Schattenseite des Bloggens Titel

Es war mal wieder so weit, ich habe mir eine Auszeit genommen. Die zweite lange in diesem Jahr bisher. Eigentlich fühlt es sich so an, als hätte ich Schreibpausen von der Auszeit genommen. Und oft habe ich in letzter Zeit überlegt, ob ich das Ganze hinschmeiße, die Seiten schließe.  Nicht, weil mir das Schreiben keinen Spaß mehr macht, sondern weil ich das Gefühl habe, nicht mehr zum Schreiben zu kommen.

Im letzten halben Jahr war es nicht nur im Beruf fordernder als sonst, sondern auch bei den Nebenschauplätzen des Blogs habe ich mir zu viel vorgenommen. Sei es der Adventskalender, die miDoggy Academy, die Pinterest-Challenge oder auch die leidige DSGVO, bei der ich mich nicht nur um meinen Blog gekümmert habe. Alles hat Spaß gemacht, alles habe ich gerne gemacht. Aber in Summe war es zu viel.

Hinzu kam noch, dass ich meinen Social Media Accounts ernsthafte Chancen geben wollte. Ich habe Artikel zu Social Media Strategien gelesen, umgesetzt und habe es sogar mit einer Instagram Engagement Gruppe versucht. Und wozu? Ich mag Social Media noch nicht mal. Und dementsprechend kann ich mich auf die Hinterfüße stellen, meine Accounts werden nicht so wachsen wie die anderer Blogger.

Es war also an der Zeit mal einen Schritt zurückzutreten und zu überlegen, was ich überhaupt möchte. Woran ich Spaß habe. Und das ganze Drumherum dann so zu gestalten, dass es mich wenig Zeit und vor allem Energie kostet, die ich lieber für meine Familie, Freunde und meine Chaoten aufwende.

Schattenseiten des Bloggens - was für Energie- und Zeiträuber Social Media und Blog sein können und wie Du Dich wieder nur auf das Schreiben konzentrieren kannst.

Baustelle #1 | Social Media

Nee ihr Lieben, das wird Nichts mehr mit mir und Social Media. Das geht mir so dermaßen auf die Nerven. Allein, auf Kommentare bei Instagram müsse man sofort reagieren, sonst straft einen der Algorithmus ab. Ehrlich, das kann und will ich nicht. Ich habe einen Job und ein Leben.

Auch wenn jetzt die eine oder andere aufschreit, dass das schlecht fürs Follower-Karma sei, ich habe so viel wie möglich automatisiert und werde mich nur noch nach Feierabend bei einer Tasse Tee sehen lassen. Dann bin ich entspannt und freue mich auch auf euch.

Etwas mehr Zeit gönne ich Pinterest, da ich nach dem Aus von Boardbooster wieder selbst pinne. Der Sinn und entsprechende Preis von Tailwind hat sich mir auch nach der gesamten Testphase nicht erschlossen. Hinter Tailwind liegt kein intelligenter lernender Code, der mir eine funktionierende Pintereststrategie liefert. Am Ende des Tages ist es nichts weiter als ein Scheduling-Tool und damit für mich weder funktionell noch preislich ein irgendwie gearteter Ersatz für Boardbooster.

Und falls Du uns bei Pinterest noch nicht gefunden hast…

Pinterest

Baustelle #2 | Blog

Ja, das Baby hat mir Sorgen bereitet. Ich habe im Frühjahr sogar einen SEO-Kurs gemacht, um dem Kleenen ein wenig Auftrieb zu gönnen. Gescheitert bin ich aber immer wieder an den Ladezeiten.

Mein Instinkt sagte mir, dass ich zu viel Müll in der Datenbank habe. Wäre auch kein Wunder. Hier eine Unterseite für den Adventskalender, da immer wieder neue Themes im letzten Jahr. Von den vielen Plugins, die ich getestet habe, wollen wir gar nicht anfangen. Ich habe also angefangen mich in die Datenbankstruktur von WordPress einzuarbeiten (auch im letzten halben Jahr, falls Du Dich fragst…). Aber ich habe ja nicht umsonst einen Managed WordPress Tarif gewählt, weil ich das eigentlich nicht wollte. Und auch gar nicht konnte, wie sich dann beim Umzug rausstellte.

Hier gab es eine kleine Wunschliste, was ich mir von meinem Anbieter wünsche und was ich bereit bin selbst zu übernehmen. Mit der Wunschliste bin ich auf die Suche gegangen und haben einen neuen Anbieter gefunden. Die wollten mir sogar den Umzug abnehmen, sind aber am Ende an den Restriktionen meines alten Anbieters gescheitert.

Dieser Versuch zeigte mir allerdings, dass mein Verdacht richtig war. 4,7 MB wollte das Migrationstool auf die neue Installation schaufeln. Viel zu viel. Ich habe mir also ein paar Tage meiner Auszeit genommen und habe WordPress beim neuen Anbieter von Grund auf neu installiert und nur die Beiträge und Seiten mit dem WordPress Export rübergezogen. Siehe da, einen 1,3 MB schlanken Blog nenne ich jetzt mein Eigen.

Beim Umzug habe ich gleich anderen Ballast mit über Bord geworfen. Die Pfotografieseite ist gekündigt, ebenso ist der Adventskalender nicht mit umgezogen. Auch bei den Plugins habe ich vorher aufgeräumt. Ich habe mir eine Liste gemacht, welche ich gerne hätte und mit welchen ich in den letzten zwei Jahren gute Erfahrungen gemacht habe. Die, die ich schon so gut kenne, dass ich blind die Einstellungen finde und nicht auch hier wieder Zeit versenke.

Und dies ist nun das Ergebnis. Ein installiertes Theme, 18 Plugins und ein schneller Hoster mit super Support. Wenn meine Rechnung aufgeht, muss ich den Rest dieses Jahres nur mit Schreiben verbringen, alles andere ist outgesourct.

Schattenseiten des Bloggens - was für Energie- und Zeiträuber Social Media und Blog sein können und wie Du Dich wieder nur auf das Schreiben konzentrieren kannst.

Baustelle #3 | Fotografie

Ich arbeite mich nicht weiter in die Tiefen von Photoshop und Nachbearbeitung ein. Meine Fotos bekommen einen kurzen Entwicklungsgang in Lightroom (der bei Raws nun mal nötig ist) und fertig. Ich will wieder Spaß am Fotografieren an sich haben und nicht danach ewig am Rechner sitzen. Das mache ich im Büro schon genug.

Baustelle #4 | Kooperationen

Kooperationen sind bei uns selten. Ich möchte nur vorstellen, was ich mich hundertprozentig überzeugt. Und trotzdem – ein wenig fühlten sich die Kooperationspost immer wie die Werbepause im Spielfilm an. Ich sah euch förmlich in die Küche gehen und Chips holen, während mein „Werbespot“ lief. Gut habe ich mich damit nicht gefühlt. Dabei google ich selbst, wenn ich mehr zu einem Produkt wissen will und freue mich immer, wenn ich Blogartikel dazu finde. Da steht ja doch meist mehr, als auf der Herstellerseite.

Dann kamen zwei Anfragen, die mir mein Dilemma deutlich gemacht haben. Eine so toll, dass ich laut ja geschrien habe. Es war persönlich und es passte zu uns. Und auch wenn die Kooperation noch läuft, glaube ich nicht, dass ich noch an den Punkt des Bereuens komme.
Die andere Anfrage war irgendwie komisch. Ich habe spontan abgelehnt, ohne mein Nein wirklich begründen zu können. Und mein Instinkt hat mich nicht getrügt. Einen Monat nach Anfrage ging es los, plötzlich wurde das Produkt auf wirklich fast jedem Blog vorgestellt. Und da wurde mir klar, das möchte ich nicht. Ich möchte schon, dass mir der Hersteller mit meiner Rezension eine Chance gibt mich zu positionieren und es im zweistelligen Bereich der gleichzeitig angefragten Kollegen lässt.

Zukünftig werden Kooperationen also weiterhin handverlesen sein, auf einige Hersteller werde ich initiativ zugehen. Ich werde über Artikel schreiben, die mich sowieso gereizt haben. Und wenn sie ihr Versprechen nicht halten, werde ich auch das auf den Tisch bringen. Und nicht zuletzt ist es ein schönes Gefühl, für einen Bericht fair entlohnt zu werden. Ich habe daher meinen Frieden mit Kooperationen gemacht, ein klein wenig den Biss aus meiner Kooperationsseite genommen und bin schon mal auf einen Hersteller zugegangen – der übrigens wunderbar herzlich und sympathisch auf meine Anfrage reagiert hat.

Baustelle #5 | zu wenig Zeit

Diese Baustelle wird es zumindest wegen des Blogs in Zukunft nicht mehr geben. Ich werde nicht am PC sitzen, während der Lieblingsmann mit den beiden Chaoten im Garten tobt und traurig durch die Terassentür raussehen. Denn an erster Stelle müssen wir leben, lieben und Abenteuer erleben. Nicht nur für uns, weil das Leben manchmal in einem Wimpernschlag vorbei sein kann. Nein, am Ende auch für diesen Blog. Denn ich möchte Dir ja auch etwas erzählen können.

Der große Masterplan für den Blog ist also eigentlich der von 2016: Schreiben, ab und an vielleicht ein wenig Social Media und keine Nebenschauplätze.

Schattenseiten des Bloggens - was für Energie- und Zeiträuber Social Media und Blog sein können und wie Du Dich wieder nur auf das Schreiben konzentrieren kannst.

Manch eine mag vielleicht lächeln und denken, das habe ich kommen sehen. Manch andere hat den Schlüssel des Minimalismus in der virtuellen Welt vielleicht schon länger in der Hand und denkt sich, jetzt erst?

Aber ich weiß auch, dass ein paar von Euch nach wie vor fleißig im Hamsterrad laufen. Sei es in der Bloggerwelt, im Job oder im Privatleben. Euch wünsche ich, dass ihr auch einen Moment habt an dem ihr zurücktretet und mal in die Waagschale legt, was es Euch wert ist und was es Euch tatsächlich kostet. Wenn die Waage zur falschen Seite ausschlägt, werft es über Bord!

Das Leben ist wahrlich zu kurz.

Sharing is caring ❤ Wir freuen uns, wenn Du den Beitrag weiterverbreitest.

6 Comments

  • Ich freue mich, dass der Blog erhalten bleibt … in Zeiten der DSGVO macht man sich ja schon Gedanken wenn man mal länger nichts liest und hört 😉
    Bei allem anderen kann und muss ich mich raushalten – Social Media ist so überhaupt nicht mein Thema, Followerzahlen sind nicht mein Ding und Kooperationen mache ich aus Prinzip keine (wobei das vor vielen Jahren schon daraus entstanden ist, dass meistens die Berichte zu einem Produkt sich in der Bloggerwelt so häuften, dass ich es nicht mehr lesen konnte)!
    Ich wünsche Dir weiterhin ausreichend Zeit für die Dinge die Dir wichtig sind, Freude am Schreiben und sende liebe Grüße,

    Isabella mit Cara und Shadow

    • Liebe Isabella,

      oh Mann, die DSGVO… Hätte ich nicht schon graue Haar wären sie spätestens jetzt grau. 😉
      Danke für Deine lieben Wünsche und ich verspreche Dir, wenn ich es auch nur annähernd erahnen kann, wirst Du hier auch zukünftig keinen xten Test des gleichen Produktes.
      Und es werden auch weiterhin kleine Werbepausen und nicht der Hauptfilm sein. 😉

      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Das ist bei mir gerade ganz ähnlich. Ich will jeden zweiten Tag alles hinwerfen. Am nächsten Tag meldet sich dann wieder das Stehauffrauchen. Aber gerade ist es schlimm. Ich nenne es mal Blogpression 🙁

    • Hey Barbara,
      Blogpression gefällt mir gut. Und mindestens genauso das Stehauffrauchen. 😉
      Ich hoffe, dass es jetzt nach der zweiten Auszeit besser wird.
      Herzliche Grüße
      Stephie

  • Ich kenne deine Gedanken nur zu gut. Anfang des Jahres hatte ich sie. Aber ich denke, man muss für sich Prioritäten setzen. Dann klappt das schon 🙂 Ach, und Zahlen sind nicht alles 😀

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

    • Liebe Dani,

      schön zu hören, dass ich damit nicht alleine bin.
      Und ja, Zahlen sind natürlich nicht alles, sollten sogar den kleinsten Teil ausmachen. Spaß ist die wichtigste Währung.
      Aber mich packte der Ehrgeiz, ob ich vielleicht einfach die Systematik hinter Instagram (und auch Facebook) nicht richtig verstanden hätte. Also mehr nach dem Motto „Wenn Du etwas machst, mach es auch richtig gut.“
      Und da sind die Zahlen dann eher eine Art Erfolgskontrolle. 😉
      Das ist ein Klassiker für mich, ich kann mich dann in Themen regelrecht verbeißen, bis ich auch das letzte darüber weiß. Und dann will ich es natürlich auch praktisch umsetzen können. Hier die Notbremse zu ziehen und zu sagen, Social Media findet halt nur in dem Rahmen statt, in dem Spaß tatsächlich die einzige Motivation ist, war für mich die Schwierigkeit.
      Ich hoffe sehr, dass es mir geglückt und ist. Und falls nein, kann ich es hier a immer wieder nachlesen und mich erinnern… 😉

      Herzliche Grüße
      Stephie

Leave a Comment