close
Canicross

Was brauche ich für den Start im Canicross? (Anzeige)

Immer wieder erreichen mich Fragen zu meiner Canicross Ausrüstung. Gerne stelle ich daher hier vor, was wir so zum Laufen verwenden. Wobei ich gleich anmerken möchte, dass ich selbst nach wie vor Anfängerin bin. Im Zweifelsfall empfehle ich eine gute Beratung in einem Laden für Zughundesport.

Der Start ist erst mal denkbar einfach. Im Prinzip geht es ja nur um das Laufen mit Hund, ihr braucht also ein Paar Füße und zwei Paar Pfoten.

Aber da ihr nicht barfuß laufen wollt und der Hund beim Canicross mit euch verbunden sein soll, wird es dann doch etwas mehr. 😉

Dieser Artikel enthält ganz viel Werbung, keine davon bezahlt. Das sind einfach die Marken, für die ich mich entschieden habe und die wir hier haben. Das heißt nicht, dass andere Hersteller nicht auch gute Produkte im Sortiment haben. In Form einer Kooperation hat mich bei diesem Artikel nur die AGILA Haustierversicherung unterstützt.

Das Zuggeschirr

Bitte, bitte lauft niemals mit einem Alltagsgeschirr. Der Hund soll euch ziehen und das erfordert ein Geschirr, das die Belastung ganz anders auf den Hundekörper verteilt. Beim Zuggeschirr wird die Energie von vorne vor der Brust über die Seiten nach hinten zu euch geleitet. Dabei müssen natürlich immer Luftröhre und Schultern des Hundes frei bleiben. Damit so ein Zuggeschirr allerdings nicht verrutscht und die Energie wirklich gleichmäßig über beide Seiten geleitet wird, ist es am Hals sehr viel enger, als ihr es vielleicht von normalen Geschirren gewohnt seid. Auch insgesamt sollte das Geschirr sehr eng anliegen, da es sonst bei der Bewegung zu Scheuerstellen kommen kann.

Wenn ihr euch jetzt vorstellt, dass euer Hund mit einem Geschirr mit euch laufen soll, das nicht optimal passt, wie zum Beispiel euer Alltagsgeschirr, ist es ein wenig, als würdet ihr zum Laufen Ballerinas statt Turnschuhe tragen. Es macht keinen Spaß, euer Hund wird wenig Freude haben.

Grundlegend gibt es vier Arten Zuggeschirr:

X-Back

Das bekannteste Geschirr ist das X-Back. Auf dem Rücken verlaufen Gurtbänder in X-Form, die für eine ideale Kraftverteilung sorgen. Außerdem sorgt das X für eine Stabilisierung und gibt dem Hund etwas mehr Halt als andere Geschirrformen. Gerade für den Start und Muskelaufbau ist es daher ein gutes Geschirr. Entworfen wurde dieses Geschirr für die üblichen Schlittenhunderassen. Hunde mit anderen Körperformen können in der Geschirrart Probleme bekommen. Kane zum Beispiel hat eine gute Figur für das X-Back, Enki hingegen ist zu kastig im Oberkörper und für seinen Hals- und Brustumfang dann nicht lang genug. Eben quadratisch, praktisch gut.

Kane trägt hier auf dem Bild das Nansen Nome X-Back von Non-Stop Dogwear.

Australian Shepherd Mix in Nansen Nome X-Back Zuggeschirr
Kane mit dem Nansen Nome von Non-Stop Dogwear

H-Back

Enki ist also ein Kandidat für das so genannte H-Back Geschirr. Die Gurtbänder auf dem Rücken bilden mit etwas Fantasie ein H. Anders als das X-Back kann man ein H-Back in der Größe an verschiedenen Stellen einstellen. Die Anpassungen sind nicht so vielfältig wie bei einem Alltagsgeschirr, dennoch reicht es, um auch den speziell geformten Hunden eine gute Passform zu gewähren.

Enki trägt hier auf dem Bild das Freemotion H-Back von Non-Stop Dogwear.

Schäferhund Mix in verstellbarem H-Back Zuggeschirr
Enki mit dem Freemotion H-Back von Non-Stop Dogwear

Faster / V-Back

Das Faster hat keine Gurtbänder auf dem Rücken. Daher bietet es viel Rückenfreiheit für Hunde, die beim Laufen ihren Rücken stark krümmen. Gut zu sehen ist das zum Beispiel bei Aufnahmen von Windhunden. Der Ausschnitt auf dem Rücken ähnelt eher einem V, daher der zweite Name.

Der Nachteil des Faster ist die fehlende Stabilisierung. Gerade für Anfänger ist etwas mehr Halt im Geschirr jedoch gut, da sich die entsprechende Muskulatur erst aufbaut.

Von Luna haben wir hier noch das Faster von Zero DC.

V-Back Zuggeschirr - so soll es nicht sitzen
Kane präsentiert das nicht perfekt passende Faster von Zero DC

Safety

Das Safety ist kein übliches Zuggeschirr, sondern ein Kurzgeschirr, das im Aussehen viel mehr den Alltagsgeschirren ähnelt. Es endet auf dem Rücken, wo auch der Zugpunkt sitzt. Daher eignet es sich besonders für Aktivitäten mit höherem Zugpunkt. Zum Beispiel ein Läufer mit einem besonders kleinen Hund. Stellt euch vom Befestigungspunkt am Hund bis zum Befestigungspunkt an euch die Zugleine vor. Laufe ich mit meinem 58 cm Enki, geht die Leine in einer leichten Diagonale von meiner Hüfte zu Enkis Rutenansatz. Würde ich mit einem kleineren Hund laufen, wäre die Diagonale viel steiler. Da macht ein Befestigungspunkt auf der Mitte des Rückens mehr Sinn, um die Diagonale wieder flacher zu bekommen. Bei Enki hingegen wäre so die Diagonale wieder zu flach.

Ein Safety kann ich euch nicht zeigen, da es für keinen meiner Hunde passend wäre.

Hundeblog für Canicross Hunde

Passform

Bis auf das Safety liegt der Zugpunkt bei allen anderen Geschirren auf Höhe des Rutenansatzes. Achtet bei der Länge des Geschirrs darauf, dass das auch so ist. Ansonsten muss das Geschirr eng anliegen und darf nicht verrutschen. Allerdings könnt ihr die Passform immer nur unter Zug bewerten. Ist kein Zug auf dem Geschirr, kann so ein Geschirr den Hund beim Laufen sogar behindern.

Um Fehlkäufe zu vermeiden ist es sinnvoll, sich direkt im Geschäft beraten zu lassen. Wenn ihr einen Shop mit viel Erfahrung im Zughundesport wählt, werdet ihr dort hinsichtlich der Passform beraten. Leider habe ich zu Beginn den Fehler gemacht und auf Gutdünken das erste Geschirr im Internet bestellt. Da ich anatomisch nicht unbedarft bin, habe ich es mir zugetraut die richtige Entscheidung zu treffen… und sie war falsch, ein teurer Fehlkauf.

Die Zug- oder Jöringleine

Zugleinen oder Jöringleinen für Zughundesport
Jöringleinen von Zero DC

Ihr verbindet euch mit dem Hund mit einer Leine. Wichtig ist hier, dass die Leine einen Ruckdämpfer hat. Wenn der Hund Gas gibt, soll er nicht in das Ende der Leine „knallen“, sondern durch den Ruckdämpfer vermittelt sanft anziehen.

Habt ihr Mal jemanden mit dem Auto abgeschleppt? Erinnert ihr euch an das Rucken, wenn der vordere Wagen anfährt und das Abschleppseil unter Spannung kommt? Ähnlich wäre es, wenn ihr mit einer normalen festen Leine lauft. Ihr könnt euch vorstellen, wie unangenehm das für den Hund ist. Da hat er dann schnell keine Lust mehr auf Ziehen und ihr habt euch diesen schönen Sport versaut, bevor es überhaupt erst richtig losging.

Ich habe zwei Jöringleinen von Zero DC. Beide hatte ich schon vor dem Start im Canicross, da mein Rücken den Zugdämpfer beim stark ziehenden Enki ebenfalls sehr geschätzt hat. Allerdings wird es Zeit zumindest eine der beiden auszumustern, irgendwann ist der Ruckdämpfer durch. Als nächstes wird hier eine Zugleine von Non-Stop einziehen, weil ich auch die kennenlernen möchte.

Je nachdem was ihr machen möchtet und ob ihr bei Wettkämpfen antretet, müsst ihr auf die Länge und den Karabiner achten. Ein Bergsteigerkarabiner, wie ich ihn für uns gerne an der nächsten Leine hätte, ist zum Beispiel bei IFSS-Rennen verboten. Die Länge variiert, ausgezogen darf sie bei den meisten Events 3 m lang sein, bei VDH Veranstaltungen zum Beispiel nur 2,5 m.

Der Laufgürtel

Laufgürtel für angenehmes Laufen mit Hund
Mein Laufgürtel von Zero DC mit großer Handytasche

Der Hund ist jetzt ausgerüstet. Jetzt geht es an euch. Irgendwie müsst ihr mit dem Hund verbunden sein und da kommt der Laufgürtel ins Spiel. Auf den ersten Blick ist das einfach nur ein Gürtel um Deine Hüfte, an dem Du die Zugleine befestigen kannst.

Auf den zweiten Blick wird es spannender. Manche der Gurte sitzen wirklich über der Hüfte, also Deiner Taille. Manch tiefer, eher auf der Hüfte. Ich bin bisher nur mit meinem Model von Zero DC gelaufen und kann euch nichts über die Unterschiede sagen. Aber beim nächsten Model wünsche ich mir einen tieferen Sitz und etwas mehr Polsterung. Gerade wenn Enki gut drauf ist, merke ich das schon in der Lendenwirbelsäule. Natürlich steuere ich da mit gezieltem Muskelaufbau gegen, dennoch klingt ein tieferer Sitz aktuell für mich interessant.

Wichtig finde ich Beinschlaufen, die den Gurt an Ort und Stelle fixieren und die verhindern, dass der Gurt während der Bewegung nach oben rutscht.

Mir persönlich ist auch eine Tasche am Gurt wichtig, in der ich Schlüssel und Handy unterbringen kann. Ich habe keine Lust zum Laufen noch irgendetwas anderes mitzunehmen, in dem diese Dinge Platz finden.

Verbindung von Leine und Gurt

Es gibt verschiedene Verbindungsmöglichkeiten. Ich hatte eine Weile einen Panic Snap als Verbinder, den ihr mit einem kurzen Ruck öffnen könnt, wenn Gefahr droht. Inzwischen befestige ich die Leine mit einer Schlaufe direkt am Gurt. Erstens weil ich ein paar Mal vom Panic Snap getroffen wurde – Au – und lieber nichts Metallenes mehr möchte. Zweitens weil Enki keine Gerade läuft. Er läuft versetzt, mal rechts, mal links. Da ist es praktisch, wenn die Verbindung ebenfalls mit rutscht. Da das geschlaufte Leinenende aber auch nur suboptimal ist, wird demnächst ein Softschäkel bei uns einziehen.

Das war es erst mal an konkretem Canicross-Zubehör, allerdings braucht ihr ja noch etwas mehr Laufequipment…

Laufschuhe

Auch hier gilt wie beim Geschirr – lieber zu Beginn beraten lassen. Ich laufe bei uns hauptsächlich im Wald und da sind die Wege ebenso wenig befestigt wie bei Camp Canis. Deshalb stehen hier zwei paar Trailschuhe. Eines für quasi fast immer (Saucony Caliber TR) und ein zweites wasserdichtes für Schnee und viel Regen (Saucony Koa ST). Außerdem habe ich noch ein leichtes Paar für den Sommer ohne Trailprofil, also quasi einen ganz normalen Laufschuh (Salming Miles). Alle drei Schuhe haben gemein, dass sie den Fuß nicht stark stützen. Auf Dauer würde ich gerne weiter Richtung Natural Running, weil ich persönlich davon überzeugt bin, dass unsere Füße wieder lernen müssen sich selbst zu tragen. Mit stark ausgearbeiteten Schuhen wie zum Beispiel quasi allen Asics kann ich gar nichts anfangen. Daher nicht einfach irgendeine Empfehlung von Freunden nachkaufen, sondern wirklich selbst ausprobieren, was sich gut anfühlt.

Ich kaufe grundsätzlich Vorjahresmodelle, weil ich nicht bereit bin den hohen Preis aktueller Modelle auszugeben. Wenn es Dich nicht stört, dass das Modell schon etwas älter ist, kannst Du da viel Geld sparen. Deshalb stehen bei mir auch drei, die zusammen so viel gekostet haben wie ein aktuelles Paar. So kann ich lieber häufiger den Schuh wechseln. Das tut meinen Füßen gut und ich habe immer passende für jede Wetterlage.

Laufschuhe von Salmin, Trailschuhe von Saucony - für Canicross
Meine Lauf- und Trailschuhe

Laufuhr

Angefangen habe ich mit der Runtastic Lauf App. Dann habe ich eine alte Garmin geerbt, was mir schon viel besser gefallen hat, als immer mit dem Handy zu tracken.

Inzwischen ist hier die M200 von Polar eingezogen, da die Garmin Camp Canis Hoope nicht überlebt hat. Sie war wohl nicht schlammdicht. 😉

Die M200 ist wirklich nicht hübsch, hässlich trifft es eher. Aber sie ist extrem preiswert, trackt die Kilometer präzise und hat sogar einen recht ordentlichen Herzfrequenzmesser am Handgelenk dabei. Damit hat sie für mich alles, was eine Laufuhr braucht und Optik, na ja, die teureren Modelle finde ich auch nicht so viel schicker. Allgemein bin ich kein Uhrenfan, daher störe ich mich daran nicht. Wenn Du also ein preiswertes Einsteigermodell suchst, kann ich Dir die Polar M200 nur empfehlen.

M 200 von Polar als ideale Laufuhr für Trailrunning
Hübsch sind die Laufuhren nie, oder?

Das ist sie, unsere gesamte Ausrüstung. Wobei Enki noch erwähnen möchte, dass das „Danke für den guten Lauf“ Leckerli unbedingt mit auf die Liste gehört. Hier probieren wir gerade noch am perfekten Equipment rum, aber getrockneter Pansen scheint das Rennen zu machen.

Thema Essen, wenn Du wissen möchtest, was Enki denn seit unserem Start im Canicross noch zusätzlich in den Napf bekommt, schau mal hier vorbei: Wer viel läuft darf auch viel essen

Wenn Du andere Empfehlungen hast oder Fragen, hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Ich freue mich auf Dein Feedback. Und wenn Du gerade erst mit dem Laufen beginnst, markiere mich gerne bei Instagram mit @thepellmellpack Enki und ich feuern Dich und Deinen Hund dann lauthals an.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der AGILA Haustierversicherung.
Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit.

Stichworte : #canicrossHundesport
Stephanie Rose

Die Autorin Stephanie Rose

Bloggerin mit einem Faible für Fotographie.

Leave a Response