung geht weiter

Wie ich schrieb, sind wir in der fünften Behandlungsrunde. Auch dieses Mal kommt es zu Erstverschlimmerungen. Enki beißt sich vermehrt an den Gelenken und spukt häufiger. Allerdings sind wir mit jeder Runde nie unter das Endergebnis der vorherigen Runde gefallen. Es verlief alles in Wellenform, die Richtung jedoch weiter bergauf.

Es ist, als würde Enki den Tanz der sieben Schleier tanzen.

 

Und unter jedem Schleier kommt ein neuer, gesünderer, agilerer und lebenslustigerer Hund zum Vorschein. Ein paar Behandlungsrunden haben wir noch vor uns und ich freue mich darauf.

Kritik an Homöopathie

Aktuell wird viel Kritik an alternativen Heilmethoden laut und das macht mich traurig. Ihr wisst, dass ich Heilpraktikerin bin. Ich habe davon geträumt, dass in der Zukunft eine Arbeit Hand in Hand mit der evidenzbasierten Medizin möglich ist. Aber anstatt eines aufeinander Zugehens zum Wohle gesünderer Lebewesen (egal, ob Mensch, Hund, Pferd oder Maus) scheinen die Gräben nur tiefer ausgeschachtet zu werden. Was nicht durch Studien ratifiziert worden ist, scheint keinen Platz in dieser Weltsicht zu haben.

Ich bin dankbar, dass ich eine Tierärztin habe, die gerne Hand in Hand arbeitet und dies als Bereicherung betrachtet. Enki geht es besser. PUNKT. Und ich führe keine Diskussionen mehr über Placebo oder Caregiver Placebo Effekt. Dafür ist mir meine Lebenszeit und meine Energie zu schade.

Angesichts einer von Wissenschaftlern geführten Diskussion, die ich vor ein paar Tagen mitbekam, und bei der unreflektiert alle Menschen, die ihren Hund barfen und/oder naturheilkundlich oder physiotherapeutisch behandeln lassen in einen Hut mit Scharlatanen und Aluhutträgern geworfen wurden, möchte ich euch mitgeben, dass ihr entscheidet, was gut für euch und euren Hund ist. Ihr müsst das nur vor euch rechtfertigen. Vor niemand anderem. Und nebenbei, ich verwehre mich dagegen als Scharlatan bezeichnet zu werden. Wenn schon, dann bitte Quacksalber. Bei der Bezeichnung muss ich wenigstens lächeln.

Hier findet ihr einen älteren Artikel zu Enkis kaputter Hüfte und seinen Goldimplantaten: Enki, der Goldjunge

I believe I can fly!

Frauen und Hunde

Versprochen habe ich euch zukünftig Artikel zu Frauen und Hunden. Und wir starten direkt im nächsten Artikel. Dort stelle ich euch die großartige Carolin vor, die Enki durch dieses Jahr begleitet und ihm die Pfote hält, wenn er einen Schleier nach dem anderen lüftet. Carolin ist die beste Quacksalberin, äh Tierheilpraktikerin, die ich bisher kennenlernen durfte.

Bis bald!

Hundeblog The Pell-Mell Pack

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Bloggerin mit einem Faible für Fotographie.

1 Comment

  • Dani
    27. November 2020 at 16:41

    Schön, das es Enki so langsam besser geht. Ich kann nachvollziehen, wie man sich fühlt wenn man sieht, dass es einem Hund schlecht geht aber man nicht helfen kann weil man nicht weiß warum. So geht es mir im Moment mit Inukis ungeklärter Lahmheit. Röntgenbilder sind alle in Ordnung, darauf ist nichts zu erkennen 🙁 Derzeit geben wir Schmerzmittel mit Entzündungshemmer … aber wirklich besser wird es nicht 🙁

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

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