Enki-Training_Platz_8Er kann auch hochkonzentriert und ernsthaft - auch wenn der Leckerlie-Sabber von der Lefze tropft

„Das andere Ende der Leine“ ist eines dieser Bücher, das bereits so lange in meinem Bücherschrank steht, dass die Schnittkanten schon ganz vergilbt sind. Verräterisch war jedoch, dass der Rücken dieses Paperbacks noch tadellos und ohne Brüche war. Ich wollte es immer lesen, kam aber nie über die ersten Seiten hinweg. Woran lag das?

Je besser ich die Menschen kennenlerne, desto mehr bewundere ich die Hunde.
Madame de Sevigne

Früher gab es kaum geeignete Hunderbücher

Ich bin mit Hunden aufgewachsen, zu einer Zeit, als Hundebücher Manuals zur Ausbildung eines Navy-Seals ähnelten. Natürlich hatten meine Eltern ein par davon im Schrank, arbeiten wollte damit jedoch niemand . Unsere Hunde liefen immer einfach mit und hörten auf an der Leine zu ziehen, wenn Sie älter und bequemer wurden. Nicht, weil sie jemand trainiert hätte. Der Rückruf klappte immer dann prima, wenn man gleichzeitig mit Frolics im Napf geklappert hat und wenn ein Hund beim Spaziergang mal stiften ging, haben wir gelacht und gesagt, der tauche zum Abendessen schon wieder auf.

Als mein erster eigener Hund einzog, kam bei mir das Bewusstsein auf, dass das Ganze doch etwas mehr Verantwortung mit sich bringt und Hundeerziehung ein Thema ist, mit dem frau sich beschäftigen sollte. Ich habe also einige Hundeschulen besucht und auch eine erschütternde Erfahrung auf einem Polizeihundeplatz gemacht (Stichwort Navy-Seals). Außerdem habe ich versucht, Bücher zur Hundeerziehung in die Finger zu bekommen.

Ende der Neunziger noch gar nicht so einfach.

Gemeinsam war diesen Büchern, dass sie einfache „Kochrezepte“ lieferten. Wenn Du so und so den Automaten Hund bedienst, kannst Du folgendes Ergebnis erwarten. Sicher, in vielen davon wurde auch schon mit positiver Bestärkung gearbeitet, aber es waren eben  nur Übungen mit vielen Bildern. Auf das „Warum?“ wurde kaum eingegangen.

Das kleine Wörtchen „Warum?“

Merkwürdig bei mir war, dass das „Warum?“ eigentlich schon immer zu meinen liebsten Fragen gehörte. Aber in Bezug auf die Hundeerziehung habe ich mir diese Frage nie gestellt. Da wollte ich schnelle Rezepte für schnelle Lösungen. Unterbewusst habe ich das dann boykottiert, indem ich die Übungen fast nie gemacht und doch eher intuitiv erzogen habe.

Anfang des Jahres, als Enki bei uns einzog, fing ich wieder an, mich mit Erziehung und den geeignetsten Methoden dazu zu beschäftigen und stolperte so über dieses Buch in meinem Regal. Mahnmal meiner eigenen Schande, dass ich mich gerade in einem mir so wichtigen Bereich nicht mit Theorien beschäftigt hatte. Nun war also die Zeit gekommen und ich habe das Buch endlich von Anfang bis Ende gelesen.

Ich kann Patricia McConnell nicht genug danken, für die Hintergrundinformationen, die Lacher und den Blick in den Spiegel. Und nicht zuletzt für das Erwecken meines wissenschaftlichen Interesses in Bezug auf meine Fellnasen.

 Hundeerziehung -- Der 1. Teil unserer Reise „In 6 Wochen zum Familienhund“ -- Hundetraining | Hunde Erziehung | positive Verstärkung | Auslastung | thepellmellpack.de

Der Blick in den Spiegel

Nun aber zum Buch. Im Gegensatz zu mir denke ich, dass die meisten von Euch es schon lange gelesen haben. 🙂 Dennoch, vielleicht habt ihr ja Lust, es mal wieder in die Hand zu nehmen.

Patricia McConnell ist promovierte Zoologin und beschreibt in ihrem wohl bekanntesten Buch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Menschen  und Hunden aus zoologischer Sicht, wobei Sie uns Menschen immer wieder mit den Primaten vergleicht , die wir ja zoologisch sind. So verdeutlicht sie, woher viele unsere Verhaltensweisen kommen und warum wir häufig nicht aus unserer Natur können und dem Hund mit vorgestrecktem Oberkörper, starrenden Augen und mit einem weit lächelnden Mund begegnen und uns dann wundern, dass der Hund sich bestenfalls zurückzieht.

Den Blick auf unsere „Mängel“, also die Momente, in denen Natur über Ratio siegt, ermöglicht sie uns durch viel Humor, unterfüttert mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben und ihrer Zeit als Hundeverhaltenstherapeutin.

Praktische Tipps kommen ebenfalls nicht zu kurz. Viele davon kannte ich, aber dieses Buch hat mir geholfen, sie wieder bewusst in den Alltag zu integrieren. Und auch der Gatte freut sich, wenn ich einen übermütigen Enki in Hütehundmanier mit Bodyblocks auf seinen Platz manövriere und dort halte, bis er zur Ruhe kommt. Natürlich dauert das sehr viel länger, wenn neben einem sich ein Primat auf der Couch vor Lachen ausschüttet.

Also los, holt dieses Buch aus euren Regalen, staubt es mit einem feuchten Tuch ab und lest es noch mal.

Ebenfalls von Patricia McConnell ist ein sehr praktisches Buch mit vielen Tipps zur Erziehung, das ich uneingeschränkt empfehlen kann:

In 6 Wochen zum Familienhund? – Teil 1 unserer Hundeerziehung

Habt ihr Empfehlungen für mich, welche Bücher meine wissenschaftliche Neugier weiterführend stillen könnten?

 


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