Aus unserem Alltag

Der goldene Oktober – ein Rückblick

November 6, 2016

Der November ist nun schon einige Tage alt. Zeit, auf den Oktober zurückzuschauen.

Hier im Blog war nicht so viel los, meist gab es nur einen Artikel in der Woche. Bin ich nach so kurzer Zeit schon des Schreibens müde? Nein, das ist es sicher nicht. Auf der einen Seite finde ich es schwer, häufigeres Schreiben in meinen Alltag zu integrieren. Ich weiß nicht, wie meine Bloggerkolleginnen es machen, aber ich habe noch keine Zeitroutine für mich gefunden.

Andererseits finde ich es nicht leicht, geeignete Themen zu finden. Worüber schreiben, was interessiert Dich? Und das meine ich jetzt wortwörtlich, was interessiert Dich? Zu welchen Themen würdest Du gerne etwas lesen? Hast Du selbst gerade Baustellen, die dich beschäftigen?

Zurück zum Oktober:

Dieser Monat ist schneller verflogen, als andere vor ihm. Mir hing noch lange der Ausflug in die Pferdewelt nach. Psychisch, aber auch körperlich.

Seitdem habe ich eine Erkältung verschleppt, die ich letzte Woche erst auskurieren konnte. Ein glückliches Nachspiel hatte das Ganze noch. Corinna hat noch eine der Stuten auf einem Schlachtmarkt kaufen können, die wir in Zuidlaren nicht auf einen für uns akzeptablen Preis gehandelt bekommen konnte. Diese Stute ist schwanger und wird im Februar bei Corinna ihr Fohlen glücklich zur Welt bringen können.

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Der graue Wald im November

Gerne hätte ich diesen goldenen Herbst mehr genossen und ich hoffe, dass der November mir noch ein paar Herbsttage beschert, bevor er sein nasses und nebliges Motto konsequent durchzieht.

Meine Hunde kamen diesen Monat auch etwas zu kurz. Wenig wirklich lange Spaziergänge, häufig habe ich vergessen Fleisch aus dem Tiefkühler zu nehmen und es gab Trockenfutter. So auch heute, aber heute habe ich wenigstens einen Ausflug zum Schlachter für sie gemacht. Mal sehen, ob ich den Jagderfolg vor dem Lieblingsmann verstecken kann. 🙂

Ich habe den ganzen Monat nicht mit Luna getrickst und Enki hat nur eine Lektion wirklich gelernt. Die dafür aber nachhaltig. Ganz der pubertierende Halbstarke meinte er neuerdings, dass er „Komm“ ausdiskutieren kann. Eines Tages war ich mit ihm in der Nähe unserer Tierärztin unterwegs, um etwas abzuholen. Die Praxis liegt in einem ruhigen abgesperrten kleinen Industriegebiet. Als ich wieder zum Auto wollte, rannte Enki zum Eingang des Hundeplatzes, auf dem immer unser samstägliches Playdate stattfindet. Er stand da und schaute mich mit großen Augen an. Als ich ihn rief, setzte er sich. Seinen Gesichtsausdruck kann ich bei aller Vermenschlichung nur als bockig beschreiben. „Ich will mein Playdate! JETZT!“ erschien in einer Sprechblase über seinem Kopf. Nach kurzem Scan, dass wir wirklich allein waren und kein Fahrzeug unterwegs, setze ich mich in mein Auto und fuhr los. Binnen Sekunden tauchte Enki im Rückspiegel auf, mit schreckgeweiteten Augen. Ich hielt an, griff nach hinten und öffnete ihm die Tür. Die kurze Rückfahrt nach Hause grinste ich über das ganze Gesicht, während er hinter mir noch den Schreck weghechelte. Das ist jetzt drei Wochen her, bisher kommt der junge Mann nach wie vor beim ersten Rufen. Mit Vollgas und fliegenden Ohren.

Shepherd running through a meadow
Komm mein Kleiner, flieg!

Wenn ich auch nicht viel geschrieben habe, so konnte ich doch Einiges lesen.
An Büchern habe ich endlich das Leit-Wolf Prinzip von Mirko Tomasini gelesen. Der Titel hielt mich bisher immer ab, klingt er doch stark nach dem berühmten „You are the leader oft he pack“. Aber das Buch hat mich überrascht. Dazu an anderer Stelle mehr. Außerdem bin ich halb durch mein erstes Buch von Günther Bloch. „Der Wolf im Hundepelz“ ist ebenfalls sehr interessant und bietet viele Denkanstöße. Ein paar Romane kamen dann auch noch hinzu. Hier habe ich einen hohen Verschleiß, da ich abends vor dem Schlafen gerne Romanzen wegschlorze.

Im Oktober erschienen auch viele sehr schöne Artikel von Bloggerkolleginnen. Aus der großen Auswahl möchte ich Dir vier ans Herz legen.

„Wie authentisch kann man noch sein?

Die Frage stelle ich mir schon länger.
Wie ehrlich kann ich sein, ohne, dass der Tiernotruf eines Tages vor meiner Tür steht?“

WarnowTatzen – Authentisch – aber zu welchem Preis?

 

Anika von den WarnowTatzen fragt sich, ob sie mit dem Bloggen aufhören sollte oder ob sie weiterhin schreibt. Dies könne dann nur authentisch und nicht am Leser orientiert sein. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie weiterschreibt. Denn authentische Autoren sind mir selbst sehr wichtig. Ich mag Autoren und deren Blogs, wenn sie Ecken und Kanten haben. So werden sie für mich unverwechselbar. Anders als Blogs mit den ewig selben Produkttest, die dann witzigerweise auch häufig noch ähnliche Hunde haben. Die allerdings haben oft ungeahnt hohe Followerzahlen und ich frage mich, ob die sich vielleicht, wie bei Anika beschrieben, die meisten Follower gekauft haben.

 

„Höher, schneller, weiter und vor allem mehr, mehr, mehr. Diese Devise gilt nicht nur für uns, sondern wird leider viel zu oft auch auf unser Umfeld – Kinder, Tiere und Co – übertragen.

Dein Hund wird niemals zu dir herkommen, auf deine Schulter klopfen und sagen:

„Du ich würde heute lieber einfach nur pennen und nicht über irgendwelche Dinger hüpfen.“

Canistecture – Wenn der Hund einen eigenen Terminplaner braucht

 

Anna von Canistecture schrieb über die richtige Auslastung unserer Hunde und fragte provokativ, ob unsere Hunde schon ihren eigenen Terminplaner haben. Auch wenn es im Oktober zu wenig war, bin ich sicher kein Fan von 500.000 Hobbies für den Hund. Den Hund als Sportgerät zu missbrauchen oder sich mit ihm zu profilieren, ist mir zuwider. Und die Bindung wird bei schönen Spaziergängen und abendlichem Kuscheln auf der Couch sicher genauso eng, wenn nicht enger.

„Je dünnhäutiger man ist, desto angreifbarer ist man. Wird man von jemandem berechtigt oder unberechtigt kritisiert und ist daraufhin enttäuscht, traurig, niedergeschlagen oder ähnliches, hört man nicht umsonst die Worte „Lass dir ein dickeres Fell wachsen“, auch wenn „Haut“ in diesem Zusammenhang passender wäre als „Fell“.“

Hundetage & Hundstage – Angreifbar

 

Sabrina von Hundetage & Hundstage schrieb offen über das Gefühl, angreifbar zu sein. Gerade mit diesem Blog hier kann ich sie sehr gut verstehen. Ich lege ein Stück meines Selbst offen und mache mich angreifbar für Deine Kritik. Daher bin ich sehr froh, bisher nur positiven Menschen begegnet zu sein, die respektvolle Kommentare hierlassen. In meinem Alltag habe ich mir ein Leben aufgebaut, dass keine Masken mehr erfordert, wo ich im Privat- wie auch Berufsleben authentisch sein kann und nicht fürchten muss, verletzt zu werden. Das soll auch hier auf dem Blog so bleiben.

„Was ich aus diesen Spaziergängen mitnehme, ist ein Gefühl für Moes Charakter und seine Stärken, aber auch Schwächen. Ich lerne ihn ganz anders kennen, weil ich ihm die Chance gebe, sich auch mal anders zu verhalten!“

Moe & Me – Gleichberechtigung in der Mensch-Hund Beziehung

 

Last but not least schrieb Nicole von Moe & Me zum Thema Gleichberechtigung zwischen ihr und Moe. Ich finde diesen Einblick in ihren Umgang mit Moe wunderbar und habe ein paar Ideen abgestaubt, die ich mit meinen Rabauken umsetzen möchte. Insbesondere den Hunden die Entscheidung zu überlassen, wohin der Spaziergang heute geht. Und natürlich hat es mich gefreut und geehrt, dass sie von meinem Artikel über Enki zu ihrem inspiriert wurde. Genauso gerne, wie ich mich zu neuen Ideen und Gedankengängen anregen lasse, rege ich an und gebe Denkanstöße. Dieser Gedankenaustausch macht mir am meisten Freude beim Bloggen.

Und damit komme ich wieder auf meine eingangs gestellte Frage zurück: Welche Themen interessieren Dich?

Ich freue mich auf deine Anregungen und Gedanken.

herzliche-gruse

  1. Vielen, vielen lieben Dank für die Erwähnung 🙂 ich freue mich wirklich sehr!

    Ich lese ja immer gerne Buchempfehlungen, da ich selbst wahnsinnig gern lese. Geschichten aus dem Alltag mag ich auch sehr, besonders wenn sie mich zum lachen bringen.

    1. Liebe Sabrina,
      sehr gerne. Das ist ein toller Artikel. Und Du hast viele davon.
      Buchempfehlungen nehme ich gerne auf die Liste und Alltag zum Lachen kann ich hier, glaube ich, häufig liefern. Der Enkman sorgt da für genug „Futter“. 😀
      Herzliche Grüße
      Stephie

  2. Wie großartig! Du hast Enki einfach stehengelassen! Starke Aktion! 😀 So eine kontrollierte Lektion vergisst er bestimmt für den Rest seines Lebens nicht.
    Und damit kann ich direkt in die Antwort auf Deine Frage einsteigen: Ich mag die großen und kleinen Geschichten des Alltags. Was klappt, was nicht. Ich mag Deinen Blog, weil er so authentisch wirkt! Weil ich beim Lesen mitfühle. Es geht nicht um ein bestimmtes Thema, sondern die Art, wie Du schreibst. Ob nun einmal die Woche oder einmal im Monat. Schreib bitte weiterhin so liebevoll über Euch! Das würde mir Freude bereiten.
    Alles Liebe
    Sandra mit Charlie und Lis

    1. Liebe Sandra,
      vielen Dank für deine Worte.
      Ja, ich habe ihn stehengelassen. Ausgesetzt sozusagen. Er will immer noch die Rufnummer des Tierschutzes von mir. 😀
      Irgendwie war mir in dem Moment schlagartig klar, dass sich hier goldener Moment für eine Lektion bietet und ich freue mich immer noch wie eine Schneekönigin, dass ich den Moment erkannt und genutzt habe. 😉

      1. Gib ihm Charlies Telefonnummer, die Beiden können eine Selbsthilfegruppe gründen. „Jungrüden mit wahnsinnigen Frauchen“ 😂.
        Und ja, in meinen Augen hast Du alles Recht der Welt, Dich wie eine Schneekönigin zu freuen! Manchmal muss man zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen. 😉

  3. Guten Morgen .
    Ich wunder mich wieviele Menschen sich so intensiv mit dem Thema beschaffen was und worüber sie schreiben .
    Da stellt sich für mich die Frage : Warum wird geboggt ?
    Um möglichst viele Follower zu haben ? Klar dann muss man sich daran orientieren was die Leser möchten .
    Oder man muss aussergewöhnlich gut schreiben können.
    Oder bloggt man einfach aus Spass an der Freud und um nette gleichgesinnte Blogger kennenzulernen ?
    Oder bloggt man um beim bloggen Geld oder Produkte zu gewinnen oder zu verdienen .
    Also , mir persönlich sind Blogs aus “ Spass an der Freud “ die liebsten . Produkttests interessieren mich überhaupt nicht , finde ich Langweilig . Ich weiss was ich kaufen möchte und lese keine Blogs zur Beratung .
    Ob man angreifbar ist oder nicht , interessiert mich nicht .
    Lieber offen und ehrlich , als süss hintenrum .
    Ich blogge nun seid ca 9 Jahren…ich habe nicht tausende Follower , aber die , die ich im laufe der bloggerei virtuell und persönlich kennengelernt habe , möchte ich nicht missen .
    Ich mache mir nie Gedanken darüber ob wer was lesen oder sehen möchte ..wems nicht gefällt , kann ja weg klicken .
    Liebe Grüsse Anja

    1. Liebe Anja,
      ja, aus Spaß an der Freude und aus Spaß am Schreiben habe auch ich angefangen zu bloggen.
      Aber ich freue mich auch über Anregungen und Inspirationen.
      Schön, dass Du über diese lange Zeit so tolle Erfahrungen gemacht hast und eine so klare Linie fährst.
      Das merkt man deinem Blog an und das macht ihn für mich so besonders.
      Vielen Dank und herzliche Grüße
      Stephie

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